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Juniperus communis - Wacholder |
| Juniperus communis; Wacholder (syn. Machandel, Kranewitt). |
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Botanische Familie: Cupressaceae |
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| VORKOMMEN |
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Nördliche gemässigte Klimaregionen (Europa, Asien und Nordamerika). Teilweise unter Naturschutz; Wacholderbeeren stammen jedoch grösstenteils aus Wildsammlungen. |
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| MERKMALE |
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Strauch oder kleiner Baum (gelegentlich bis zu 5 m hoch) mit dichten nadelförmigen Blättern, unscheinbaren männlichen und weiblichen Blüten auf getrennten Pflanzen und kleinen kugeligen blau-schwarzen Beerenzapfen. |
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| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Reife, frische oder getrocknete Beerenzapfen (Wacholderbeeren - Juniperi fructus), selten das getrocknete Holz (Juniperi lignum). |
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| ANWENDUNG |
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Die Früchte werden traditionell als Diuretikum (bei Nierenbecken- und Harnblasenentzündung) genutzt, jedoch auch als Magenmittel und gegen Blähungen und Verdauungsstörungen. Wacholderbeeren dienen als Küchengewürz und zum Aromatisieren von Gin und Genever. Bei äusserlicher Anwendung bewirkt das ätherische Öl eine Hautreizung und dadurch eine verstärkte Durchblutung. |
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| ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG |
| Tee: 0,5 g frisch zerdrückte Beeren in 150 ml Wasser. Trockenextrakte aus Wacholderholz sind Bestandteil verschiedener Blasen-/Nierentees. Gelegentlich verwendet man Wacholderbeeröl oder Wacholdergeist (0,5 g Wacholderbeeröl in 100 g Ethanol/Wasser (2:1) mit 0,1% Campher). |
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| WIRKSTOFFE |
| Das ätherische Öl (bis zu 2%) enthält vorwiegend a- und ss-Pinen (80%), Sabinen, Limonen, Terpinen-4-ol, Borneol und Geraniol, ferner Sesquiterpene (z. B. a- und b-Cadinen). Ausserdem kommen in den Früchten vor: phenolische Verbindungen (3-4%), wie z. B. Flavonoide, Catechingerbstoffe und Proanthocyanidine. Das Holz enthält ungewöhnliche Diterpene, wie Communsäure, Sugiol und Xanthoperol, ferner Sesquiterpene und Lignane (wie das zytotoxische Podophyllotoxin). |
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| PHARMAKOLOGIE |
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Terpinen-4-ol gilt als hauptsächliche
harntreibende Verbindung und ist nicht oder wenig reizend. Aufgrund
anderer Verbindungen gilt das ätherische Öl jedoch als bedenkliches
Diuretikum, da es eine Nierenreizung auslösen und zu blutigem Harn
führen kann. Die phenolischen Verbindungen sind potenziell
antioxidativ und tragen vermutlich zum medizinischen Nutzen der
Wacholderbeeren bei. |
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| HOMÖOPATHIE |
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1. Juniperus communis HAB1; Wachholder,
die frischen, reifen Samenzapfen. |
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| SONSTIGES |
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Der Gattungsname soll sich aus dem lateinischen junior (der Jüngere) und pario (erscheine) ableiten, bezugnehmend darauf, dass die jüngeren Früchte bereits erscheinen, während die alten schwarzen noch am Strauch hängen; commnis = gewöhnlich. Der Name Wacholder geht auf das althochdeutsche "wechelder, wechalter" zurück und ist mit "lebensfrischer", d.h. immergrüner Strauch oder Baum übersetzbar. Während bei den antiken Schriftstellern der Gemeine Wacholder im Gegensatz zu anderen Juniperus-Arten keine Erwähnung fand, stand dieser bereits bei den Germanen in hohem Ansehen. Im Mittelalter galt er als Vorbeugungsmittel gegen Pest, zudem empfahlen ihn die Kräuterbücher des 16. und 17. Jh. als harntreibendes, verdauungsförderndes und magenstärkendes Mittel. |
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