| HEILPFLANZEN |
Ficus carica - Echter Feigenbaum |
Ficus carica (syn. Caprificus insectifera, Ficus communis, F. latifolia, F. leucocarpa, F. macrocarpa, F. pachycarpa, F. praecox);

Echter Feigenbaum (syn. Feige, Essfeige); |
| Die Heimat und die Wildform der Echten Feige sind nicht bekannt. Die Heimat wird in Südwestasien (am Kaspischen Meer, Nordost-Türkei) vermutet, jedoch wird die Art seit der Antike im gesamten Mittelmeerraum kultiviert, wo sie auch vielfach verwildert ist. In wintermilden Regionen kann sie auch weitab ihrer Heimat gedeihen, so gibt es Exemplare etwa auf den dänischen Ostseeinseln und in Südengland. Der Anbau von Feigen beschränkt sich hauptsächlich auf den Mittelmeerraum, und die jährliche Ernte beträgt rund 1,5 Millionen Tonnen Frischfeigen. |
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| Die Feige wächst als sommergrüner und laubwerfender Strauch oder kleiner Baum mit einer Wuchshöhe von 3 bis zu 10 Metern. Die Krone ist bei alten Individuen sehr breit und ausladend, jedoch unregelmäßig und niedrig. Die Laubblätter sind wechselständig an den Zweigen angeordnet. Die achselständig und einzeln stehenden Blütenstände sind bei einem Durchmesser von 3 bis 5 birnenförmig. Nach der Bestäubung entwickelt sich der Blütenstand in drei bis fünf Monaten zur bekannten Feige, einem Fruchtverband, genauer einem Steinfruchtverband, da die weiblichen Blüten sich zu Steinfrüchten entwickeln, die beim Essen als kleine Kerne bemerkbar sind. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
1. Caricae fructus - (syn. Carica, Caricae, Caricae pingues, Ficus passae, Fructus Caricae, Fructus Ficus, Pseudofructus Caricae); Feigen, der getrocknete, ganze Fruchtstand.

2. Ficus-carica-Blätter - Feigenblätter, die frischen Blätter. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
1. Caricae fructus - Carotinoide (16 bis 43 mg/kg, je nach Feigenar) , Chlorophylle (Gesamtmenge 10 bis 25 mg/kg), Lipide (3 bis 8 g/kg) , Vitamine (B1, B2, C, Nicotinamid), Flavonoide (Schaftosid. Isoschaftosid, ca. 5 mg/kg), Eiweiss (ca. 3.5 %), Kohlenhydrate (50-70 %, vor allem. Saccharose, Pektine), Ballaststoffe, Spuren von Furocumarinen (Psoralen, Bergapten).


2. Ficus-carica-Blätter - Cumarine und Furanocumarine (max. 0,8 %), unter anderem Psoralen, Bergapten, Umbelliferon, Marmesin und Scopoletin, äther. Öl, Polysaccharide (ca. 4,8 %, pektinähnliche Stoffe), Vitamin C (ca. 0,33 %), Triterpene und Gerbstoffe. Die Blätter enthalten etwa 0,05 bis 0,1 % Rutin. Im Milchsaft (Latex) der Blätter ist die Protease Ficin (Ficin A, B, C, D, S) enthalten.
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1. Caricae fructus - Die Droge und ihre Zubereitungen werden in der Volksheilkunde vor allem als Abführmittel bei Obstipation eingesetzt. Darüber hinaus existiert eine Vielzahl weiterer Anwendungsgebiete, die allerdings nicht ausreichend belegt sind, z.B. bei Hämorrhoiden, zur Auflösung von Nieren- und Blasensteinen/-griess sowie bei Gicht. Eine Zubereitung aus gleichen Teilen Feigen, Mandeln, Pistazien, Kardamomen, Zucker und Safran in Milch aufgeschlämmt, gilt als Aphrodisiakum wie auch Feigen selbst bei den Arabern für diese Zwecke gegessen werden. Im Haushalt dienen Feigen als Obst, sie werden zur Dessert- und Branntweinherstellung verwendet sowie in gerösteter Form als Kaffeeersatz eingesetzt. Im Mittelmeerraum werden Feigen auch als Viehfutter verwendet. Die Wirksamkeit des Feigensirups ist auf dessen Gehalt an Sennes zurückzuführen.

2. Ficus-carica-Blätter - In der südamerikanischen Volksheilkunde wird ein Teeaufguss der Droge als Antidiabetikum verwendet, Feigenblätterdekokte werden bei Husten und Erkältungen eingesetzt. Auch zur Wundheilung, bei Verdauungsbeschwerden, zur Diurese und als Anthelmintikum findet die Droge ihren Einsatz. Die Protease Ficin wird u.a. zum Weichmachen von Fleisch eingesetzt.
Der Einsatz der Droge als Anthelmintikum kann durch die antiparasitären Eigenschaften der Protease Ficin, die in nicht unerheblicher Menge in der Droge vorliegt, eine rationale Begründung haben. Die Wirksamkeit der Droge bei den genannten Anwendungsgebieten ist gegenwärtig nicht belegt. |
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| Der Feigenbaum gilt als eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt und wird bereits im Alten Testament der Bibel erwähnt (1. Mose 2). Kulturen sind aus Kleinasien und den angrenzenden Gebieten vor ca. 5 000 Jahren bei den Assyrern, in Ägypten zur Zeit der Pharaonen, in Syrien, dem antiken Griechenland und um 1600 v.Chr. aus Kreta bekannt. Von hier aus erfolgte die Verbreitung der Feigenkultur in die anderen Mittelmeerländer, nach Asien, Afrika und Australien. |
| Letzte Änderung: 27.10.2011 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung |
Rosales
Moraceae
Ficus
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Wiss. Bez. |
Ficus carica |
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Die Droge sowie Feigenzubereitungen werden gern als Korrigens und Konstituens verwendet. Gegen diese Verw. bestehen aus toxikologischer Sicht keine Be¬denken |
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Die Feige ist die erste namentlich erwähnte Pflanze in der Bibel, und auch die einzige namentlich erwähnte des Garten Eden. Nachdem Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis gegessen hatten, wurden sie sich ihrer Nacktheit bewusst: Sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich einen Schurz (Genesis 3,7). Von daher stammt die Metapher „Feigenblatt“ für schamhafte Verhüllung. |
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Der Milchsaft der frischen Blätter kann bei gleichzeitiger Einwirkung von Sonnenlicht eine Hautirritation auslösen. Ursache dafür sind die Furanocumarine. |
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Traditionelle Medizin
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