| HEILPFLANZEN |
Inula helenium - Echter Alant |
Inula helenium (syn. Aster helenium, A. officinalis, Corvisartia helenium, Helenium grandiflorum).

Echter Alant (syn. Brustalant, Darmwurz, Edelwurz, Glockenwurz, Grosser Heinrich, Helenenkraut, Odinskopf, Schlangenwurz). |
| Kleinasien und Südosteuropa; in Europa, Nordamerika und Ostasien eingebürgert. Anbau in China und Osteuropa. |
| Bei Alant handelt es sich um eine bis zu zwei Meter hohe mehrjährige krautige Pflanze mit auffälligen gelben Blütenköpfen. Sie erscheinen von Juli bis September. Die bis zu 50 cm langen Blätter sind auf der Unterseite mit Filzhaaren besetzt. Der starke Wurzelstock hat einen aromatischen Geruch. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| 1. Helenii rhizoma (syn. Helenii radix, Radix Enulae, Radix Helenii, Radix Inulae, Rhizoma Helenii); Alantwurzel (syn. Alethwurzel, Altwurzel, Brustalant, Darmwurz, Donavarwurz, Edelherzwurzel, Fadenwurzel, Glockenwurzel, Grosser Heinrich, Handwurzel, Helenenkrautwurzel, Odinskopfwurzel, Oldwurzel, Schlangenwurz, Unlenkwurzel). |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Sesquiterpenlactone (Bitterstoffe): Die Eudesmanolide Alantolacton, Isoalantolacton, deren 11α,13-Dihydroderivate und weitere. Das Gemisch aus den Alantolactonen wird auch als Helenin oder Alantkampfer bezeichnet. Ca. 1-5 % ätherisches Öl mit den Alantolactonen und deren Abbauprodukten (Alantol, Alantsäure) als Hauptkomponenten. Weiter kommen vor: 8,9-Epoxy-10-isobutyryloxy-thymol-isobutyrat, die Triterpene Friedelin, Dammarandienol und sein Acetat, β-Sitosterol und sein Glucosid und Stigmasterol. Bis zu 44% Inulin sowie verschiedene Abbauprodukte. |
| Experimentell konnten antibiotische, harntreibende, choleretische und sekretolytische Aktivitäten nachgewiesen werden (vermutlich aufgrund der Lactone (Alantolacton, Isoalantolacton). |
| Alantwurzel wird hauptsächlich als expektorierendes Mittel bei Husten (auch Keuchhusten) und Bronchialkatarrh verwendet. Sie gilt als traditionelles bitteres Tonikum und Magenmittel, ferner als Karminativum, Cholagogum, Diaphoretikum und Diuretikum. Die antiseptischen Sesquitcrpenlactone beeinflussen Harnwegsinfekte anscheinend positiv. Der Wurzelstock (heutzutage eher das aus ihm isolierte Alantolacton) wird als Wurmmittel gegen verschiedene Darmparasiten verwendet. Ausserlich: Extrakte als Antiseptikum bei Hautproblemen. |
| ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG |
| Tee: 1-4 g klein-geschnittene Droge auf 1 Tasse Wasser, drei- bis viermal täglich (als expektorierendes Mittel). Alantolacton wird in einer Tagesdosis von 300 mg (Erwachsene) bzw. 50-200 mg (Kinder) in zwei 5-tägigen Kuren (mit einem Intervall von 10 Tagen) eingenommen. Ferner wird das ätherischen Öl verwendet. |
Inula helenium HAB34, die frische Wurzel.
Anwendungsgebiet: Chronischer Husten, Magengeschwüre, Ausfluss. |
1804 isolierte der Apotheker Rose in Berlin aus Inula helenium das Inulin, dessen Name sich von der Pflanze ableitet.
Die botanische Artbezeichnung helenium spielt auf zwei Legenden der Antike an. Nach der einen soll Helena, bevor sie von Paris von Griechenland nach Troja entführt wurde, ihre Hände mit den Blüten dieser Pflanze gefüllt haben. Nach einer anderen Legende wuchs die Pflanze dort, wo Helenas Tränen den Boden benetzten. |
| Letzte Änderung: 24.01.2011 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Wikipedia |
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Ordnung
Familie
Gattung |
Asterales
Asteraceae
Inula
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Wiss. Bez. |
Inula helenium |
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Helianthus tuberosus ist eine wichtige Quelle von Inulin. |
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Da die Wirksamkeit der Droge und ihrer Zubereitungen bei den beanspruchten Anwendungsgebieten nicht ausreichend belegt ist, kann angesichts des Risikos einer Allergie die therapeutische Anwendung nicht befürwortet werden. |
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Die in Alantwurzeln enthaltenen Sesquiterpenlactone reizen die Schleimhäute. Sie wirken sensibilisierend und rufen allergische Kontaktdermatitiden hervor. Alantolacton wird als Hapten an Hautproteine gebunden: das Addukt induziert eine Uberempfindlichkeit gegenüber Alantolacton und anderen α-Methylen-y-Lacton-Systemen (Kreuzreaktion). Grössere Gaben der Droge führen zu Erbrechen, Durchfall, Krämpfen und Lähmungserscheinungen. |
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