HEILPFLANZEN
Hippophae rhamnoides - Sanddorn
Hippophae rhamnoides (syn. Hippophae angustifolia, H. fasciculata, H. littoralis, H. salicifolia, H. taurica, Rhamnoides hippophae);

Sanddorn (syn. Haffdorn, Meerdorn, Seedorn, Weidendorn),
Hippophae rhamnoides - Sanddorn
Hippophae rhamnoides - Sanddorn
Hippophae rhamnoides - Sanddorn
Hippophae rhamnoides - Sanddorn
Hippophae rhamnoides - Sanddorn
VORKOMMEN
Der Gemeine Sanddorn wird dem eurasischen Florenelement zugeordnet. Sein Verbrei­tungs­schwerpunkt liegt in Ost- und Westasien und umfasst sowohl Sibirien als auch die Volksrepublik China. Das europäische Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Mittel­europa von den Pyrenäen über die Alpen und das Alpenvorland bis zum Kaukasus. Es umfasst das nordwestliche Europa und findet dort seine nördliche Grenze in Norwegen. Die ursprüngliche Heimat des Sanddorns befindet sich in Nepal. Eiszeitliche Verschieb­ungen führten dann zur weiteren Verbreitung. Der Sanddorn bevorzugt nährstoffreiche Sand- und Kiesböden in sonnigen Lagen von der Ebene bis zu 1800 Meter Seehöhe in den Alpen und 5000 Meter Seehöhe in Asien.
MERKMALE
Der sommergrüne Sanddorn besitzt eine strauchförmige Wuchsform und erreicht Wuchs­höhen von einem bis sechs Metern. Er verfügt über ein tiefreichendes und weit­streich­endes Wurzelsystem. Es streckt sich 1,5 bis 3 Meter in die Tiefe, in waagrechter, bzw. schräger Richtung dehnt es sich bis zu 12 Meter nach allen Seiten aus. Von Anfang August bis Anfang Dezember bringt die Pflanze dann die kennzeichnenden sechs bis acht mm langen ovalen orangeroten bis gelben Beeren hervor, die botanisch als Schein-Steinfrüchte bezeichnet werden. Das Fruchtfleisch weist eine dünnbreiige Konsistenz auf und enthält reichlich ätherische Öle. Die Fruchthaut erscheint durch platte, schild­förmige Schuppenhaare getüpfelt. Die steinartigen, aussen braun gefärbten Samen sind länglich-rund geformt und besitzen einen weissen Kern.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Hippophae rhamnoides fructus (syn. Fructus Hippophae, Fructus Hippophae rhamnoides); Sanddornbeeren (syn. Fasanbeeren, Haffdornbeeren, Seedornbeeren), die im Zustand der Vollreife geernteten, ganzen, frischen, tiefgefrorenen oder getrockneten Früchte.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Vitamine:
Ascorbinsäure0,12 % (frische Beeren der Pflanzen des europäischen Küstenareals) bis 1,4 % Ascorbinsäure (frische Beeren der Pflanzen der Berge und Flusstäler des mitteleuropäischen Raumes), Vitamine B (0,1 bis 0,16 %) Vitamin E, Vitamin P.

Organische Säuren:
Äpfelsäure, Chinasäure und Essigsäure.

Carotionoide Farbstoffe:
β-Carotin, γ-Carotin (zusammen 0,04 bis 0,1 %), Kryptoxanthin, Lycopen, Physalien, Xanthophyll, Zeaxanthin (zusammen ca. 0,18 bis 0,25 %).

Zucker:
Mannit, 0,35 % (-)-Quebrachit (in reifen Früchten).

Flavonoide:
In den Beeren sind neben den Flavonolaglyka Isorhamnetin, Kämpferol und Quercetin verschiedene Flavonoide nachweisbar unter anderem Paeonin (Anthocyan), von denen 5 als Isorhamnetinheteroside mit den Zuckern Glucose und Rhamnose identifiziert wurden.

Fette Öle:
Der Fettgehalt der Aussenfrucht wird mit durchschnittlich 7,1 % angegeben; für die Innenfrucht, die im wesentlichen aus dem Keimling mit Speicherkeimblättern besteht, ein Fettanteil von ca. 9 %. Das Fett der Aussenfrucht setzt sich zu ca. 47 % aus gesättigten (fast ausschliesslich Palmitinsäure) und zu ca. 53 % aus ungesättigten Fettsäuren (28,3 % Palmitoleinsäure, 18,4 % Ölsäure, 3,9 % Linolsäure und 2,2 % Linolensäure) zusammen. Im Samenfett überwiegen dagegen die ungesättigten Fettsäuren mit 39,6 % Linolsäure, 21,8 % Linolensäure und 17,4 % Ölsäure gegenüber ca. 21 % gesättigten Fettsäuren (13,2 % Palmitinsäure, 7,6 % Stearinsäure und 0,2 % Myristinsäure). Aus dem unverseifbaren Anteil der Fruchtlipide lassen sich α- und β-Amyrine, Citrostadienol, Erythrodiol, 24-Ethylcholest-7-en-3β-ol, Methylencycloartanol, β-Sitosterol und Uvaol nachweisen.

Aromastoffe:
Die flüchtigen Aromastoffe von Sanddornfrüchten bestehen aus zahlreichen aliphatischen Estern.
ANWENDUNG
Das aus den Früchten gewonnene fette Öl (Oleum Hippophae) wird in Russland äusser­lich zur Prophylaxe und Therapie von Strahlenschäden und zur Wundheilung einge­setzt. In Indien dient die Droge zur Behandlung von Lungenfunktionsstörungen. Die Wirk­samkeit bei diesen Anwendungsgebieten ist nicht belegt. Der Vitamin-C-reiche Fruchtsaft wird zur Vitaminisierung und Aromatisierung von Obst- und Gemüsekonserven verwendet, Säfte und Muse werden zu Reformerzeugnissen verarbeitet.
SONSTIGES
Bis in das 16. Jahrhundert wurde der Sanddorn zur Familie der Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae) gezählt und von Clusius als Rhamnus II bezeichnet. Der Sanddorn wurde Oleaster germanica oder wilder deutscher Olivenbaum genannt.
Letzte Änderung: 28.01.2010 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2.
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.

Wikipedia
Informationen zum Sanddorn (PDF, 669 KB)   

Hippophae rhamnoides - Sanddorn
Hippophae rhamnoides - Sanddorn
Hippophae rhamnoides - Sanddorn
Hippophae rhamnoides - Sanddorn
Hippophae rhamnoides - Sanddorn

  Ordnung
Familie
Gattung
Art
Rosales
Elaeagnaceae
Hippophae
Sanddorn
  Wiss. Bez. Hippophae rhamnoides

Unverletzte Früchte können bei -18 °C über längere Zeit gelagert werden, ohne dass Verluste im Vitamin-C-Gehalt entstehen.

Bei Anpflanzungen des Sanddorns in Gärten sollten wegen seines aus­geprägten Wurzelwekes Rhizom­sperren eingesetzt werden.
Will man die Früchte ernten, muss zu einer weiblichen Pflanze immer auch eine männliche gepflanzt werden.