| HEILPFLANZEN |
Galega officinalis - Geissraute, Geissklee |
Galega officinalis (syn. Accoromba tricolor, Callotropis tricolor, Galega patula, G. persica, G. vulgaris, G. coronilloides);

Geissraute (syn. Bockskraut, Fleckenkraut, Geissklee, Pockenraute, Suchtkraut, Ziegenraute) |
| Südliches Mitteleuropa, Süd- und Osteuropa bis Vorderasien. In West- und Süditalien auch als Futterpflanze kultiviert. |
| Bis 1 m hohe Pflanze mit unpaarig gefiederten Blättern und schönen weissbläulichen Schmetterlingsblüten in dichten Trauben. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Galegae herba (syn. Herba Galegae, Herba Rutae capriariae); Geissrautenkraut (syn. Geissklee), die getrockneten, während der Blütezeit gesammelten oberirdischen Teile der Pflanze. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Guanidin-Derivate (0,4-0,8 %), vor allem Galegin = (3-Methyl-2-butenyl)guanidin und 4-Hydroxygalegin, Alkaloide (maximal 0,2 %), vor allem (+)-Peganin bzw. Vasicin, Steroide (Phytosterole), Flavonoide (Luteolin, Galuteolin), wenig Allantoin. 
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Die Droge hemmt die Plättchenaggregation und zeigt blutzuckersenkende und die Milchsekretion fördernde Aktivität. Galega-Extrakte hemmen in Zellkulturen auch den Glucoseeintransport. Galegin und synthetische Guanidinderivate senken den Blutzuckerspiegel. Bekanntermassen ist Chrom in der Nahrung für einen normalen Blutzuckerstoffwechsel wichtig; daher wurde spekuliert, ob der Chromgehalt in Geissraute teilweise für deren historische Verwendung als Antidiabetesmittel verantwortlich ist. Es existieren also tatsächlich einige Belege für blutzuckersenkende Eigenschaften von Galega. |
| In der Volksheilkunde zur unterstützenden Behandlung von Diabetes mellitus (hypoglykämische Wirkung der Guanidinderivate), bei Harnwegsinfektionen und ungenügender Milchbildung in der Stillperiode. In der Landwirtschaft wird die Geissraute als Futterpflanze angebaut, allerdings wurde über Vergiftungen bei Weidetieren durch das Fressen grösserer Mengen an Frischpflanzen oder Silage berichtet. |
| Da Diabetes eine schwerwiegende Krankheit darstellt, gilt eine phytotherapeutische Behandlung als nicht vertretbar, wenn gleichzeitig sichere und effektive moderne Arzneimittel zur Verfügung stehen. Diabetes darf nur unter ärztlicher Aufsicht behandelt werden. |
Galega officinalis HAB; das frische, blühende Kraut.
Anwendungsgebiet: Milchmangel bei Stillenden (Wöchnerinnen). |
| Der Gattungsname soll sich vom griechischen gála (Milch) und ágein (treiben) ableiten und zwar im Hinblick auf die Milchsekretion erhöhende Wirkung, die man der Droge zuschreibt. Der Name Geissklee bezog sich ursprünglich auf Medicago arborea und wurde später auf diese Art übertragen. Trotz ihres Vorkommens im Mittelmeerraum existieren keine Berichte über die Nutzung als Droge im Altertum. Erste Berichte stammen von dem Italiener Petrus de Crescentiis um 1300. Im 16.Jh. wurde die Pflanze bereits in Mitteleuropa in Gärten sowohl als Arzneipflanze als auch als Zier- und Bienenfutterpflanze gezogen. Arzneilich wurde sie damals besonders gegen Pest, Fleckfieber und Pocken eingesetzt. |
Letzte Änderung: 06.08.2010 / © W. Arnold

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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art |
Fabales
Fabaceae
Faboideae
Galega
Geissraute |
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Wiss. Bez. |
Galega officinalis |
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Untersuchungen an der Universitäts-Frauenklinik Graz belegen die seit langem bekannte milchfördernde Wirkung von Galega officinalis. |
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Die ganze Pflanze ist giftig; während der Blütezeit und Fruchtbildung ist der Giftgehalt am höchsten. Die Giftstoffe bleiben auch beim Trocknen erhalten. |
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Traditionelle Medizin, Pharma
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