HEILPFLANZEN
Herniaria glabra - Kahles Bruchktaut
Bruchkraut (syn. Harnkraut, Kahles Bruchkraut, Tausenkorn)
Herniaria glabra - Kahles Bruchktaut
Herniaria glabra - Kahles Bruchktaut
VORKOMMEN
Europa und Asien (Herniaria glabra) ; Mitteleuropa, Mittelmeergebiet und Nordafrika (Herniaria hirsuta). Gelegentlich in Gärten angepflanzt, Handelsware stammt jedoch vorwiegend aus Wildsammlungen.
MERKMALE
Niederliegende Pflanze mit sehr kleinen, unscheinbaren Blättern, Blüten und Früchten. Zwei Arten werden arzneilich genutzt: das Kahle Bruchkraut (H. glabra) und das Beha­arte Bruchkraut (H. hirsuta). Herniaria glabra ist praktisch unbehaart und frischgrün, währ­end Stängel und Blätter von H. hirsuta graugrün und dicht behaart sind.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Herba Herniariae (syn. Herniariae herba); Harnkraut (syn. Bruchkraut), die zur Blütezeit gesammelten und getrocknetem, ganzen oder geschnittenem oberirdischen Teile.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Der Saponingehalt beträgt bis zu 9%; Hauptwirkstoffe sind Derivate der Medicagensäure, 16α-Hydroxymedicagensäure und Gypsogensäure. Flavonoide machen bis zu 1,2% des Trockengewichtes aus (vorwiegend Quercetin- und Isorhamnetinderivate). Gerbstoffe und Cumarine wie Umbelliferon und Hemiarin sind in geringen Mengen vorhanden. Die beiden Arten sind sehr ähnlich, man kann jedoch von gewissen quantitativen Unter­schied­en bei den Hauptwirkstoffen ausgehen.

Medicagensäure Herniarin
ANWENDUNG
Die Droge wird traditionell zur Diurese bei Nieren- und Blasenproblemen verwendet. Sie wird volksmedizinisch bei chronischer Blasen- und Harnröhrenentzündung, schmerzhaf­tem Harndrang, und Atemwegserkrankungen, Arthritis und Rheuma, wie auch zum „Blut­reinigen” eingesetzt. Im Namen Herniaria bzw. Bruchkraut findet die Annahme Aus­druck, das Kraut könne Hernien heilen.
PHARMAKOLOGIE
Die Saponine und Flavonoide gelten als Hauptwirkstoffe, ihre Pharmakologie wurde je-doch noch nicht untersucht. Die Droge besitzt offenbar schwach krampflösende Aktivität, doch Wirksamkeit und therapeutischer Nutzen in der Behandlung von Harnwegs­be­schwer­den wurden bisher nicht durch moderne Studien belegt.
ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG
Zur Diurese: 1,5 g Droge auf 1 Tasse kaltes Wasser geben und kurze Zeit kochen, zwei- bis dreimal täglich. Einige urologische Fertigarzneimittel und Tees (Nieren- und Blasen­tee) enthalten Herniaria oder ihre Extrakte.
HOMÖOPATHIE
Herniaria glabra HAB1; Harnkraut, die frischen, oberirdischen Teile blühender Pflanzen. Anwendungsgebiet: Erkrankungen der Niere und ableitenden Harnwege.
SONSTIGES
Der Gattungsname Herniaria ist lateinischer Herkunft (hernia = Bruch) und bezieht sich auf die frühere Verwendung der Pflanze gegen Bruchleiden. Der Artname glabra (kahl) kennzeichnet den Unterschied zum behaarten Bruchkraut (hirsutum = rauhhaarig). Erste Hinweise über die arzneiliche Nutzung der Pflanze stammen aus dem 16. Jh. und zwar zunächst als Mittel gegen Leistenbrüche, später auch als harntreibende Droge.
Letzte Änderung: 16.08.2011 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.

Wikipedia

Herniaria glabra - Kahles Bruchktaut

  Ordnung
Familie
Gattung
Caryophyllales
Caryophyllaceae
Herniaria
  Wiss. Bez. Herniaria glabra

Das Kahle Bruchkraut wächst ursprünglich auf Sand­trockenrasen und in Heiden. Heute trifft man es meistens an sandigen Ruderalstellen wie z. B. in Pflaster­ritzen von selten begangenen Ver­kehrs­inseln oder zwischen den Steinen von Dämmen.

Traditionelle Medizin
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