HEILPFLANZEN
Grindelia robusta - Grindelie
Grindelia robusta - Grindelie
Grindelia robusta - Grindelie
VORKOMMEN
Grindelia robusta ist im westlichen Nordamerika beheimatet und wird gelegentlich als Zier­pflanze gezogen. Die Heilpflanze wird in kleinen Mengen auch in Mitteleuropa ange­baut.
MERKMALE
Grindelia robusta ist eine bis zu 1m hoch wachsende, ausdauernde Pflanze mit auf­rech­tem Stängel und endständigen, gelben Blütenköpfchen. Ein charakteristisches Merkmal dieser Pflanze bilden grosse, kugelige Drüsen, die an den Köpfchen ein harziges Sekret absorbieren. Die Pflanze blüht im Juli.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Grindeliae herba (syn. Flores Grindeliae, Herba Grindeliae, Stipites Grindeliae, Summitates Grindeliae); Grindeliakraut, die getrockneten, während der Blütezeit gesammelten, blü­hen­den Stengelspitzen und Blätter.

Als drogenliefernde Arten sind G. squarrosa, G. camporum, G. rohusta und G. humilis zugelassen.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
MatricarianolDiterpene (10-20 % Harzanteil, vor allem Grindeliasäure und weitere 14 Grindelan-Diterpene), Flavonoide (Kämpferolether, Luteolin, Quercetin und Quercetinether, Acacetin, Kumatakenin), Polyine, unter anderem Matricarianol und Matricariaester, ätherisches Öl (0,3 %, komplexer Zu­sam­men­setz­ung), Triterpensaponine (mit Bayogenin, Echinocystsäure, Oleanolsäure, Grindeliasapogenin D und Polygalasäure als Aglyka), Gerbstoffe, Phenolcarbonsäuren, unter anderem Chlorogensäure, p-Cumarsäure, Ferula­säure, Kaffeesäure und Vanillinsäure, Hentriacontan sowie Phytosterole.
PHARMAKOLOGIE
Grindelia-Arten sind in vitro gegen Bakterien und Pilze aktiv; diese Wirkung ist plausibel durch die verschiedenen in der Droge enthaltenen Terpene, die die Stabilität von Bio­mem­branen beeinflussen, und die phenolischen Inhaltsstoffe, die Proteine über nicht kovalente Bindungen mit phenolischen OH-Gruppen inaktivieren. Auch krampflösende und entzündungshemmende Effekte wurden experimentell nachgewiesen.
ANWENDUNG
Grindelia-Arten werden traditionell angewendet bei Husten, Atemwegskatarrh, ein­schliess­lich Asthma und Bronchitis. Äusserlich soll die Droge bei Hautproblemen, Wun­den und Ekzemen wirksam sein. Traditionelle Verwendung bei Harn­wegs­ent­zünd­ungen, Magendarmkrämpfen und Arteriosklerose.
HOMÖOPATHIE
Grindelia robusta HAB1, die getrockneten oberirdischen Teile blühender Pflanzen. 

Anwendungsgebiete: Asthmatische Erkrankungen mit schwerlöslichem Schleim.
SONSTIGES
In der 2. Hälfte des 18. Jh. war die Droge in Kalifornien als Wundheilmittel allgemein in Gebrauch. 1875 wurde darüber berichtet, dass die Droge bei Vergiftung mit Rhus toxi­co­den­dron (Rhus-Arten) eine spezifische Antidot-Wirksamkeit haben und günstig bei Milz­tumoren wirken sollte. In der amerikanischen Volksheilkunde wird die Droge neben der erwiesenen Wirksamkeit bei Katarrhen der oberen Luftwege auch heute noch vielfältig genutzt.
Letzte Änderung: 16.02.2009 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.

Wikipedia

Grindelia robusta
Grindelia robusta

  Ordnung
Familie
Gattung
Art
Asterales
Asteraceae
Astereae

Grindelie
  Wiss. Bez. Grindelia robusta

Der Gattungsname Grindelia stammt von dem deutschen Botaniker David Grindel (1766-1836), nach dem die Gattung benannt wurde; robusta = stark, kräftig.

In Kalifornien wird die Species Grin­delia squarrosa schon seit dem 18. Jahrhundert als Heilmittel geschätzt.

Traditionelle Medizin, Pharma
Kommission E: positive Bewertung