HEILPFLANZEN
Eschscholzia californica - Kalifornischer Mohn
Eschscholzia californica (syn. Chryseis californica, Eschscholtzia californica, E. douglasii);

Goldmohn (syn. Kalifornischer Mohn, Schlafmützchen),
Eschscholzia californica - Kalifornischer Mohn
Eschscholzia californica - Kalifornischer Mohn
VORKOMMEN
Nordamerika (Kalifornien, dort Staatsblume); als Gartenpflanze mit zahlreichen Farb­varianten weit verbreitet, in einigen Teilen der Welt als Unkraut eingebürgert.
MERKMALE
Einjährige Pflanze mit stark gefiederten graugrünen Blättern und 4 grossen, hellgelben bis orangen Kronblättern, die tagsüber weit offen, nachts geschlossen sind. Nach der Befruchtung entwickelt sich eine schotenförmige Kapsel, die bei der Reife in 2 Klappen aufspringt und kleine Samen ausschleudert.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Eschscholziae herba (syn. Herba Eschscholtziae, Herba Eschscholziae); Eschscholzien­kraut (syn. Kalifornisches Mohnkraut), die zur Blütezeit gesammelten und getrockneten oberirdischen Teile.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
ProtopinDer Goldmohn enthält zahlreiche Iso­chino­lin­alkaloide. Der Alkalioidgehalt liegt in den ober­irdischen Teilen hei 0,5–1,2%, in den Wurzeln jedoch deutlich höher (mindestens 2`%). Die Hauptalkaloide in den Blättern sind Pavine (Calitornidin und Escholzin), ferner Protopin­alkaloide sowie Spuren von Benzophenanthridin- und Aporphinalkaloiden. In den Wurzeln bilden jedoch Benzophenanthridinalkaloide wie Chelerythrin und Sanguinarin gemeinsam mit Allocryptopin und Protopin die Hauptalkaloide.
PHARMAKOLOGIE
Die Aktivität der Droge wird gewöhnlich auf die Isochinolinalkaloide zurückgeführt; die krampflösenden, beruhigenden und angstlösenden Eigenschaften wurden in wissen­schaftlichen Studien bestätigt. Die Einschlafzeit ist vermindert und die Schlafqualität wird verbessert. Vermutlich können diese Effekte den Alkaloiden zugeschrieben werden, da viele von ihnen Neurorezeptoren und Enzymaktivitäten beeinflussen. In Versuchen konnten für Protopin krampflösende, antiarrhythmische, anticholinerge und antibak­terielle Aktivitäten nachgewiesen werden. Protopin erhöht die Bindung von GABA (γ-Aminohuttersäure) an Rezeptoren.
ANWENDUNG
Die Droge wird selten verordnet, ist jedoch Bestandteil einiger Fertigarzneimittel, je­weils in Kombination mit pflanzlichen Sedativa. Zubereitungen werden zur Behandlung von Schlafstörungen, Schmerzen, nervöser Übererregbarkeit, Neuropathien und Enuresis noctuma bei Kindern eingesetzt. Verwendung auch bei Gallen- und Lebererkrankungen. In Amerika werden Zubereitungen der Droge in der Kinderpraxis bei Schlafstörungen verordnet; in Frankreich bei Nervosität]. Die Wirksamkeit der Droge und ihrer Zuberei­tungen bei den bisher genannten Anwendungsgebieten scheint ausser für die Behand­lung von Schmerzen plausibel, ist aber weder durch klinische Studien noch durch hinreichend dokumentiertes Erfahrungsmaterial belegt. Bei den Indianern Kaliforniens wird ein Decoct der Goldmohnblüten äusserlich gegen Kopfläuse angewandet. Um Kinder zum Einschlafen zu bringen, werden 1 bis 2 Blüten unter das Bett gelegt; diese Anwendungen sind wenig plausibel. Die Wirksamkeit bei den genannten Anwendungs­gebieten ist gegenwärtig nicht belegt; die therapeutische Anwendung wird nicht befürwortet.
HOMÖOPATHIE
Eschscholtzia californica HAB, die frische, blühende Pflanze.
Anwendungsgebiet: Schlafstörungen.
SONSTIGES
Der Kalifornische Mohn wurde in den letzten Jahrhunderten weit verbreitet, entweder als Gartenpflanze oder durch die Verschleppung in Folge anderer menschlicher Aktivitäten. So beispielsweise nach Ende des Kalifornischen Goldrauschs, als viele ehemalige Goldsucher mit den vor San Francisco liegenden Schiffen aufbrachen, um ihr Glück in Chile, Neuseeland und Australien zu suchen. Dabei nahmen diese Schiffe Ballast auf, der aus dem Sand der Klippen von San Francisco bestand. Mit ihnen kam der Kalifornische Mohn in diese Länder, wo er sich zu einem verbreiteten Unkraut entwickelte.
Letzte Änderung: 12.07.2010 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.


Wikipedia


Eschscholzia californica - Kalifornischer Mohn


  Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art
Ranunculales
Papaveraceae
Papaveroideae
Eschscholzia
Kalifornischer Mohn
  Wiss. Bez. Eschscholzia californica


Die Blätter des Kalifornischen Mohns wurden bereits von den amerika­nischen Ureinwohnern für medizi­nische und spirituelle Zwecke ge­nutzt. Insbesondere wurde er von ihnen als Schlaf- und Beruhigungs­mittel sowie als mildes Schmerzmittel verwendet.
Dass der Kalifornische Mohn auch für die moderne Pharmaindustrie durchaus von Interesse ist, zeigt die Patentanmeldung der Firma Böh­ringer Ingelheim zur Nutzung als Pharmazeutische Droge zur Be­hand­lung von Depressionen


Der Kalifornische Mohn wurde 1903 offiziell als Staatsblume von Kalifor­nien festgelegt. Seine goldene Blüten wurden ein passendes Symbol für den „Golden State“.