| HEILPFLANZEN |
Dipsacus silvestris - Wilde Karde |
Dipsacus fullonum (syn. Dipsacus fullonum var. silvester);

Wilde Karde (syn. Wilde Distel, Kardendistel) |
| Diese Pflanzenart ist in wärmeren Gebieten insbesondere auf Überschwemmungsflächen, an Ufern, Wegen, auf Weiden und in Ruinen sowohl in den Niederungen als auch im Hügelland zwischen Juli und Oktober anzutreffen. |
| Die Wilde Karde ist eine zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 1,50 Meter erreicht. Die Stängel sind stachelig. Die Grundblätter sind kurzgestielt und in einer Rosette angeordnet. Die kreuzgegenständigen Stängelblätter sind in der Basis paarweise zusammengewachsen und am Rand gekerbt. Die köpfchenförmigen Blütenstände sind eiförmig-länglich, etwa 5 bis 8 cm lang. Sie sind von stacheligen, unterschiedlich langen, bogig aufsteigenden Hüllblättern umgeben. Die Einzelblüten bestehen aus vier violetten Kronblättern, die röhrig verwachsen sind. Die Tragblätter sind länger als die Blüte. Die Blüten öffnen sich nicht zur gleichen Zeit. Sie blühen von Juli bis August. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Die ganze Pflanze. Für Tinkturen die Wurzel. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Das Glykosid Scabiosid (= Cephalavosid?), Kaffeesäure, Chlorogensäure, Isovitexin-7-glucosid, β-Methyl-glucosid und Rohrzucker. Nach PLOUVIER [ref. Chem. Abstr. 64, 18027 (1966)] Saponarin (Saponaretin-7-glucosid). |
In der Volksheilkunde bei Rhagaden und Fissuren. (Rhagaden = Hautschrunde oder kleiner, 'glatter' Einriss der Haut oder Schleimhaut. Die häufigsten Lokalisationen dieser Risse sind die Lippe.
Die Karde wird heute vorwiegend in naturnahen Gartenanlagen gepflanzt oder ausgesät, wo sie neben der Wirkung auf uns Menschen durch ihre imposante und statuenhafte Erscheinung auffällt. Die Karde dient als Futterpflanze für Schmetterlinge, Hummeln und Fliegen sowie später für Vögel.
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Die wilde Karde, nimmt in der Behandlung der Borreliose neuerdings einen wichtigen Platz ein. Die Verordnung der Tinktur gehört fast schon zum Standard naturheilkundlicher bzw. esotherischer Borreliosetherapie. Wolf-Dieter Storl hat sogar ein Buch darüber geschrieben, das kritisch zu bewerten ist. Die Kardenwurzel kann man als Tinktur oder Tee gegen Borreliose einsetzen, wenn eine Therapie mit Antibiotika nicht anschlägt oder auch begleitend zu einer Antibiotika-Behandlung.

Es gibt keinen ernsthaften wissenschaftlichen Beleg (klinische Studien) dafür, dass die Kardentinktur irgend einen Einfluss auf den Krankheitsverlauf bei Borreliose hat.

Borreliose ist eine ernste Krankheit und gehört in die Hand der Mediziner. Die Behandlung einer Borreliose stellt auf Grund der Möglichkeit des vielfachen Organbefalls eine interdisziplinäre Herausforderung der verschiedenen Fachdisziplinen in der Medizin dar. Die Prognose nach frühzeitiger antibiotischer Behandlung im ersten Stadium ist gut. Fraglich ist, ob die Lyme-Borreliose im III. Stadium noch heilbar ist.
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Dipsacus silvestris HAB34, die frische, blühende Pflanze.
Anwendungsgebiet: Hauterkrankungen. |
| Die auch Weberkarde genannte wilde Karde wurde früher – wie es der Name besagt – als Hilfsmittel in der Weberei eingesetzt. Die mit Stacheln bewehrte Pflanze wird heute vorwiegend in naturnahen Gartenanlagen gepflanzt oder ausgesät, wo sie nebst der Wirkung auf den Menschen auch als Futterpflanze für Schmetterlinge und später für Vögel dient. Im Herbst und Winter werden die Samenstände gerne von Distelfinken gefressen; deshalb ist es ratsam die Pflanze erst im Frühling zu entfernen. Als Heilpflanze wird die Karde heute nur noch selten verwendet. |
| Letzte Änderung: 27.07.2011 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung |
Dipsacales
Caprifoliaceae
Dipsacus
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Wiss. Bez. |
Dipsacus fullonum |
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Früher wurden die abgeblühten Blütenköpfe der Karde zum Kämmen ungesponnener Wolle verwendet, um sie anschliessend besser spinnen zu können. |
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Getrocknete Pflanzen liefern einen wasserlöslichen Farbstoff, der als Ersatz für Indigo galt. |
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Borreliose ist eine ernste Krankheit und gehört in die Hand der Mediziner. |
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