| HEILPFLANZEN |
Geum rivale - Bachnelkenwurz |
Geum rivale (syn. Caryophyllata aquatica, C. rivalis, Geum nutans)
Bachnelkenwurz (sym.. Blutströpfchen) |
| Die Art ist zirkumpolar verbreitet und fehlt in Europa nur im Mittelmeerraum. Als Standorte werden Feucht- und Nasswiesen, Gräben, Ufer, Auwälder und andere feuchte Wälder sowie Hochstaudenfluren mit sickernassen, nährstoffreichen Böden bevorzugt. Die Pflanze dringt in den Alpen bis in Höhen von 2000 Meter vor. Die Bach-Nelkenwurz gilt als Nährstoffzeiger und bevorzugt kühl-humides Klima. |
| Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 20 und 60 Zentimetern und hat einen locker verzweigten, mehrblütigen Stängel. Die nickenden Blüten haben etwa gleichlange Blütenhüllblätter: aussen rötliche (purpur-braune) Kelchblätter und innen gelbe Kronblätter, die am Rand rötlich werden. Es gibt einen braunroten Aussenkelch. Die Blüte besitzt mehr als 10 (viele) Staubblätter, der Griffel ist zweigliedrig. Die Klettfrucht mit hakigen Griffeln (bleiben erhalten) ist im Gegensatz zu den Blüten jedoch aufrecht. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Caryophyllatae aquaticae rhizoma (syn. Radix Caryophyllatae aquaticae, Rhizoma Caryophyllatae aquaticae); Bachnelkenwurz (syn. Sumpfnelkenwurz, Ufernelkenwurz, Wasserbenediktenwurzel, Wassernelkenwurz), die getrockneten unterirdischen Teile. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Caryophyllatae aquaticae rhizoma enthält wenig ätherischem Öl, dessen Hauptbestandteil Eugenol ist. 15,7 % Gerbstoffe in den Wurzeln und 27,3 % in den Rhizomen. An phenolischen Verbindungen sind Gein und Phloroglucin enthalten.

Die Pflanze enthält 16,9 % Gerbstoffe in den Blättern und 7,0 % in den Stengeln, wobei es sich hauptsächlich um Gallo- und Ellagitannine handelt. Hauptgerbstoff der Blätter ist das dimere Ellagitannin Sanguiin H-6 (cytotoxisch etwa halb so aktiv wie Pedunculagin), begleitet von den monomeren Casuarictin, Pedunculagin, Potentillin und Tellimagrandin I. Der Gerbstoffgehalt in der ganzen Pflanze erreicht im Frühjahr sein Maximum und nimmt während der Blütezeit und Fruchtbildung ab.
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Innerlich: Bei Durchfallerkrankungen, Verdauungsstörungen und Appetitlosigkeit, weiterhin Verwendung bei Husten. Die Wirksamkeit bei den genannten Anwendungsgebieten ist nicht belegt.

Äusserlich: Als Gurgelmittel bei Mundkrankheiten. Aufgrund der adstringierenden Wirkung ist eine Wirksamkeit bei äusserlicher Anwendung plausibel, doch ist die Wirksamkeit nicht hinreichend dokumentiert.
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| Geum rivale HAB34; Nelkenwurz, die frischen blühenden Pflanzen. |
| Die Gattungsbezeichnng wird etymologisch auf das griechische geuein (schmecken) zurückgeführt und weist auf den aromatischen Geruch der Wurzel hin. Die Artnamen beziehen sich auf die bevorzugten Standorte, nämlich urbanus (städtisch, an Mauern wachsend) und rivalis (am Bach vorkommend). |
| Letzte Änderung: 15.10.2011 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung |
Rosales
Rosaceae
Geum
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Wiss. Bez. |
Geum rivale |
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Der Wurzelstock wurde als Nelkenersatz beim Kochen verwendet und aromatisierte auch Liköre; die Blätter können in Salaten etc. verwendet werden. |
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Die Bach-Nelkenwurz wurde von der Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen unter Vorsitz von Loki Schmidt zur „Blume des Jahres 2007“ auserkoren. |
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Traditionelle Medizin
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