| HEILPFLANZEN |
Iris germanica - Deutsche Schwertlilie |
Iris germanica (syn. Iris deflexa, I. violacea, I. vulgaris);

Deutsche Schwertlilie (syn. Blaue Lilie). |
| Heimisch von Nordindien durch Vorderasien und Mittelmeerländer bis Marokko. Alte Bauernpflanze, öfters verwildert und in Deutschland bereits seit dem Mittelalter eingebürgert an. Zu finden ist die deutsche Schwertlilie an Weinbergmauem und in grasigen Böschungen, auf warmen, meist kalkhaltigen Böden. Verwildert in Grossbritannien, Frankreich, Belgien, Luxemburg, Teilen der Schweiz, Spanien und Italien. |
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| Durch Bastardisierung entstandene, sterile 30 bis 100 cm hohe, ausdauernde Zierpflanze, Eltern unbekannt. Die deutsche Schwertlilie ist eine mehrjährige Pflanze mit kräftigem, kriechendem und verzweigtem Rhizom und schwert-förmigen Blättern. Im Frühling erscheinen auf etwa 80 cm hohen Stängeln die typischen Blüten mit violetten Hängeblättern und lilafarbenen Domblättern (bei der ursprünglichen Form; es gibt Züchtungen in vielen Farben). Ähnlich sind Iris florentina, auch als Iris germanica var. florentina bezeichnet, (mit weisslichen Blüten) und Iris pallida (Bleiche Schwertlilie, mit helllilafarbenen Blüten).
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| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Iridis rhizoma (syn. Radix Iridis, Rhizoma Iridis); Veilchenwurzel (syn. Iris-Rhizom, Iris-Wurzel, Kinderwurzel, Schwertelwurz, Zahnwurzel), der geschälte Wurzelstock. Der veilchenartige Geruch entwickelt sich nur bei der Lagerung der Droge. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
| Verschiedene Substanzklassen kommen vor: Triterpene (darunter α- und β-Irigermanal), Isoflavone (mit Irilon und Irisolon), aromatische Aldehyde und Sesquiterpene. Von besonderem Interesse ist das ätherische Öl (0.1 bis 0.2 % in der Wurzel), das α-, β, und γ-Iron (10-20%) als Hauptduftstoff enthält. Irone riechen nach Veilchen und liegen in zahlreichen Isomeren und Stereoisomeren vor. Die Irone entwickeln sich nach Langzeitlagerung (2-3 Jahre) des getrockneten Wurzelstocks und entstehen als Nebenprodukte aus dem oxidativen Abbau bicyclischer Triterpene, der so genannten Iridale (vorwiegend Iripallidal und Iriflorentinal). Der Polysaccharidgehalt (Stärke, Schleimstoffe) beträgt bis zu 50%. |
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Erkrankungen der Atemwege wie Bronchitis, Asthma und Husten sowie bei Brechreiz und Ekelgefühl. Zusätzlich bei Kreislaufschwäche und Blähungen. Die Droge soll bei Kopfschmerzen, Migräne mit galligem Erbrechen sowie bei Entzündungen des Verdauungstraktes verwendet werden. In der indischen Volksmedizin wird die Wurzel bei Störungen der Gallenblase verwendet. Die Wirksamkeit der Droge bei den genannten Anwendungsgebieten ist gegenwärtig nicht belegt.
Entrindete und getrocknete Wurzel für zahnende Kinder zum Beissen (aus hygienischen Gründen nicht zu empfehlen, da die durch Speichel angefeuchteten Drogenstücke Substrat für intensives Bakterienwachstum sein können. |
| Die traditionellen Anwendungen wurden bisher nicht durch wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt. |
| ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG |
Abkochung:
2 Esslöffel getrocknete und zerkleinerte Wurzel lässt man einige Minuten lang in 0,5 Liter Wasser kochen, lässt dann diese Abkochung 20 min ruhen und siebt sie durch. 3 bis 4 kleine Tassen werden am Tag getrunken, um Brechreiz und Ekelgefühle abklingen zu lassen.

Tinktur:
20 g getrocknete und zerstossene Wurzel lässt man 10 Tage lang in 80 g Ethanol 50 % ziehen. Von der durchgefilterten Tinktur nimmt man drei- bis viermal am Tag je 10 bis 15 Tropfen in heissem Tee oder mit etwas Wasser.


Wein:
100 g fein zerkleinerte Wurzel lässt man eine Woche lang in einem Liter gehaltvollem, trockenem Weisswein ziehen, siebt dann durch. Man nimmt 3 bis 4 Likörgläschen voll am Tag.

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Iris germanica HAB34, die frischen unterirdischen Teile der Pflanze.
Anwendungsgebiet: Migräne, Magenbeschwerden, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse. |
| Die Droge wurde wegen ihres Wohlgeruchs bereits in der Antike geschätzt. In besonderem Ansehen stand die illyrische Iris, die von Theophrast und Plinius gerühmt wurde. Die Verbreitung in Europa geht wohl auf Capitulare de villis zurück, welches sie als Gladiolus aufführt. Die Iris-Arten wurden ursprünglich als Zierpflanze eingeführt, sind jedoch schnell in Burg- und Klostergärten verwildert. Die schöne Irisblüte spielt auf Gemälden und Skulpturen des Altertums und Mittelalters eine wichtige Rolle. |
| Letzte Änderung: 13.04.2011 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung |
Asparagales
Iridaceae
Iris
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Wiss. Bez. |
Iris × germanica |
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Das Irisöl gehört zu den kostbarsten Naturprodukten. Es wird daher nur in allerkleinsten Dosierungen z. B. für hochwertige Parfüms oder zur Aromatisierung von Lebensmitteln, wie Likören, Süss- und Backwaren verwendet. |
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Schwertlilien sind Pflanzen der griechischen Götterbotin Iris, die die Seelen der Verstorbenen entlang einem Regenbogen in das Reich des ewigen Friedens zu führen hatte. Noch heute schmückt man im Orient Gräber mit weissen oder blauen Schwertlilien. |
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Als Bestandteil von Hautpudem kann Iriswurzel allergische Reaktionen. bei überempfindlichen Menschen hervorrufen. Die frische Veilchenwurzel besitzt wie auch der Pflanzensaft stark haut- und schleimhautreizende Wirkungen. |
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Traditionelle Medizin
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