HEILPFLANZEN

Ysop - Hyssopus officinalis

Hyssopus officinalis (syn. Hyssopus arisatus, H. canascens, H. cinereus, H. cretaceus, H. montanus);
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Ysop (syn. Isop, Kirchenysop, Klosterysop).
Hyssopus officinalis - Ysop
Hyssopus officinalis - Ysop
Hyssopus officinalis - Ysop
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VORKOMMEN

Der Ysop kommt wild in Süd-, Südmittel- und Osteuropa vor. An manchen Orten ist er aus der Kultur verwildert und eingebürgert, in Deutschland gilt er als eingebürgerter Neophyt. Die Art besiedelt trockene Hügel und Hänge, Felsenheiden sowie Wegrändern; dabei bevorzugt sie kalkhaltigen und trockenen Boden sowie einen sonnigen Standort.
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MERKMALE

Ysop ist eine bis 60 cm hohe Staude oder ein Zwergstrauch. Er weist zahlreiche aufrechte, selten auch niederliegende, verzweigte, mattbraune Äste mit abblätternder Rinde auf. Die Blätter sind gegenständig und scheinbar quirlig an Kurztrieben angeordnet.
Die fünfzähligen Blüten sind leuchtendblau oder violett gefärbt, selten weiss oder rosa. 4 bis 16 Blüten sind in einseitswendigen Scheinquirlen zu endständigen, ährigen Blütenständen vereinigt.
Die Blütezeit ist von Juli bis Oktober.
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DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

Hyssopi herba (syn. Herba Hyssopi); Ysopkraut (syn. Ispenkraut), die getrockneten, während der Blütezeit gesammelten oberirdischen Teile.
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WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

MarubiinFolgende Wirkstoffe sind enthalten:
Ätherisches Öl mit Pinocamphon und Isopinocamphon als Hauptkomponenten, weiterhin Limonen und Pinen, Flavonoide wie Diosmin, Lamiaceen-Gerbstoffe wie Rosmarinsäure und Marrubin und unter anderem auch Bitterstoffe und Terpene.Diosmin
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ANWENDUNG

Das ätherische Öl und die Gerbstoffe geben der Droge leicht entzündungshemmende, Auswurf fördernde und auch krampflösende Eigenschaften. In der Volksheilkunde wird die Pflanze z.B. zum Gurgeln bei Heiserkeit sowie bei Rachen- und Entzündungen, zu Waschungen und auch innerlich bei übermässiger Schweissabsonderung eingesetzt. Ausserdem wird Ysopkraut noch gelegentlich bei Husten und Verdauungsbeschwerden eingesetzt.
Für die Wirksamkeit gibt es bisher keine ausreichenden Belege.

Von Anwendungen in höheren Dosen über längere Zeit und speziell des ätherischen Öls mit dem neurotoxisch wirkenden Pinocamphon sollte man Abstand nehmen: Nach der Einnahme von 10 bis 30 Tropfen über mehrere Tage (2 bis 3 Tropfen bei Kindern) wurden Vergiftungserscheinungen mit Krämpfen beobachtet.
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ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG

Da die Wirksamkeit bei den beanspruchten Anwendungsgebieten nicht belegt ist, kann eine therapeutische Anwendung nicht vertreten werden.
In Teemischungen ist die Beigabe von bis zu 5% Ysopkraut als Geschmackskorrigens erlaubt.
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SONSTIGES

Der in der Bibel mehrfach erwähnte Ysop (Num 19,18 EU, hebr.: Esov; Joh 19,29 EU) ist nicht mit Hyssopus officinalis gleichzusetzen, der in Israel nicht wächst. Vielmehr handelt sich in der Heiligen Schrift um eine Majoran- bzw. Oregano-Art, die jedoch zur selben Unterfamilie wie Hyssopus officinalis gehört. Entsprechend beinhaltet das auch heute teilweise als „Biblischer Ysop“ verkaufte Gewürz die „Saatar“ genannte Mischung.
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Letzte Änderung: 05.06.2015 / © W. Arnold
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Spacer Spacer Heilpflanzen Spacer Spacer Spacer Spacer
 
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Spacer Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Spacer M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
Spacer Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
Spacer Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
Spacer L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.
Spacer M. Pahlow: Das grosse Buch der Heilpflanzen; Nikol Verlag, 2013.


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Spacer Wikipedia


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Hyssopus
Ysop


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  Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art
Lamiales
Lamiaceae
Nepetoideae
Hyssopus
Ysop
  Wiss. Bez. Hyssopus officinalis


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Spacer Im Haushalt wird Ysop als Gewürz zu Salaten, Suppen, Fleischspeisen und für Liköre bzw. als Gesch­macks­korrigens verwendet. Ysop soll insbesondere bei fettigen Ge­richten verdauungsfördernd wirken.


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Spacer Der in der Bibel erwähnte Ysop (bei der Kreuzigung) soll nicht mit un­se­rem heutigen Ysop identisch sein; vielmehr handelt es sich um Ori­ga­num syriacum, eine Art aus dem Mittleren Osten.


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Kommission E:
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