| HEILPFLANZEN | Eupatorium cannabinum - Wasserdost |
| Wasserdost (syn. Blauwetterkühl, Grundheil, Kunigundenkraut, Lämmerschwanz, Wasserhanf) |
Botanische Familie: Asteraceae |
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| VORKOMMEN |
| Der Gewöhnliche Wasserdost ist in ganz Europa verbreitet. Nach Nordamerika und Australien wurde diese Pflanzenart eingeführt. Der Gewöhnliche Wasserdost wächst bevorzugt in feuchten Wiesen, Feuchtwiesenbrachen, an Ufern von Gräben und Bächen oder an Waldrändern und in Waldschlägen. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| 1. Radix Eupatorii cannabini (syn. Rhizoma Eupatorii cannabini); Wasserdostwurzel, die ganzen Wurzeln bzw. Rhizome. 2. Herba Eupatorii cannabini (syn. Herba Cannabinae aquaticae, Herba Cannabis aquaticae); Wasserdostkraut (syn. Kunigundenkraut, Wasserhanfkraut), das ganze Kraut. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
1. Radix Eupatorii cannabini: unter anderem äther. Öl, Euparin (Benzofuranderivat).2. Herba Eupatorii cannabini: Eupatoriopicrin (bitteres Glykosid), Euparin, Flavonoide (Eupatorin), Pyrrolizidinalkaloide, Triterpene, Gerbstoffe, äther. Öl, Inulin, Polysaccharide, Harz. |
| ANWENDUNG |
1. Radix Eupatorii cannabini: Früher bei Leber- und Galleleiden. 2. Herba Eupatorii cannabini: in der Volksheilkunde als schwaches Laxans und Cholagogum bei Leber- und Galleleiden. Äusserlich wird die Droge bei Geschwülsten, Quetschungen und Exanthemen eingesetzt. In verschiedenen Phytopharmaka werden Extrakte aus der Droge als unspezifisches Immunstimulans genutzt. |
| ANMERKUNG |
| E. purpureum und E. cannabinum enthalten Pyrrolizidinalkaloide (PAs) mit lebertoxischen und karzinogenen Eigenschaften. PAs alkylieren die DNA und sind daher mutagen. Deshalb wird die innerliche Anwendung nicht empfohlen. |
| HOMÖOPATHIE |
| Eupatorium cannabinum HAB, das frische, blühende Kraut. Anwendungsgebiet: Leber- und Galleleiden, grippeähnliche fieberhafte Zustände. |
| SONSTIGES |
| Der Wasserdost war schon den alten griechischen Ärzten ein bekanntes Heilmittel. Die Samen und Blätter, mit Wein eingenommen, dienten gegen Ruhr und Erkrankungen der Leber, ebenso gegen den Biss giftiger Schlangen. Als Salbe wurden die Blätter zur Heilung hartnäckiger Geschwüre benutzt. Die mittelalterlichen Kräuterbücher empfahlen die Droge mit ähnlichen Verwendungsarten. Hieronymus Bock hielt das Kunigundenkraut für ein die Manneskraft stärkendes Mittel. Der Gattungsname war im Altertum die Bezeichnung für den Odermennig, Agrimonia eupatoria, benannt nach dem König Mithridates Eupator von Pontus. Dieser soll ihn gegen Leberleiden genutzt haben. Der Artname cannabinum ist aus dem griechisch-lateinischen cannabis abgeleitet und drückt die Ähnlichkeit der Laubblätter mit denen des Hanfes aus. Auch die deutschen Bezeichnungen Wasserdost und Wasserhanf entsprechen dem. |
| Letzte Änderung: 07.02.2009 / © W. Arnold |