| HEILPFLANZEN |
Digitalis lanata - Wolliger Fingerhut |
| Digitalis lanata (syn. Digitalis epiglottidea, D. eriostachya, D. ferruginea, D. nova, D. orientalis, D. winterli); Wolliger Fingerhut. |
| Mehrjährige Pflanze mit langen Blütenständen, die zahlreiche cremegelbe Blüten tragen. Typisch sind die behaarten Tragblätter und Blütenkelche. Roter Fingerhut (Digitalis purpurea) ist zwei- oder mehrjährig; er bildet im zweiten Jahr einen hohen Blütenstand mit rotvioletten Blüten. Selten genutzt werden Gelber Fingerhut (Digitalis lutea) und Grossblütiger Fingerhut (Digitalis grandifloria), beide mit gelben Blüten. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Digitalis lanatae folium (syn. Folia Digitalis lanatae); Digitalis-lanata-Blätter, die getrockneten Laubblätter. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Cardenolidglykoside (0,5-1,5 %, ca. 80 Vertreter, vor allem Lanatoside A, B, C und Digoxin mit den Aglyka Digitoxigenin, Gitoxigenin und Digoxigenin, als Zuckerkomponenten treten Glucose, Digitoxose und 3-Acetyl-Digitoxose auf) Gitaloxigenin, Digitalose, Digitanolglykoside (unter anderem Digifolein, Diginin, Digipronin), Steroidsaponine (uter anderem Desglucolanatigonin, Gitonin, Lanagitosid I und II, Tigonin).

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| Cardenolide hemmen selektiv die Na+/K+-ATPase und erhöhen indirekt die Ca++-Konzentration in den Herzmuskelzellen. Daher werden Kontraktionskraft und Schlagvolumen des Herzmuskels gesteigert. |
| Nur selten in Form des eingestellten Digitalis-lanata-Pulvers (Digitalis lanatae pulvis normatus) bei Herzinsuffizienz. Der therapeutische Einsatz der Droge ist wegen der Beeinflussung der Wirkung der Cardenolidglykoside durch Begleitsubstanzen und wegen der ungenügenden Reproduzierbarkeit bei der Herstellung der Zubereitungen heute weitgehend obsolet. Es werden die isolierten bzw. partialsynthetisch abgewandelten Cardenolidglykoside bevorzugt eingesetzt. Die Droge dient daher fast ausschliesslich der industriellen Gewinnung der Cardenolidglykoside. Der wollige Fingerhut ist heute einer der wichtigsten Arzneipflanzen. |
| Letzte Änderung: 10.03.2010 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung
Art |
Lamiales
Scrophulariaceae
Digitalis
Wolliger Fingerhut
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Wiss. Bez. |
Digitalis lanata |
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Wegen der Giftigkeit keine Selbstmedikation! |
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Digitalis lanata ist eine der wichtigsten Arzneipflanzen! Der wollige Fingerhut wird weltweit angebaut zur industriellen Gewinnung der enthaltenen herzwirksamen Digitalisglykoside, die chemisch zu den Cardenolidglykosiden gehören. |
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Der wollige Fingerhut ist keine auffällige Pflanze. Bei näherer Betrachtung ist er aber eine aufregende, wenn auch giftige, Schönheit! |
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