| HEILPFLANZEN |
Humulus lupulus - Echter Hopfen |
| Humulus lupulus (syn. Cannabis lupulus, Humulus cordifolius, H. americanus, H. volubilis, H. vulgaris, Lupulus communis, L. humulus, L. scadens). |
| Ausschliesslich aus dem Anbau der in vielen Ländern der gemässiten Zonen kultivierten Pflanze (es werden nur weibliche Pflanzen vegetativ vermehrt); die Droge stammt aus Deutschland, es gibt aber auch Importe aus USA und China. |
| Mehrjährige, windende, bis zu 10 m hohe Kletterpflanze, die jedes Jahr aus einem unterirdischen Rhizom austreibt. Die tief gelappten, rauen Blätter sind gezähnt. Männl. und weibl. Blüten stehen auf getrennten Pflanzen. Im zapfenförmigen, weiblichen Blütenstand („Hopfenzapfen") sind mehrere kleine Blüten von grossen überlappenden Tragblättern umgeben, die zahlreiche orangegelbe Drüsen mit einem harzartigen Sekret aufweisen. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
Lupuli strobulus (syn. Flores Humuli lupuli, Strobili Humili, Strobili Lupuli, Strobuli Lupuli);

Hopfenzapfen (syn. Hopfenblüten, Hopfendolden, Hopfenkätzchen, Humulus-lupulus-Fruchtstände), die ganzen, getrockneten, weiblichen Blütenstände. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Die Hopfenbitterstoffe (5%) sind prenylierte Derivate von 1-Acylphloroglucinol mit Lupulone und Humulonen als Hauptwirkstoffe. Bei der Lagerung bildet sich durch Oxidation langsam ein C3-Alkohol, 2-Methyl-3-buten-2-ol. Hopfen enthält ferner mehrere Phenole (2-4%), wie Rutin, Quercetrin und Proanthocyanidine, sowie bis zu 1% ätherisches Öl mit Caryophyllen, Humulen und β-Myrcen als Hauptterpenen.
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| Die beruhigende Aktivität beruht anscheinend auf 2-Methyl-3-buten-2-ol, das entweder bereits in der Droge vorhanden oder nach der oralen Aufnahme im Körper gebildet wird. Humulon und Lupulon wirken bekanntlich antibakteriell (sie wirken im Bier als natürliche Konservierungsstoffe, haben aber kaum Einfluss auf Hefen und andere Pilze). Humulone und Lupulone wirken möglicherweise östrogen. Die Bitterstoffe regen den Appetit und die Magensaftsekretion an. |
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Als mildes Beruhigungsmittel bei Unruhe, Ubererregbarkeit, nervösen Einschlafstörungen, Spannungszuständen meist in Form des Extraktes und in Kombination mit anderen sedativ wirkenden Drogen. Kopfen ist Bestandteil zahlreicher Fertigarzneimittel. Für einige Hopfenbitterstoffe sind anticancerogene Aktivitäten beschrieben worden.
Hopfenzapfen kommen zudem auch als Tee zur Anregung der Magensaftsekretion zur Anwendung. In der Volksheilkunde werden die antibakteriellen Eigenschaften äusserlich zur Behandlung von Geschwüren und Hautverletzungen sowie innerlich bei Blasenkatarrh genutzt. In grossen Mengen dient die Droge in der Bierbrauerei als konservierender und aromatisierender Zusatz. |
Humulus lupulus HAB1; Hopfen, die frischen, kurz vor dem Zeitpunkt der Samenreife gesammelten, möglichst samenarmen Fruchtzapfen.

Anwendungsgebiet: Erkrankungen des Zentralnervensystems, z.B. Nervosität, Schlafstörungen. |
| Der Gattungsname Humulus ist aus dem im frühmittelalterlichen Latein gebräuchlichen humlo hervorgegangen, das wiederum vom slawischen chmel abstammt. Der Artname lupulus stellt die Verkleinerungsform vom lateinischen lupus (Wolf) dar, womit die pflanzenwürgende Eigenschaft des Hopfens hervorgehoben werden sollte. Die Bezeichnung Hopfen wurde im 11. oder 12. Jh. geprägt. Der Anbau erfolgte jedoch in Deutschland und Frankreich bereits im 8. Jahrhundert. |
| Letzte Änderung: 19.02.2010 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung
Art |
Rosales
Cannabaceae
Humulus
Echter Hopfen
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Wiss. Bez. |
Humulus lupulus |
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Kombinationen mit anderen sedativ wirkenden Drogen können sinnvoll sein. |
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