| HEILPFLANZEN |
Glycyrrhiza glabra - Süssholz, Lakritze |
Glycyrrhiza glabra (syn. Glycyrrhiza glandulifera, G. hirsuta, G. officinalis, G. pallida, G. violacea, Liquiritia officinalis, L. officinarum);

Süssholz (syn. Deutsches Süssholz, Gemeines Süssholz, Lakritze, Lakritzen, Spanisches Süssholz). |
| Mittelmeergebiet bis Zentralasien; in vielen Teilen der Welt angebaut. Gedeiht gut in meinem Garten. |
| Mehrjährige, bis 1 m hohe Pflanze mit verzweigtem Rhizom und verholzten Trieben, gefiederten Blättern und hellvioletten bis weissen Blüten. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Liquiritiae radix (syn. Glycyrrhizae radix, Radix Glycyrrhizae, Radix Liquiritiae); Süssholzwurzel (syn. Lakritzenwurzel, Russisches Süssholz, Spanisches Süssholz, Süssholz), die geschälten oder ungeschälten, getrockneten Wurzeln und Ausläufer. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Verschiedene Flavonoide, eine Vielzahl von Isoflavonoiden sowie Chalcone kommen vor. Die Haupt-Flavonoide und -Chalcone in der frischen Wurzel (Liquiritin bzw. Isoliquiritin) werden bei der Trocknung teilweise hydrolysiert. Das Haupt-Triterpensaponin ist Glycyrrhizinsäure (2-15%) und sein Aglykon Glycyrrhetinsäure kommen gemeinsam mit 24-Hydroxyglycyrrhetinsäure (diese ist 50—100 Mal süsser als Zucker) und verschiedenen weiteren Saponinen vor.

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| Versuche belegen, dass Glycyrrhizin- und Glycyrrhetinsäure schwach an Corticoidrezeptoren (Glucocorticoide, Aldosteron) binden; dies könnte die entzündungshemmenden Eigenschaften erklären. Das Vorkommen von Saponinen macht die expektorierenden, sekretolytischen und sekretomotorischen Eigenschaften plausibel. Ferner besitzt Süssholz gewisse antivirale, antibakterielle, zytotoxische, antihepatotoxische, antioxidative, antihistaminerge und immunstimulierende Eigenschaften. Geschwürheilende Aktivitäten konnten in klinischen Studien bisher nicht bestätigt werden. |
| Seit der Antike bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür sowie Gastritis und Husten. Ferner zur symptomatischen Behandlung von Verdauungsbeschwerden (Völlegefühl und Blähungen) sowie äusserlich bei Hautleiden. Zur Gewinnung von Glycyrrhizinsäure (äusserlich wegen ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften genutzt, insbesondere bei Hautjucken, Hämorrhoiden, Sonnenbrand und Insektenstichen). |
| Glycyrrhiza glabra HAB34, die getrocknete Wurzel. |
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| Der Gattungsname Glycyrrhiza, der bereits im Altertum gebräuchlich war, leitet sich vom griechischen glykys (süss) und rhiza (Wurzel) ab. Auch später geprägte Namen wie Liquiritia, Lakrize oder Likrizen sind Umwandlungen von Glycyrrhiza. Der lateinische Artname glabra (kahl, klebrig) weist auf die unterseits drüsig-klebrigen Blätter hin. Das Süssholz wurde bei den alten Griechen und Römern ausserordentlich geschätzt. So rühmten bereits Dioskurides und Theophrast den Saft der Wurzel als gutes Mittel bei Husten und Rachenkatarrh. Die Anwendung der Droge fand im Mittelalter grosse Beachtung, so auch in den bekannten Kräuterbüchern. In Bamberg wurde beispielsweise im 15. Jh. die "Süssholzkultur" eingeführt, die im 16. Jh. noch sehr ausgedehnt wurde. Noch heute ist das Süssholz ein Wahrzeichen der Stadt. Im Mittelalter erfolgte auch eine Umwandlung des griechischen Namens Glykyrrhiza in das barbaro-lateinische Liquiritia, wie er auch noch heute existiert. |
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| Letzte Änderung: 24.01.2011 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung |
Fabales
Fabaceae
Glycyrrhiza
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Wiss. Bez. |
Glycyrrhiza glabra |
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Am bekanntesten ist Lakritze als die aus der Pflanze gewonnene, gleichnamige Süßigkeit. In Tees findet Lakritze ebenfalls Verwendung. |
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Den Weltrekord im Lakritzeverbrauch halten die Niederländer mit 2 Kilogramm pro Person und Jahr. |
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In hoher Dosis und bei längerdauernder Einnahme (4 Wochen) können die mineralocorticoiden Aktivitäten von Süssholz einen Bluthochdruck fördern. |
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