Referenzierte Literatur
Spacer Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
Spacer Teuscher / Melzig / Lindequist: Bio­gene Arzneimittel; Wissen­schaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2012.
Spacer Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
Spacer M. Wichtl; Teedrogen und Phyto­pharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
Spacer H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Spacer Hagers Enzyklopädie der Arznei­stoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Spacer Wikipedia; Freie Enzyklopädie
Spacer L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.


Links
Spacer Wikipedia
Spacer A. Weinzierl: Gundelrebe, eine altbekannte Heilpflanze ; Natürlich 4-2007 (PDF, 609 KB)


Weitere Bilder
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Glechoma hederacea


Systematik
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Familie:
Lamiaceae
 
Unterfamilie:
Nepetoideae
 
Gattung:
Glechoma
 
Art:
Gundermann
 
Wiss. Name:
Glechoma hederacea


Weitere Informationen
Spacer Vor der Kultivierung des Hopfens wurde der Gundermann aufgrund seiner Bitterstoffe zur Konservierung von Bier genutzt.


Warnung
Spacer Die Pflanze gilt als schwach giftig!


 

 

HEILPFLANZEN

Glechoma hederacea
- Gundermann, Gundelrebe

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Glechoma hederacea (syn. Calamintha hederacea, Chamaeclema hederacea, Nepeta glechoma, N. hederacea);
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Gundermann (syn. Erdefeu, Gundelrebe).
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Glechoma hederacea
Glechoma hederacea
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VORKOMMEN

Der Gundermann ist im Grossteil Europas verbreitet. Er fehlt nur auf den Balearen, Kreta, den Färöern, Island, Spitzbergen und in der Türkei. In Mitteleuropa ist er sehr häufig. Er kommt ausserdem in West- und Nordasien bis Japan, Hongkong und Tonkin vor. In Neuseeland, USA und Kanada wurde er durch den Menschen eingeschleppt.
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MERKMALE

Ausdauerndes Kraut mit kriechendem, an den unteren Knoten wurzelndem, auch im Winter belaubtem Hauptstengel. Sprosse meist zerstreut kurzhaarig, seltener ganz kahl oder dicht zottig behaart. Stengel vierkantig, bis zu 50 cm lang und bis zu 2 mm dick und ebenso wie die Blattstiele häufig blauviolett überlaufen. Laubblätter kreuzgegenständig; Blattstiele an den aufrechten Sprossen 0,5 bis 2 cm und an den kriechenden Sprossen 3 bis 9 cm lang. Die Laubblätter nierenförmig bis breit-herzförmig; 1,5 bis 3 cm lang und ebenso breit, grob gekerbt, oberseits dunkelgrün, unterseits heller grün. Blüten in zwei- bis sechsblütigen Scheinquirlen in den Achseln der Laubblätter. Blütenkrone (Corolla) 15 bis 22 mm lang, zweilippig, blassviolett, seltener rotviolett oder weiss; Nüsschen ca. 2 mm.
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DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

Glechomae hederaceae herba (syn. Herba Glechomae, Herba Hederae terrestris); Gundelrebenkraut (syn. Erdefeukraut, Gundermannkraut), die während der Blüte gesammelten und getrockneten oberirdischen Teile.
Sammlung aus Wildbeständen; Hauptsächlich Südosteuropa (Bulgarien, Rumänien, ehemaliges Jugoslawien, Türkei).
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WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

Ätherisches Öl: Die frische Pflanze weist bis zu 0,03 % grünes, die getrocknete Pflanze bis zu 0,06 % dunkelbraunes ätherisches Öl auf das vor allem Monoterpen-Ketone und Sesquiterpene enthält.
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Sesquiterpenoide: Glechomafuran, Glechomanolid.
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Zimtsäurederivate: Rosmarinsäure: 1,48 % im Blatt, 0,10 % im Stengel; der Gehalt nimmt stark ab, wenn das Kraut bei Temperaturen über 50 °C getrocknet wird. Kaffeesäure, Ferulasäure und Sinapinsäure.
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Flavonoide: Neben Cymarosid, Cosmosyin (= Apigenin-7-glucosid) und Luteolin-7-diglucosid wurden die Quercetinglykoside Hyperosid und Isoquercitrin nachgewiesen.
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Triterpencarbonsäuren: α- und β-Ursolsäure, 2 α- und 2 β-Hydroxyursolsäure, Oleanolsäure, Hydroxyfettsäuren: 9-Hydroxy-10-trans,12-cis-octadecadiensäure.
Glechomafuran, Glechomanolid
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PHARMAKOLOGIE

Die Droge soll antiinflammatorisch wirken; die Wirkung soll auf dem Triterpen-Gehalt (Ursol- und Oleanolsäure) der Droge beruhen. Exp. Belege hierzu liegen nicht vor.
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ANWENDUNG

in der Volksheilkunde bei Magen-Darm-Katarrhen, Durchfall, Husten und Bronchialleiden. Auch als Diuretikum und zur Wundheilung sowie bei Menstruationsbeschwerden wird die Droge verwendet. In Italien kommt die Gundelrebe bei Arthritis und Rheuma zum Einsatz. Die Wirksamkeit bei den genannten Anwendungsgebieten konnte bis jetzt nicht belegt werden.
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ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG

Gebräuchliche Einzeldosis der getrockneten Droge: Innerlich: 2 bis 4 g.
Äusserlich: Bei Rheuma und Arthritis werden die gerebelten Blätter auf die betroffenen Körperstellen aufgelegt
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HOMÖOPATHIE

Glechoma hederaceae HAB34, die frischen, zur Blütezeit geernteten, oberirdischenTeile.
Anwendungsgebiet: Hämorrhoiden, Durchfall.
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SONSTIGES

Die Gundelrebe ist ein beliebtes Volksheilmittel und war bereits bei den Germanen eine geschätzte Heilpflanze, die bei Erkrankungen der Atemwege, der Verdauungswege, bei Blasen- und Steinleiden sowie bei Wechselfieber eingesetzt wurde. Der Gattungsname ist vom griechischen glechon abgeleitet, das dem antiken Namen für Poleiminze entspricht. Der Artname hederacea ist wegen der Efeu-ähnlichen Blätter vom lateinischen hedera (Efeu) übernommen.
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Letzte Änderung: 24.05.2013 / © W. Arnold
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