| HEILPFLANZEN |
Equisetum arvense - Schachtelhalm |
Equisetum arvense (syn. Allosites arvense, Equisetum boreale)

Ackerschachtelhalm (syn. Bandwisch, Katzenschwanz, Katzenwedel, Pferdeschwanz, Schachtelhalm, Schafheu, Schafstroh, Scheuergras, Zinngras, Zinnkraut) |
| Der Ackerschachtelhalm ist in ganz Europa, Asien und Nordamerika von den warmen Zonen bis weit in arktische Gebiete anzutreffen. Er ist von allen Equisetum-Arten die verbreitetste und wächst als Ruderalpflanze gerne auf lehmhaltigen Sandböden oder Wiesenrändern. |
| Der Acker-Schachtelhalm ist eine mehrjährige Pflanze und erreicht oberirdisch Wuchshöhen von 10 bis 50 cm. Er treibt zähe Wurzeln weit verzweigend unter der Erdoberfläche tief in den Boden. Sie blüht nicht, sondern vermehrt sich durch Bildung von Sporen. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Equiseti herba (syn. Herba Equiseti); Schachtelhalmkraut (syn. Kannenkraut, Pferdeschwanzkraut, Scheuerkraut, Tannenkraut), die getrockneten, grünen, sterilen Sprosse. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Die Droge enthält 5-8% Kieselsäure (auch wasserlösliche Silikate) sowie 1,5% Kalium- und Aluminiumsalze. Verschiedene Flavonoide, wie mehrere Glykoside und Ester von Quercetin und Kämpferol, kommen vor. Wichtig sind ferner Equisetolsäure (eine Dicarbonsäure) und Spuren von Alkaloiden (Nicotin, Palustrin). Der Sumpfschachtelhalm (Equisetum palustre) enthält Thiaminase, die Thiamin (= Vitamin B1) abbaut und so gelegentlich zu tödlichen Vergiftungen bei Pferden und Rindern führt.
|
| Schachtelhalm wird hauptsächlich traditionell angewendet. Flavonoide, Kieselsäure und Kaliumsalze könnten für die schwach harntreibende Aktivität, wie auch für die Gewebsheilung (insbesondere der Knochen und Haut) verantwortlich sein. |
| Die Droge wird vorwiegend zum Harntreiben bei Entzündungen der ableitenden Harnwege, Nierengriess sowie posttraumatischem und ausgeprägtem Odem eingesetzt. Ausserlich verwendet man sie traditionell bei schlecht heilenden Wunden und anderen Hautleiden; innerlich bei verstärkter Monatsblutung. |
Equisetum arvense HAB34, die frischen, im Spätsommer gesammelten Pflanzen mit sterilen Stengeln.

Anwendungsgebiet: bei Nieren- und Harnwegserkrankungen |
| Bereits im Altertum wurde Equisetum als harntreibendes Mittel und zur Wundbehandlung genutzt. Dioskurides beschreibt die Hippuris als harntreibend, dagegen nennt Plinius die Pflanze erstmalig Equisetum und hebt die blutstillenden Eigenschaften der Droge hervor. Auch Albertus Magnus rühmt die blutstillende Kraft der Droge. Der Gattungsname Equisetum ist lateinischer Herkunft und setzt sich aus equus (Pferd) und seta (Schwanz) zusammen. Bereits bei den Griechen hiess die Pflanze hippuris (Pferdeschwanz), offenbar wegen der feinen Zweige einiger Arten. Der Artname arvense weist auf den bevorzugten Standort der Pflanze hin. Wegen des hohen Gehaltes an Kieselsäure wurde die Droge früher zum Reinigen von Gefässen ("Zinnkraut"), Möbeln und Parkettfussböden verwendet. |
| Letzte Änderung: 05.07.2009 / © W. Arnold |
|
|
 |
 |
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
 |
A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
 |
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
 |
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
 |
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
 |
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
 |
Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
 |
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
 |
| |
Ordnung
Familie
Gattung
Art |
Equisetales
Equisetaceae
Equisetum
Acker-Schachtelhalm
|
| |
Wiss. Bez. |
Equisetum arvense |
 |
 |
Der Schachtelhalm ist der Nachfahre einer Urpflanze, die vor 400 Mio. Jahren im Paläozoikum ganze Wälder gebildet hat. Er zeigt uns eine ferne Vergangenheit, als Pflanzen noch nicht die Fähigkeit zur Blütenbildung besessen haben. |
 |
 |
Nach Veraschung wurde der Schachtelhalm früher zur Reinigung des Zinngeschirrs verwendet, worauf die deutschen Volksnamen Zinnkraut und Scheuerkraut hinweisen. |
|