| HEILPFLANZEN |
Juniperus communis - Wacholder |
| Juniperus communis; Wacholder (syn. Machandel, Kranewitt). |
| Der Gemeine Wacholder ist das am weitesten verbreitete Nadelgehölz, zumindest wenn man die Unterarten bzw. Varietäten mit einbezieht. Das Verbreitungsgebiet des Gemeinen Wacholders erstreckt sich über die nördlichen gemässigte Klimaregionen (Europa, Asien und Nordamerika). |
| Strauch oder kleiner Baum (gelegentlich bis zu 5 m hoch) mit dichten nadelförmigen Blättern, unscheinbaren männlichen und weiblichen Blüten auf getrennten Pflanzen und kleinen kugeligen blau-schwarzen Beerenzapfen. Der Wacholder kann bis zu 600 Jahre alt werden. Der Stamm besitzt eine grau- bis rotbraune Borke. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
1. Juniperi aetheroleum (syn. Aetheroleum Juniperi, Oleum Iuniperi, Oleum Juniperi, Oleum Juniperi baccarum); Wacholderbeeröl (syn. Ätherisches Wacholderöl, Wacholderöl), das aus den reifen Beerenzapfen durch Wasserdampfdestillation gewonnene ätherische Öl.

2. Juniperi fructus (syn. Baccae Juniperi, Drupae Juniperi, Fructus Juniperi, Galbuli Juniperi, Iuniperi fructus, Pseudofructus iuniperi); Wacholderbeeren (syn. Kaddigbeeren), die reifen, getrockneten Beerenzapfen.
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| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Das ätherische Öl (bis zu 2%) enthält vorwiegend α- und β-Pinen (80%), Sabinen, Limonen, Terpinen-4-ol, Borneol und Geraniol, ferner Sesquiterpene (z. B. α- und β-Cadinen). Ausserdem kommen in den Früchten vor: phenolische Verbindungen (3-4%), wie z. B. Flavonoide, Catechingerbstoffe und Proanthocyanidine. Das Holz enthält ungewöhnliche Diterpene, wie Communsäure, Sugiol und Xanthoperol, ferner Sesquiterpene und Lignane (wie das zytotoxische Podophyllotoxin). |
| Die Früchte werden traditionell als Diuretikum (bei Nierenbecken- und Harnblasenentzündung) genutzt, jedoch auch als Magenmittel und gegen Blähungen und Verdauungsstörungen. Wacholderbeeren dienen als Küchengewürz und zum Aromatisieren von Gin und Genever. Bei äusserlicher Anwendung bewirkt das ätherische Öl eine Hautreizung und dadurch eine verstärkte Durchblutung. |
| Terpinen-4-ol gilt als hauptsächliche harntreibende Verbindung und ist nicht oder wenig reizend. Aufgrund anderer Verbindungen gilt das ätherische Öl jedoch als bedenkliches Diuretikum, da es eine Nierenreizung auslösen und zu blutigem Harn führen kann. Die phenolischen Verbindungen sind potenziell antioxidativ und tragen vermutlich zum medizinischen Nutzen der Wacholderbeeren bei. |
| ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG |
| Tee: 0,5 g frisch zerdrückte Beeren in 150 ml Wasser. Trockenextrakte aus Wacholderholz sind Bestandteil verschiedener Blasen-/Nierentees. Gelegentlich verwendet man Wacholderbeeröl oder Wacholdergeist (0,5 g Wacholderbeeröl in 100 g Ethanol/Wasser (2:1) mit 0,1% Campher). |
1. Juniperus communis HAB1; Wachholder, die frischen, reifen Samenzapfen. Anwendungsgebiet: Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes sowie der Nieren und ableitenden Harnwege.

2. Juniperus communis fructibus siccatis; die reifen, getrockneten Beerenzapfen. Anwendungsgebiet: anthroposophische Therapierichtung. |
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| Der Gattungsname soll sich aus dem lateinischen junior (der Jüngere) und pario (erscheine) ableiten, bezugnehmend darauf, dass die jüngeren Früchte bereits erscheinen, während die alten schwarzen noch am Strauch hängen; commnis = gewöhnlich. Der Name Wacholder geht auf das althochdeutsche "wechelder, wechalter" zurück und ist mit "lebensfrischer", d.h. immergrüner Strauch oder Baum übersetzbar. Während bei den antiken Schriftstellern der Gemeine Wacholder im Gegensatz zu anderen Juniperus-Arten keine Erwähnung fand, stand dieser bereits bei den Germanen in hohem Ansehen. Im Mittelalter galt er als Vorbeugungsmittel gegen Pest, zudem empfahlen ihn die Kräuterbücher des 16. und 17. Jh. als harntreibendes, verdauungsförderndes und magenstärkendes Mittel. |
| Letzte Änderung: 12.04.2011 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung |
Coniferales
Cupressaceae
Juniperus
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Wiss. Bez. |
Juniperus communis |
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Wacholder-Präparate sind bei Nierenerkrankungen und während der Schwangerschaft kontraindiziert! |
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