| HEILPFLANZEN | Dictamnus albus - Weisser Diptam |
| Dictamnus albus (syn. Dictamnus fraxinella, Fraxinella dictamnus); Diptam (syn. Aeschenwurz, Aschwurz, Deiwelspflanz, Eschenwurz, Feuerpflanze, Flammender Busch, Gichtwurz, Hexenkraut, Hirzwurz, Spechtwurz, Springwurz, Spritzessigkraut, Weisse Aschwurz, Weisser Dictam, Weisser Diptam), |
Botanische Familie: Rutaceae |
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| VORKOMMEN |
| Südliches und mittleres Europa bis nach Asien hinein, in Deutschland besonders in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und im nördlichen Bayern. In der Schweiz praktisch ausgestorben. Diese Pflanzenart steht seit 1936 unter Naturschutz, denn sie kam schon damals nur vereinzelt in Mitteleuropa vor. Der aromatisch riechende Diptam ist wohl eine der schönsten Pflanzen Europas. Ich kultiviere in im Garten auf kalkreichem mageren Boden. |
| MERKMALE |
| Diptam ist eine mehrjährige, krautige Pflanze. Sie entwickelt im Frühsommer traubige Blütenstände. Die zygomorphen Blüten sind weiss (selten!; der wissenschaftliche Artname albus bezieht sich auf die weisslichen kriechenden Erdsprosse), dunkelgeadert rosa oder lila und haben lange Staubblätter. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Dictamni folium (syn. Folia Dictamni, Herba Dictamni, Herba Dictamni albi); Diptamblätter, die getrockneten, zum Teil auch frischen Blätter. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Flavonoide, unter anderem Rutin, Isoquercitrin und Diosmin, Furochinolin-Alkaloide, u.a. Dictamnin, Furanocumarine, u.a. Psoralen, Bergapten und Xanthotoxin, einfache Cumarine, u.a. Aesculetin und Umbelliferon, Limonoide, u.a. Limonin und Obacunon, sowie äther. Öl, das besonders aus Monoterpenkohlenwasserstoffen, u.a. cis- und trans-Ocimen, sowie Sesquiterpenkohlenwasserstoffen mit Germacren als Hauptkomponente besteht. |
| ANWENDUNG |
| Volkstümlich im Mittelalter als Wundheilmittel, zur Förderung der Menstruation, als harntreibendes Mittel und in Kombination mit Mistel und Paeonie bei Epilepsie. Gegen Ende des 19. Jh. auch bei Magenleiden sowie als Einreibung gegen Rheuma. |
| ANMERKUNG |
| Die drüsige Beborstung enthält phototoxische Stoffe, die bei Berührung mit der Haut und nachfolgender Besonnung zu schweren, oft langwierigen verbrennungsartigen Verletzungen führen können. |
| HOMÖOPATHIE |
| Dictamnus albus HAB34, die frischen Blätter. Anwendungsgebiet: Gebärmutter- und Menstruationsbeschwerden. |
| SONSTIGES |
| Der Gattungsname Dictamnus ist vom griechischen dictamnos, wie er von Virgil und Aristoteles gebraucht wurde, abgeleitet und setzt sich aus dicte, einem Berg auf Kreta, und thamnos (Strauch) zusammen. Er wurde später von Bock auf die Aschwurz übertragen. Auch der Name Diptam ist aus dem lateinisch-griechischen dictamnos entlehnt. Die ersten sicheren Nachrichten über die Verwendung des Diptam als Heilpflanze stammen allerdings erst aus dem 12. Jh. von Hildegard von Bingen. |
| Letzte Änderung: 27.12.2008 / © W. Arnold |