| HEILPFLANZEN |
Harpagophytum procumbens - Afrikanische Teufelskralle |
Harpagophytum procumbens (syn. Harpagophytum burcherllii);

Teufelkralle (syn. Afrikanische Teufelskralle, Trampelklette). |
| Südliches Afrika (Kalaharigebiet, von Angola bis Namibia, Botswana und Südafrika). Versuchspflanzungen existieren, doch die Handelsware stammt fast ausschliesslich aus Wildsammlungen. |
| Mehrjährige, niederliegende Pflanze mit dicker Primärwurzel, die von mehreren knollenförmigen Sekundärwurzeln begleitet wird. Die Pflanze hat grau-grüne, unregelmässig gelappte Blätter, gelbe oder violette Trichterblüten und typische Samenkapseln, die armartige, mit Haken besetzte Auswüchse tragen (daher der Trivialname, jedoch nicht zu verwechseln mit der europäischen Gattung Phyteuma - Teufelskralle). Ausser der offizinellen Harpagophytum procumbens existiert eine zweite, ähnliche Art (Harpagophytum zeyheri), die wegen ihrer Variabilität nicht immer zur arzneilichen Anwendung geeignet ist. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
Harpagophyti radix (syn. Radix Harpagophyti, Tubera Harpagophyti);

Teufelskrallenwurzel (syn. Afrikanische Teufelskrallenwurzel), die in Scheiben oder Stücke geschnittenen oder gepulverten, getrockneten, knolligen Sekundärwurzeln; |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE [1,4] |
Die sekundären Speicherwurzeln enthalten 1-3% Iridoidglucoside, vor allem Harpagosid (ein Zimtsäureester des Harpagids) und wenig p-Cumaroyl-harpagid sowie kleine Anteile an Procumbid und Harpagid. Begleitet werden die Iridoide von Phenolglykosiden wie Acteosid und Isoacteosid. Die Droge besitzt einen ungewöhnlich hohen Anteil an wasserlöslichen Substanzen, insbesondere an Kohlenhydraten (Hauptkomponente Stachyose, ein Tetrasaccharid aus Galactose-Galactose-Glucose-Fructose), ferner Raffinose, Saccharose und Glucose. Weitere Bestandteile sind kleine Mengen an Flavonoiden, Triterpenen, Sterolen, Fetten und Wachsen.
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| Klinische Studien belegen einen deutlichen Nutzen bei der Behandlung von Rheuma und Schmerzen in der Lendenwirbelsäule. Iridoidglykoside (bzw. ihre Metabolite) hemmen die Cyclooxygenase, was die leicht schmerzstillende und entzündungshemmende Aktivität erklärt. Der bittere Geschmack (möglicherweise auch der Nutzen für die Behandlung von Verdauungsstörungen) beruht auf dem Gehalt an Iridoidglykosiden. |
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Die Teufelskralle wird vor allem in Form eines Trockenextraktes als Antirheumatikum bzw. zur unterstützenden Behandlung bei Beschwerden des „rheumatischen Formenkreises” angewendet. Uber die analgetischen, antiphlogistischen und antiarthritischen Wirkungen liegen bereits seit längerer Zeit Berichte vor, die durch neuere Untersuchungen bestätigt wurden.

Harpagosid sowie Extrakte der Droge hemmen die Biosynthese der Cysteinyl-Leukotriene und der Abbauprodukte von Thromboxanen im menschlichen Blut, das durch Jonophore A-23187 stimuliert war. Die therapeutische Relevanz dieser Resultate wird deutlich, da bekanntlich Prostaglandine und Leukotriene bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises eine wichtige Rolle spielen. Gute therapeutische Resultate konnten mit Extrakten der Droge bei degenerativen Erkrankungen der Skelettmuskulatur bzw. des Bewegungsapparates erzielt werden sowie bei starken Rückenschmerzen (placebokontrollierte Doppelblindstudien. Inzwischen liegen auch Untersuchungen zum Metabolismus von Harpagosid und anderen Iridoiden durch Darmbakterien vor.

Schliesslich wird die Droge auf Grund der Bitterwirkung der enthaltenen Iridoide auch bei Appetitlosigkeit sowie dyspeptischen Beschwerden angewandt. In der südafrikanischen Volksmedizin wird die Droge bei Verdauungsstörungen als bitteres Tonikum, bei Bluterkrankungen, als Fiebermittel, als Schmerzmittel und bei Schwangerschaftsbeschwerden genutzt.

In Europa lauten die volksmedizinischen Indikationen: Stoffwechselkrankheiten, Arthritis, Leber-, Gallen-, Nieren-, Blasenleiden, Allergien und allgemeine Alterserscheinungen. Die immer wieder erwähnte Verwendung als Antidiabetikum ist nicht berechtigt. |
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Harpagophytum procumbens HAB1; Teufelskralle, die vor dem Trocknen zerkleinerten, dicken, seitlichen Speicherwurzeln.

Anwendungsgebiet: Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates (Rheuma) sowie der Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse. |
| Der Gattungsname ist vom griechischen harpagos (Enterhaken) wegen der Widerhaken an der holzig werdenden Frucht, abgeleitet, während der Artname procumbens auf den niederliegenden Strauch hinweist. Die Eingeborenen im südlichen Afrika kannten die Droge schon seit langer Zeit und nutzten sie in ähnlicher Weise wie heute in Europa bei Magen- und Darmleiden sowie bei rheumatischen Zuständen. |
| Letzte Änderung: 01.11.2009 / © W. Arnold |
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| 1. |
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
| 2. |
A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
| 3. |
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
| 4. |
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
| 5. |
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
| 6. |
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
| 7. |
Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
| 8. |
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung
Art |
Lamiales
Pedaliaceae
Harpagophytum
Afrikanische Teufelskralle |
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Wiss. Bez. |
Harpagophytum procumbens |
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Die Wirksamkeit einer Einnahme von Teufelskralle setzt erst nach 2 bis 4 Wochen ein, daher ist sie zur Behandlung akuter Schmerzen nicht geeignet. |
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Über die Inhaltsstoffe der oberirdischen Teile ist wenig bekannt. |
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Die wildwachsende Teufelskralle ist mittlerweile stark bedroht. Um den Bestand zu erhalten, ist ein schonender Umgang mit den Wildbeständen sowie die Kultur der Pflanze dringend nötig. |
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Präparate aus der Teufelskralle sollten während Schwangerschaft oder Stillzeit nicht angewandt werden, da keine Daten zur Sicherheit und Unbedenklichkeit vorliegen. |
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Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre. Bei Gallensteinleiden nur nach Rücksprache mit einem Arzt anzuwenden. |
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