| HEILPFLANZEN |
Lavandula angustifolia - Echter Lavendel |
Lavandula angustifolia (syn. Lavandula officinalis, L. spica, L. vera, L. vulgaris);

Echter Lavendel (syn. Kleiner Speik, Lavander, Lavendel), |
| Westliches Mittelmeergebiet. Der kommerzielle Anbau zur Ölproduktion hat sich in andere Gebiete wie Osteuropa ausgebreitet. |
| Bis zu 1 Meter hoher Halbstrauch mit lineal-lanzettlichen, silbriggrauen Blättern und kleinen lavendelblauen Blüten in ährenförmigen Blütenständen. Kommerziell angebaut wird hauptsächlich der so genannte Lavandin, der Lavandinöl liefert und durch spontane Kreuzung zwischen L. angustifolia und L. latifolia entsteht. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
1. Lavandulae aetheroleum - (syn. Aetheroleum Lavandulae, Lavandulae oleum, Oleum Lavandulae); Lavendelöl (syn. Spiköl), das durch Wasserdampfdestillation aus den frischen Blüten oder Blütenständen gewonnene ätherische Öl.

2. Lavandulae flos - (syn. Flores Lavandulae, Flos Lavandulae, Flores Spica); Lavendelblüten (syn. Blafendel, Lavander), die kurz vor der völligen Entfaltung gesammelten und getrockneten Blüten. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Atherisches Öl (1-3%) mit Monoterpenen (bis zu 75% Linalylacetat und Linalool, ferner cis-β-Ocimen, trans-β-Ocimen, 1-Terpenen-4-ol, sowie geringere Konzentrationen von Limonen, 1,8-Cineol, Campher, α-Terpineol), einem Sesquiterpen (Caryophyllenepoxid) und 3-Octanon. Boden und Klima haben starken Einfluss auf die Zusammensetzung.

Die Blätter enthalten Cumarine (Umbelliferon), Triterpene, Gerbstoffe (etwa 12%) und Phenolcarbonsäuren (Ferula- und Rosmarinsäure).
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| Lipophile Monoterpene interagieren mit Biomembranen und verändern die Aktivität von Ionenkanälen, Transportern und Rezeptoren. Durch diese Eigenschaften kann die beruhigende, krampflösende und antibakterielle Wirkung von Lavendelöl erklärt werden. |
Lavendelblüten: traditionell als Beruhigungsmittel bei Verdauungsstörungen und leichten nervösen Beschwerden wie Unruhe, Schlaflosigkeit und nervöse Magendarmbeschwerden genutzt.

Atherisches Öl: oberflächlich als mildes Antiseptikum und Stimulans bei Wunden, Sonnenbrand und Muskelschmerzen. In der Aromatherapie gerne bei Kopfschmerzen, Migräne, Spannungsgefühlen und emotionaler Aufregung eingesetzt. Das Öl wird in grossem Massstab in der Kosmetikindustrie zu Seifen, Shampoos, Lotionen, Badeölen und Parfums verarbeitet. |
1. Lavandula angustifolia HAB 1; Lavendel, die frischen Blüten.
Anwendungsgebiet: Erkrankungen des Zentralnervensystems; Negativmonographie, da kaum gebräuchlich.

2. Lavandula angustifolia e floribus siccatis HAB 1; die getrockneten Blüten.
Anwendungsgebiet: Anthroposophische Therapierichtung. |
| Der Gattungsname Lavandula leitet sich vom lateinischen lavare (waschen) ab, da man das Kraut gern dem Waschwasser oder dem Bade zusetzte. Lavendel ist das entsprechende Lehnwort dazu. Das klassische Altertum kennt offenbar den Echten Lavendel nicht, wohl aber eine verwandte Art. Im 12. Jh. wird er von Hildegard von Bingen erwähnt und als heilkräftig bezeichnet. |
| Letzte Änderung: 16.01.2010 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art |
Lamiales
Lamiaceae
Nepetoideae
Lavandula
Echter Lavendel
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Wiss. Bez. |
Lavandula angustifolia |
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Lavendelblüten werden als Tee (auch im Filterbeutel) oder als Bestandteil von Teegemischen (Anteil bis zu 25 %) angeboten. Auch gibt es Lavendelblüten in Form von „Schlaflössen”. |
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Die Fachjury des Theophrastus-Naturheilvereins wählte den Echten Lavendel zur Heilpflanze des Jahres 2008. |
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