| HEILPFLANZEN |
Ginkgo biloba - Ginkgo, Ginkgobaum |
Ginkgo biloba (syn. Pterophyllus salisburiensis, Salisburia adiantifolia, S. macrophylla)

Ginkgobaum (syn. Elefantenohrbaum, Entenfussbaum, Fächerblattbaum, Mädchenhaarbaum, Tempelbaum) |
| In China, Korea und Japan beheimatet. Beliebter Zierbaum; im kommerziellen Massstab in China, Frankreich und den USA angebaut. Als „lebendes Fossil” hat die Art ihre Morphologie seit fast 200 Millionen Jahren wenig verändert. |
| Grosser, bis 35 m hoher Baum mit männl. und weibl. Zapfen auf verschiedenen Bäumen. Die fächerförmigen, häufig zweilappigen Blätter sind parallelnervig. Die fleischige gelbe Aussenschicht der weibl. Zapfen riecht unangenehm nach Buttersäure; der innen liegende, Samenkern („Ginnan") ist jedoch essbar und gilt in China als Delikatesse. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
1. Ginkgo folium (syn. Folia Ginkgo, Ginkgo bilobae folium); Ginkgo-biloba-Blätter (syn. Ginkgoblätter), die getrockneten Laubblätter.

2. Semen Ginkgo Ginkgo-biloba-Samen (syn. Ginkgonüsse, Ginkgosamen, fälschlicherweise auch Ginkgofrüchte). |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
1. Ginkgo folium Die Droge enthält 0,5-2 % Flavonolglykoside, vor allem Kämpferol-, Quercetin- und Isorhamnetinderivate, 0,4-2 % Biflavone, unter anderem Amentoflavon, Bilobetin und Ginkgetin, Isoginkgetin, Sciadopitysin, 4-12 % Proanthocyanidine, komplexe Diterpenlactone (Ginkgolide) Bilobalid (Sesquiterpen), Ginkgolsäure sowie Polyprenole.

2. Semen Ginkgo Die harzig-fleischige Aussenhaut enthält unter anderem Ginkgolsäure, Ginkgol, Ginnol, Bilobol und 4-Methoxypyridoxin; die Samenanlage etwa 68 % Stärke, 13 % Proteine, Lipide und Pentosane.


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| Durch fortlaufende Untersuchung von Spezialextrakten wurde eine Vielzahl von biologischen Aktivitäten nachgewiesen. Von besonderem Interesse ist die Hemmung des Platelet Activating Factor (PAF) und der Acetylcholinesterase. In mehreren kontrollierten klinischen Studien konnte die Wirksamkeit von Ginkgo-Extrakten bei der Behandlung von Patienten mit Demenz, Tinnitus und peripheren Durchblutungsstörungen belegt werden. |
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1. Ginkgo folium Extrakte aus der Droge werden zur Behandlung von Hirnleistungs- und Hirndurchblutungsstörungen in der Geriatrie eingesetzt. Dabei wird die durchblutungsfördernde und gefässerweiternde Wirkung des komplexen Inhaltsstoffgemisches genutzt. Therapiert werden insbesondere Patienten mit Demenzformen, depressiven Verstimmungen, Schwindel, Kopfschmerzen, Tinnitus sowie Durchblutungsstörungen in den Beinen ("Schaufensterkrankheit"). Hier finden sie weitere Informationen zu Ginkgo biloba.

2. Semen Ginkgo In der traditionellen chinesischen Medizin werden Ginkgosamen bei Asthma, Tuberkulose sowie Nierenerkrankungen eingesetzt. Die Droge riecht wegen der enthaltenen Buttersäure stark ranzig. Darüber hinaus werden die gerösteten Samenanlagen in Ostasien als Delikatesse geschätzt. |
Gingko biloba HAB1; die frischen Blätter.

Anwendungsgebiete: bei Mandelentzündung, Kopfschmerz, Schreibkrämpfen. |
| Der Ginkgobaum ist ein "lebendes Fossil", einzige Art einer rezenten Pflanzenfamilie, der in China und Japan als Tempelbaum seit Urzeiten kultiviert und für Heilzwecke eingesetzt wurde. |
| Letzte Änderung: 30.03.2010 © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung
Art |
Ginkgoales
Ginkgoaceae
Ginkgo
Ginkgo
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Wiss. Bez. |
Ginkgo biloba |
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Die Verwendung der Blätter als Heilmittel ist bereits in der Sammlung Shen nung pen Ts'ao king belegt, die zwischen 300 v. Chr. und 200 n. Chr. entstanden sein soll. |
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Neuere kontrollierte Studien belegen, dass der Einsatz von Ginkgo-Präparaten bei Tinnitus keine über einen Placeboeffekt hinausgehenden Verbesserungen bringt. |
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Der Ginkgo ist mit keiner heute lebenden Pflanze näher verwandt. |
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Traditionelle Medizin
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Kommission E: positive Bewertung |
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klinische Studien: positiv |
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