| HEILPFLANZEN | Hedera helix - Efeu |
| Hedera helix (syn. Hedera caucasigena, H. chrysocarpa, H. taurica); Efeu (syn. Baumtod, Eppig, Immergrün, Mauerewig, Mauerranke, Rankenefeu, Totenranke, Wintergrün) |
Botanische Familie: Araliaceae |
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| VORKOMMEN |
| In ganz Europa und Westasien. |
| MERKMALE |
| Holzige, immergrüne Kletterpflanze, deren nichtblühende Triebe (Jugendform) mit Hilfe von Luftwurzeln klettern. Die Blätter der Jugendform sind 3- bis 5-lappig und wesentlich kleiner als die grossen, eiförmigen Blätter der Altersform. Die unscheinbaren Blüten erscheinen im Spätsommer und stehen in kugeligen Blütenständen; die Früchte sind blauschwarz. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Hederae helicis folium (syn. Folia Hederae, Folia Hederae arboreae, Folia Hederae communis, Folia Hederae helicis, Folia Hederae maioris, Folia Hederae nigrae, Folia Helicis, Herba hederae helicis); Efeublätter (syn. Adamsblätter, Ivenblätter, Rampelblätter), die getrockneten Laubblätter. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
| Die Blätter enthalten 5-8% bidesmosidische Saponine mit Oleanolsäure, Hederagenin und Bayogenin als Aglykone. Diese sogenannten Hederasaponine werden als Hederacoside B bis I benannt. Von diesen ist Hederasaponin C (=Hederacosid C) der Hauptinhaltsstoff (Anteil bis zu 7%). In trocknenden Blättern können sich durch Hydrolyse die stärker wirkenden monodesmosidischen Saponine bilden. Ausserdem liegen vor: verschiedene Phenolverbindungen, ferner Polyacetylen, typischerweise Falcarinol, Falcarinon und 11-Dehydrofalcarinol. Das angebliche Vorkommen der Alkaloide Emetin und Cephaelin muss angezweifelt werden, da diese Behauptung durch keine neueren Untersuchungsergebnisse bestätigt werden konnte. Die Früchte haben einen hohen Saponingehalt und sind angeblich für den Menschen giftig. |
| PHARMAKOLOGIE |
| Die expektorierenden Eigenschaften der Saponine können durch eine indirekte Reizung des Nervus vagus im Magen erklärt werden. In mehreren placebokontrollierten Doppelblindstudien konnte die Wirksamkeit bei chronisch-obstruktiver Bronchitis mit wenigen oder keinen Nebenwirkungen gezeigt werden. Die Saponine (oder ihre monodesmosidischen Derivate) sind in höheren Konzentrationen zytotoxisch und haemolytisch. Falcarinol ist ein Hautallergen, das aus anderen Araliaceen, z. B. Schefflera-Arten, bekannt ist. |
| ANWENDUNG |
| Blattextrakte hei Husten (auch Keuchhusten), spastischer Bronchitis und chronischem Atemwegskatarrh. Vielversprechend ist auch die Anwendung gegen Candida albicans sowie gegen Parasiten und Mollusken. Holzextrakte vorwiegend in Cremes, Lotionen und Shampoos zum Erweichen, ferner um Juckreiz bei Hautproblemen zu lindern sowie in äusserlichen Anticellulitisprodukten. |
| ANMERKUNG |
| Frische Efeublätter und der Blattsaft können allergische Kontaktdermatitiden verursachen. |
| HOMÖOPATHIE |
| Hedera helix HAB1; Efeu, die frischen, unverholzten Triebe. Anwendungsgebiet: Erkrankungen der Schilddrüse, akute Entzündungen der oberen und unteren Atemwege, des Magen-Darm-Traktes, der Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse sowie des Stütz- und Bewegungsapparates. |
| SONSTIGES |
Hedera, der lateinische Name des Efeu, wurde bereits von Virgil und Plinius gebraucht und leitet sich vom griechischen hédra (das Sitzen) ab, bezugnehmend auf das Haften der Pflanze an der Unterlage, und helix kommt vom griechischen helissein (winden, herumdrehen). Der Efeu hatte bereits im klassischen Altertum Bedeutung als Arzneipflanze sowie für kultische Zwecke, unter anderem auch für ornamentale Darstellungen. Im alten Ägypten galt der Efeu der Osiris und bei den Griechen dem Dionysos und Bacchus heilig. Als Symbol der Geselligkeit, Heiterkeit und Freundschaft gilt der Efeu bis in die Neuzeit. |
| Letzte Änderung: 13.11.2008 / © W. Arnold |