| HEILPFLANZEN |
Dryopteris filix-mas - Wurmfarn |
Dryopteris filix-mas (syn. Aspidium filix-mas, Lastrea filix-mas, Nephrodium filix-mas, Polypodium filix-mas, Polystichum filix-mas)

Wurmfarn (syn. Bandwurmkraut, Farnkraut, Farnmännlein, Federfarn, Flohkraut, Gemeiner Wurmfarn, Johanniswurz, Männliches Farnkraut, Waldfarn, Wanzenkraut) |
| Der Echte Wurmfarn ist sehr häufig in frischen Wäldern, Gebüschen, Hochstaudenfluren, Waldschlägen, Steinschutthalden und auch an Mauern vom Tiefland bis in die alpine Höhenstufe anzutreffen. Seine Verbreitung reicht von Europa und West- bis Zentralasien bis Nordamerika, in Nordwestafrika ist er selten. |
| 30 bis 140 cm hohe, ausdauernde Pflanze mit kurzem, dickem, aufsteigendem Rhizom, das dicht mit Blattresten besetzt ist. Am Ende mit trichterförmig angeordneten Blättern. Diese im Herbst ziemlich rasch faulend. Blätter 30 bis 130 x 5 bis 25 cm einfach gefiedert, oberseits dunkelgrün, unterseits blasser. Die Fiedern sind tief fiederspaltig mit gesägten Abschnitten. Sporen dunkelbraun mit unregelmässigen, gewundenen Leisten. Geruch: eigenartig. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Filicis rhizoma (syn. Rhizoma Filicis, Radix Filicis maris); Wurmfarn-Rhizom (syn. Teufelsklaue), der im Herbst gesammelte, von den Wurzeln befreite, ungeschälte und unzerschnittene Wurzelstock mit daransitzenden Blattbasen. Die Droge stammt aus Wildbeständen. Hauptherkunftsgebiete sind Finnland, Italien, Balkanländer, Kaukasus sowie Nordasien, Nordafrika und Nordamerika. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Phloroglucinole. Acylphloroglucinole, die in den internen Drüsenhaaren von Rhizom und Blattbasen lokalisiert sind. Die Gesamtheit der etherlöslichen Phloroglucide wird „Rohfilicin" oder „Filicin" genannt.

Im Rohfilicin sind enthalten: Aspidinol (5.3%), Albaspidin (5.6%), Flavaspidsäure (57.5%) und Filixsäure (19.3%)

Im Rhizom wurden gefunden: Albaspidin (0.12%), Flavaspidsäure (0.31%), Desaspindin (0.20%), Filixsäure (0.19%)

Weitere Inhaltsstoffe: 0,0008 bis 0,04 % ätherisches Öl, 7,8 % Gerbstoffe, 5 bis 6 % fettes Öl, Terpenoide, etwa 11 % Zucker und Stärke.
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| Bei Einnahme: Gegen Wurminfektionen, insbesondere durch Bandwürmer und den gefährlichen Hakenwurm. Wegen der geringen therapeutischen Breite und damit verbundenem häufigen Auftreten von Intoxikationen wird von der Verwendung abgeraten und auf synthetische Bandwurmmittel verwiesen. Droge und Zubereitungen sind heute obsolet. |
| Die taenifugwirksamen Acylphlorglucinole sind Cytoplasmagifte, die besonders auf die glatte Muskulatur des Bandwurms und auf nervenfreie Wurmmuskeln, nach Resorption aber auch auf die glatte Muskulatur des Wirtes lähmend wirken. |
| VOLKSTÜMLICHE ANWENDUNGEN |
| Äusserlich. Eine Abkochung 1: 5 des Rhizoms zu Fussbädern, bei Rheuma, Krampfadern und gichtigen Fussleiden. In Nord-Ost-Italien das alkoholische oder wässrige Mazerat bei Rheumatismus. Eine Aufkochung mit Weisswein oder Wasser zu Waschungen und Umschlägen zur Behandlung alter eitriger Gechwüre und Wunden. Bei Verbrennungen der frische Presssaft aus dem Rhizom. Als Salbe bei Hämorrhoiden. Die Wirksamkeit bei den genannten Anwendungen ist gegenwärtig nicht belegt. |
| Dryopteris filix-mas (syn. Aspidium filix-mas, Filix) HAB1, der frische, im Herbst gesammelte, von Wurzeln befreite Wurzelstock mit den daransitzenden Blattbasen. Anwendungsgebiet: Sehschwäche infolge Schädigung der Sehnerven. |
| Der Gattungsname ist griechischen Ursprungs und leitet sich von drys, dryos (Eiche) und pteris (Farn) ab, d.h. ein Farn, der oft auf alten Eichen wächst. Die Bezeichnung Wurmfarn drückt die Verwendung des Rhizoms aus. Der Gebrauch der Farnkrautwurzel als Wurmmittel geht bis ins Altertum zurück. Eine sorgfältige Beschreibung der Pflanze findet man bereits bei Theophrast, Dioskurides und Plinius. Im 18. Jh. war die Droge oft Bestandteil von Geheimmitteln, die Kombinationen mit kräftigen Abführmitteln darstellten und sehr teuer gehandelt wurden. Eine entsprechende Rezeptur stellte auch der Apotheker Daniel Matthieu her, die ihm Friedrich der Grosse für eine Jahresrente von 200 Talern abkaufte und ihm dazu noch den Titel eines Hofrates verlieh. |
| Letzte Änderung: 24.08.2011 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung |
Polypodiales
Dryopteridaceae
Dryopteris
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Wiss. Bez. |
Dryopteris filix-mas |
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25 g der Pflanze sind bereits tödlich für Schafe und 100 g für Rinder. |
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Zentralnervöse Störungen bis zu Dauerschäden oder Lähmung lebenswichtiger Funktionen (z. B. Atemzentrum) werden angegeben. |
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Traditionelle Medizin
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