HEILPFLANZEN
Geranium robertianum - Ruprechtskraut, Storchenschnabel
Geranium robertianum (syn. Geranium foetidum, G. graveolens, G. robertiella robertianum, G. robertium vulgare, G. rubellum, G. rupertianum);

Ruprechtskraut (syn. Bockskraut, Gottesgnadenkraut, Robertskraut, Rotlaufskraut, Stinkender Storchschnabel).
Geranium robertianum - Ruprechtskraut, Storchenschnabel
Geranium robertianum - Ruprechtskraut, Storchenschnabel
Geranium robertianum - Ruprechtskraut, Storchenschnabel
VORKOMMEN
Europa und Asien; in Nord- und Südamerika eingebürgert (G. robertianum) . Ost- und Zentral-Nordamerika (G. maculatum); Zierpflanzen.
MERKMALE
Kurzlebige, bis zu 50 cm hohe Pflanze mit stark riechenden, tief eingeschnittenen rotgrünen Blättern, kleinen rosafarbenen Blüten und länglichen spitzen Früchten, die einem Storchschnabel ähneln. In der traditionellen Medizin verwendet man ferner häufig G. maculatum (Amerikanischer oder Gefleckter Storchschnabel), G. dissectum (Schlitzblättriger Storchschnabel), und G. sanguineum (Blutroter Storchschnabel). G. nepalense und G. wallichianum werden zum Gerben und Färben genutzt.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Geranii robertian Herba (syn. Geranium foetidum, G. graveolens, G. robertiella rober­tianum, G. robertium vulgare, G. rubellum, G. rupertianum).

Ruprechtskraut (syn. Blutkraut, Bockkraut, Gottesgnadenkraut, Rotlaufkraut, Storchschna­bel­kraut), die getrockneten, während der Blütezeit gesammelten oberirdischen Teile.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
GeraniinDie Blätter enthalten ein unangenehm riechendes ätherisches Öl mit Geraniol, Germacren D, Limonen, Linalool und Terpineol. Die wichtigsten phenolischen Inhaltsstoffe sind Ferulasäure, Kaffeesäure, Rutin, Kämpferol und Quercetin. Geranium-Arten haben einen hohen Gehalt an Gallo- und Ellagitanninen (bis zu 30%). Der Hauptinhaltsstoff in G. robertianum ist Geraniin.
PHARMAKOLOGIE
Gerbstoffe wirken adstringierend sowie antiseptisch und entzündungshemmend, da sie Proteine unspezifisch denaturieren können. Sie wirken gegen Durchfall, bilden eine Schutzschicht über Haut und Schleimhaut. Sie haben einen zusammenziehenden Effekt auf kleine Gefässe, so dass der Flüssigkeitsverlust aus der Haut vermindert wird.
ANWENDUNG
Traditionell bei leichtem Durchfall und Harnwegsinfekten. Ausserlich zum Blutstillen sowie bei schlecht heilenden Wunden, Ekzemen und Schleimhautentzündungen. Angeblich wirksam bei schweren Monatsblutungen, Magengeschwüren und Reizdarm. G. maculatum wird ähnlich verwendet. Frische Rhizome von G. robertianum werden in der Homöopathie eingesetzt.
ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG
Als Tee: Einzeldosis 1,5 g. 1 Esslöffel voll mit 1/2 L Wasser kalt aufsetzen, zum Sieden erhitzen und ziehen lassen. Davon 2 bis 3 Tassen täglich zwischen den Mahlzeiten.
Äusserlich: Als Infus und Decoct (nähere Angaben fehlen). Zum Mundspülen oder zum Gurgeln. Bei Entzündungen der Mundschleimhaut können auch frische Blätter, die man zuvor abwäscht, gekaut werden.
HOMÖOPATHIE
Geranium robertianum HAB1, die frischen, zur Blütezeit gesammelten, oberirdischen Teile.
Anwendungsgebiet: als Adstringens, bei chronischen Entzündungen.
SONSTIGES
Die heute nur selten genutzte Droge wurde im Mittelalter sehr häufig verwendet und ist in allen klassischen Kräuterbüchern beschrieben. Eingesetzt wurde sie vor allem gegen Hämaturie, Lithiasis und bei chronischem Bronchialkatarrh sowie zur Behandlung von Wunden und Geschwüren. Der Gattungsname Geranium wurde bereits bei Dioskurides genutzt und leitet sich wegen der Form der Frucht vom griechischen geranion (Diminutiv von geranos = Kranich) ab. Die auch in den Kräuterbüchern des 16. Jh. geführte Droge mit dem Artnamen robertianum weist auf den heiligen Robert oder Ruprecht hin, der ihren medizinischen Gebrauch gelehrt haben soll.
Letzte Änderung: 03.03.2012 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2.
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.

Wikipedia

Geranium robertianum - Ruprechtskraut, Storchenschnabel
Geranium robertianum - Ruprechtskraut, Storchenschnabel
Geranium robertianum - Ruprechtskraut, Storchenschnabel

  Ordnung
Familie
Gattung
Art
Geraniales
Geraniaceae
Geranium
Ruprechtskraut
  Wiss. Bez. Geranium robertianum

Heute ist das Ruprechtskraut im Garten eher selten, da es attrak­tivere Storchschnabelarten gibt. Da es jedoch auch von selbst im Garten auftaucht, wird es immer wieder als Zierpflanze geduldet.

Starker Durchfall ist wegen der Dehydrierungsgefahr besonders bei Kindern gefährlich; er sollte ärztlich behandelt werden.

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