| HEILPFLANZEN |
Daphne mezereum - Seidelbast |
Daphne mezereum (syn. Daphne albiflora, D. florida, D. houtteana, D. lateriflora, D. liettardi, Thymelaea praecox, Thymelaea mezereum);

Seidelbast (syn. Kellerhals, Zilander). |
| Der Gemeine Seidelbast gilt als typischer Buchenbegleiter und kommt in Europa, Westasien und Kanada vor. Als Standorte werden kalkhaltige und nährstoffreiche Böden von Laubmischwäldern, insbesondere Buchen- Eichen- und Hainbuchenwaldgesellschaften, Hochstaudenfluren, Nadelmisch- und Bergwäldern oder auch Hartholz- Auenwäldern bevorzugt. Der Seidelbast ist bis in Höhenlagen von 2000 m Seehöhe anzutreffen. |
| Der Seidelbast ist ein kleiner, wenig verzweigter, sommergrüner Strauch, der eine Wuchshöhe von etwa 40 bis 125 cm erreicht. Diese frühblühende Art bildet zwischen Februar und März vor ihrem Blattaustrieb die Blüten aus. Die stark duftenden, rosa bis purpurrot gefärbten 7-9 mm langen Blüten sitzen meist in Dreiergruppen seitenständig unmittelbar der holzigen Sprossachse an. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
1. Mezerei cortex - (syn. Cortex Coccognidii, Cortex Mezerei, Cortex Thymeliaceae, Cortex Thymeliaceae monspeliaceae); Seidelbastrinde (syn. Kellerhalsrinde, Pfefferbaumrinde, Wolfsbast, Zeilandrinde, Zeidelbast), die getrocknete Rinde der Stämme und dickeren Zweige.

2. Mezerei fructus - (syn. Baccae Mezerei bzw. Semen Mezerei, Crana Mezerei, Cocca Gnidii, Fructus Coccognidii bzw. Semen Coccognidii, Fructus Mezerei, Grans Gnidii, Piper germanicum); Seidelbastfrüchte (syn. Deutscher Pfeffer, Kellerhalsbeeren), die meist getrockneten Früchte. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
1. Mezerei cortex
Cumarine und Cumaringlykoside (0,65-0,85 %), unter anderem Daphnetin, Umbelliferon und Daphnin, ferner Phenolglucoside, unter anderem Daphnosid sowie Diterpenester, bes. Daphnetoxin.
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2. Mezerei fructus
Cumarine, unter anderem Daphnoretin und dessen Glucosid Daphnorin sowie Diterpenester, bes. Mezerein (0,04 %, getrocknete Früchte). |
| Die ganze Pflanze ist durch Daphnin, Mezerein und Daphnetoxin stark giftig. Symptome einer Vergiftung sind Erbrechen, Krämpfe, Blutungen und Brennen in der Kehle. Von diesem würgenden und brennenden Gefühl stammt auch der Name „Kellerhals“, vom mittelhochdeutschen ′kellen′ also quälen. Die enthaltenen Alkaloide wirken durchblutungsfördernd, weshalb bei Berührung der frischen Zweige Hautreizungen und blasige Geschwüre möglich sind. Das enthaltene Daphnin wirkt ausserdem halluzinogen. |
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1. Mezerei cortex - Früher volkstümlich innerlich bei Verstopfung, Gicht, Keuchhusten und Magenbeschwerden, äusserlich bei rheumatischen Beschwerden, Gicht, Hautleiden sowie als blasenziehendes Mittel. Infolge Vergiftungsgefahr ist die Anwendung heute auf die Homöopathie beschränkt.

2. Mezerei fructus - Im Test an Mäusen antileukämisch gegen P-388-Leukämie. Die Früchte wurden früher als Brechmittel, bei Verstopfung sowie äusserlich in Pflastern und Salben bei Gicht, Rheuma und Hautleiden verwendet. Im Haushalt ferner als Gewürz, unter anderm auch zum Scharfmachen des Essigs. |
Daphne mezereum HAB1, die frische, vor Beginn der Blütezeit gesammelte Zweigrinde.

Anwendungsgebiete: Verdauungsstörungen, juckende Hautbeschwerden, u.a. Gürtelrose und Hauteiterungen, rheumatische Schmerzzustände. |
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| Den Gattungsnamen Daphne gebrauchten die alten Griechen für den Lorbeerbaum, Laurus nobilis. Auch in der griechischen Mythologie findet sich der Name als Bezeichnung der Tochter des Flussgottes Peneus, die in einen Lorbeerkranz verwandelt wurde. Wegen der glänzenden Blätter und der Ähnlichkeit mit Laurus nobilis übertrug später Linnè den Namen auf den Seidelbast. Seidel ist eine Umbildung aus dem altdeutschen Wort zidal für Biene, weil angeblich von Bienen bevorzugt; bast, da die Rinde blasenverursachende Wirkung besitzt. Die Bezeichnung Kälberhals soll damit zusammenhängen, dass man früher in einigen Gebieten die Ruten Kälbern um den Hals gebunden hat, um Läuse zu vertreiben. Der Name mezereum ist aus dem Persischen abgeleitet und wird mit "tödlich" in Beziehung gebracht. Die Nutzung als Heilpflanze bereits im Altertum ist auf ihre scharfschmeckenden und hautreizenden Eigenschaften zurückzuführen. |
| Letzte Änderung: 20.02.2011 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung |
Malvales
Thymelaeaceae
Daphne
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Wiss. Bez. |
Daphne mezereum |
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Der Seidelbast ist in den meisten Ländern eine geschütze Pflanzenart. |
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Bachstelzen und Drosseln sind gegen das giftige Fruchtfleisch anscheinend immun und speien die Steinkerne wieder aus, sie tragen dadurch zur Verbreitung bei. |
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Der Seidelbast gilt als starke Giftpflanze. |
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