| HEILPFLANZEN |
Euphrasia officinalis - Echter Augentrost |
Euphrasia officinalis (syn. E. rostkoviana, E. minima, E. nemorosa, E. stricta, E. latifolia, E. pratensis);

Echter Augentrost (syn. Wiesen-Augentrost). |
| Aus europäischen Wildvorkommen (besondere Standorte: Halbtrocken- und Magerwiesen, Heiden, aber auch Fettwiesen); Importe aus südosteuropäischen Ländern. |
| Einjährige, bis zu 40 cm hohe Pflanze mit stark gezähnten, kleinen Blättern. Die Blüten sind weiss, mit gelbem Fleck und in der Mitte bläulich geädert. Euphrasia officinalis stellt einen Artenkomplex aus mehreren nahe verwandten Taxa dar (dazu gehören E. minima, E. nemorosa, E. rostkoviana, E. stricta). |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Euphrasiae herba (Herba Euphrasiae); Augentrostkraut (syn. Gemeiner Augentrost, Wiesenaugentrost), die getrockneten, während der Blütezeit gesammelten oberirdischen Teile. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Die Droge enthält mehrere Iridoidglykoside (bis zu 0,9%), wie Aucubin, Catalpol, Euphrosid, Ixorosid und andere. Wichtig ist ferner das Vorkommen von Dehydrodiconiferylalkohol-4β-D-glucosid (einem Lignan) und Eukovosid (einem Phenylpropanglykosid). Weiter vorhanden sind Phenylpropanglykoside (z. B. Leucosceptrosid A, Flavonoide (u. a. Quercetin- und Apigenin-Glykoside), Gerbstoffe, Spuren tertiärer Alkaloide, wasserdampfflüchtige Substanzen, Phenolcarbonsäuren wie Gallus-, Protocatechu-, Gentisin-, Chlorogen-, Kaffee-, Ferulasäure und andere mehr.

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| Iridoidglykoside hemmen anscheinend die Prostaglandinbildung und sind daher entzündungshemmend. Phenolische Verbindungen wie Phenolcarbonsäuren und Flavonoide tragen zu den antibakteriellen Effekten bei. Einige der traditionellen Indikationen erscheinen deshalb plausibel, sind jedoch noch nicht mit Extrakten dieser Art nachgewiesen worden. |
| Seit Jahrhunderten wird Augentrost bei Augenbeschwerden eingesetzt (Reizungen, Entzündungen von Augenlidrand und Bindehaut, Sehstörungen und Augenermüdung). Die Droge wurde traditionell angewendet: innerlich als Magenmittel, bei Husten und Heiserkeit, Heuschnupfen und Nebenhöhlenentzündung, ferner äusserlich bei Hautproblemen. |
1. Euphrasia officinalis HAB1, die ganze, frische, blühende Pflanze. Anwendungsgebiet: katarrhalische Entzündungen am Auge, die mit vermehrter Tränenabsonderung einhergehen; Lidödeme; Entzündungen der oberen Luftwege.

2. Euprasia officinalis ferm 33c HAB1 (syn. Euphrasia e planta tota ferm 33c), die ganze, frische, blühende Pflanze. Anwendungsgebiet: katarrhalische Entzündungen am Auge, die mit vermehrter Tränenabsonderung einhergehen sowie Lidödeme allergischer Grundlage. |
| Der Gattungsname entspricht dem griechischen euphrasia (Frohsinn, Wohlbefinden). Die deutsche Bezeichnung Augentrost wird auch mit der Signaturlehre in Verbindung gebracht und beruht angeblich darauf, dass man in der Zeichnung der Blüte die "Signatur" des Auges erkannte. Der echte Augentrost wird in der Antike nicht erwähnt, sondern erst in den Kräuterbüchern des 16. Jh. |
| Letzte Änderung: 03.12..2010 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung |
Lamiales
Orobanchaceae
Euphrasia
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Wiss. Bez. |
Euphrasia officinalis |
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In der Pflanzenheilkunde wird er noch heute beispielsweise in Augentropfen und -salben verwendet. Nach einem Forschungsprojekt gemeinsam mit der Universität Hohenheim hat die Firma Weleda den Augentrost seit 2003 in Kultur genommen, um ihren Bedarf decken zu können. |
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Aus hygienischen Gründen ist von einer Anwendung selbst hergestellter Augenbäder dringend abzuraten! |
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