Walnussbaum - Juglans regia

Walnuss (syn. Christnuss, Steinnuss, Welschnuss)

Walnuss

Walnussblätter

Juglans regia - Walnuss, Walnussbaum

VORKOMMEN

Der Walnussbaum ist heimisch in Zentralasien und Südosteuropa. Man vermutet dass er in Syrien und der Südtütkei die Eiszeiten überstand. Der schöne Baum ist in feuchten Schluchtwäldern der Gebirge zu finden und wächst im Himalaya in Höhen bis 3300 m. Bekannt sind die Nussbaumwälder in Kirgisistan. Der Walnussbaum ist ein konkurrenzschwache Lichtbaumart und recht frostempfindlich, deshalb ist er bei uns selten an Standorten über 800 m zu finden.

MERKMALE

Der Walnussbaum wird 15 bis 25 Meter hoch, mit weit ausladender, lockerästiger Krone und glatter, hell graubrauner, im Alter rissiger, schwarzgrauer Rinde. Die unpaarig gefiedertenLaubblätter sind ca. 40 cm lang. Frisch ausgetriebene Blätter sind von rötlicher Farbe und infolge drüsiger Behaarung klebrig. Ältere Blätter sind grün und schwach glänzend. Die Walnussbaum ist einhäusig und getrenntgeschlechtig, das heisst auf einer Pflanze gibt es weibliche und männliche Blüten. Die Kerne der Früchte sind als Walnüsse bekannt und überall im Handel erhältlich.

DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

Juglandis folium (syn. Folia Juglandis); Walnussblätter (syn. Nussblätter, Nussbaum­blät­ter), die getrockneten Laubblätter.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

Gerbstoffe: Ungefähr 10% Gerbstoffe vom Ellagitannintyp.

Naphthochinonderivate: Der physiologisch aktive Stoff Juglon (5-Hydroxy-1,4-naphthochinon) wird durch Regen von den Blättern abgewaschen, ist instabil und polymerisiert leicht zu schwarz­braunen Pigmenten, deshalb sind ältere Blätter frei von Juglon.

Flavonoide: Bis zu 3 % vorhanden, insbesondere Hyperosid, Quercitrin, Quercetin und Kämpferol.

Zimtsäurederivate: Unter anderem Kaffeesäure und p-Cumarsäure.

Ätherisches Öl: Sehr wenig ätherisches Öl mit Caryophyllen, Germacren D, (E)-β-Ocimen, β-Pinen und Limonen als Hauptkomponenten.

Weitere Inhaltsstoffe: bis zu 1 % Ascorbinsäure (Vitamin C).

Juglon, Germacren - Inhaltsstoffe der Walnussblätter

PHARMAKOLOGIE

In einer Untersuchung über Mittelmeerdiäten wurde festgestellt, dass die Nüsse eine vor Diabetes (Typ 2) schützende Wirkung besitzen (siehe Links). Auch zeigen neuere Untersuchungen, dass schon neun Walnüsse täglich und ein Teelöffel Walnussöl den Körper vor zu hohem Blutdruck in Stresssituationen schützen können (siehe Links). Darüber hinaus scheinen Walnüsse nicht nur Herz-Kreislauferkrankungen entgegenzuwirken, sondern auch Prostatakrebs zu bremsen.

ANWENDUNG

Anerkannte medizinische Anwendungen (Kommission E):

  • Wirkungen: adstringierend.
  • Anwendungsgebiete: Äussere Anwendung: Leichte, oberflächliche Entzündungen der Haut, übermässige Schweissabsonderung, z.B. der Hände und Füsse.
  • Gegenanzeigen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln: Nicht bekannt.
  • Dosierung: Soweit nicht anders verordnet: Für Umschläge und Teilbäder: 2 bis 3 g Droge auf 100 ml Wasser, Zubereitungen entsprechend.
  • Art der Anwendung: Zerkleinerte Droge für Abkochungen sowie andere galenische Zubereitungen zur äusseren Anwendung.

Vom HMPC wurden Walnussblätter als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft (äusserlich bei leichten Hautentzündungen und bei übermässiger Schweissabsonderung der Hände und Füsse).

Zubereitungen aus den Blättern werden äusserlich als Adstringens für Bäder, Spülungen und Umschläge bei Hautleiden wie Akne, Ekzeme, Scrophulose sowie gegen übermässige Schweissabsonderung eingesetzt.

ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG

Tee mit Walnussblättern: 1,5 g der fein geschnittenen Walnussblätter werden mit kaltem Wasser angesetzt, kurz aufgekocht und nach 5 Minuten abgeseiht.

STATUS

  • Kommission E: - positive Bewertung
  • ESCOP: - keine Bearbeitung
  • HMPC: - als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft.

HOMÖOPATHIE

Juglans regia HAB1, die frischen Blätter und die frischen grünen Fruchtschalen.
Anwendungsgebiet: eitrige Hautausschläge, Lymphknotenentzündungen.

WALNUSSBAUM IM GARTEN

Einen Walnussbaum im Garten zu haben ist etwas sehr Schönes, doch wer hat heute noch einen Garten der gross genug ist, um dem prächtigen Baum genug Platz zu bieten.

Walnussbaum

SONSTIGES

Auf die Germanen geht der Name "Walnuss" zurück und bedeutet ,Welschnuss', also die Nuss der Welschen. So wurde der Unterschied zur Haselnuss deutlich gemacht. Der Walnussbaum wurde den Germanen erst durch die Römer bekannt gemacht.

Letzte Änderung: 19.02.2017 / © W. Arnold