HEILPFLANZEN
Ephedra distachya subsp. helvetica
- Schweizer Meerträubchen
Ephedra distachya subsp. helvetica
Ephedra distachya subsp. helvetica
Ephedra distachya subsp. helvetica
VORKOMMEN
Mittelmeergebiet, Westküste Frankreichs, Südrussland, Schwarzmeergebiet bis Sibirien.
MERKMALE
Die Meerträubel werden zu den Nacktsamern gerechnet; ihre Samenanlagen sind also nicht von Fruchtblättern geschützt. Es sind Rutensträucher.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Getrocknete Stängel oder oberirdische Teile (Ephedra herba oder ma huang), seltener die Wurzeln (Ephedra radix, ma huang gen).
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
EphedrinHauptwirkstofffast immer (–) -Ephedrin (ein Phenylethyl­amin-Alkaloid) mit geringeren Mengen an (+)-Pseudo­ephedrin und weiteren Nebenalkaloiden. Der Gesamt­alkaloidgehalt beträgt je nach Art um die 2%. Ferner liegen vor: Flavonoide, Catechine, Lignane, Gerbstoffe und Polysaccharide. Wurzeln enthalten Tyrosinderivate, Sperminalkaloide und Procyanidine.
PHARMAKOLOGIE
L-(-)-Ephedrin ist ein Alkaloid vom Phenylethylamin-Typ. Ephedrin stimuliert α- und β-adre­nerge Rezeptoren, indem es die Freisetzung von Noradrenalin aus den Catecho­lamin-haltigen Synapsen steigert und seine Wiederaufnahme hemmt. Ephedrin ist für die zentral stimulierenden Effekte, für die Bronchienerweiterung und periphere Gefäss­verengung (die eine Blutdrucksteigerung bewirkt) verantwortlich. Die zentrale Anregung ist ähnlich, aber schwächer als bei Amphetamin und beinhaltet gleichzeitig eine Konz­en­trations­steigerung und ein vermindertes Erschöpfungs-, Hunger- und Schmerz­empfinden.
ANWENDUNG
Atemwegserkrankungen mit leichtem Bronchospasmus bei Erwachsenen und Schul­kin­dern. In der chinesichen Medizin wird die Droge besonders bei Erkältungskrankheiten verwendet. Ephedrin wird gegen Hypotonie, chronische Bronchitis, bei Asthmaanfällen, zur Abschwellung der Schleimhäute bei Schnupfen und als Bestandteil von Appetit­züglern verwendet. Alle Ephedra-Zubereitungen sind verschreibungspflichtig und stehen auf der Doping-Liste.
HOMÖOPATHIE
1. Ephedra distachya HAB1 (syn. Ephedra vulgaris), die frischen, oberirdischen Teile. Anwendungsgebiet: Basedowsche Krankheit.

2. Ephedra distachya spag. Zimpel HAB1 (syn. Ephedra spag. Zimpel), die frischen, oberirdischen Teile.
Anwendungsgebiet: anthroposophisch orientierte Medizin.
SONSTIGES
Der Gattungsname leitet sich vom griechischen ephedros (daraufsitzend) ab und galt in der Antike als Bezeichnung einer blattlosen binsenähnlichen Pflanze, die auf Bäumen wächst. Die arzneiliche Nutzung von Ephedra-Arten, die insbesondere Rutensträucher der asiatischen und amerikanischen Trockengebiete darstellen, beschränkte sich über lange Zeiträume im wesentlichen auf die alten chinesischen Kulturkreise. Als Tsaopen Ma Huang , meist von Ephedra sinica bzw. Ephedra shennungiana stammend, gehörte Ephedra­kraut zu den geschätztesten Drogen der alten chinesischen Arzneibücher. In Europa wurde die Droge erst gegen Ende des 19. Jh. bekannt, nachdem der Japaner W. Nagai im Jahre 1887, damals Assistent bei August Wilhelm von Hofmann in Berlin, aus Ephedrakraut (-)-Ephedrin isoliert hatte.
Letzte Änderung: 04.12.2010 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2.
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.


Wikipedia


Ephedra distachya subsp. helvetica
Ephedra distachya subsp. helvetica


  Ordnung
Familie
Gattung
Gnetales
Ephedraceae
Meerträubel
  Wiss. Bez. Ephedra


Meerträubelkraut ist in einigen homöo­patischen Arzneimitteln enthalten. Das Alkaloid Ephedrin ist in einigen Erkältungsmitteln enthalten.


Ephedrinhaltige Produkte sind vom Deutschen Sportbund und IOC als Dopingmittel gelistet.


Vor der Anwendung von Ephedra-haltigen Produkten wird von den Behörden gewarnt, da als Neben­wirk­ungen Schlaflosigkeit, moto­rische Unruhe, Reizbarkeit, Kopf­schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Störungen beim Wasserlassen und Herzrhythmusstörungen beobachtet wurden. In Einzelfällen kam es zu drastischem Blutdruckanstieg, Schlaganfall und Herzinfarkt mit Todesfolge.