| HEILPFLANZEN | Cytisus scoparius - Besenginster |
| Cytisus scoparius (syn. Genista angulata, G. glabra, G. hirsuta, G. scoparia, G. scoparius, G. vulgaris, Sarothamnus ericetorum, S. obtusatus, S. scoparius, S. vulgaris, Spartium angulosum, S. glabrum, S. scoparium); Besenginster (syn. Bram, Besenpfriem, Besenstrauch, Pfriemenstrauch), |
Botanische Familie: Fabaceae |
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| VORKOMMEN |
| Europa, Nordafrika, Kanaren, eingebürgert in Amerika, Japan, Südafrika. In Gärten meist nur noch Hybriden. |
| MERKMALE |
| Verzweigter, bis 2 m hoher Strauch mit gerillten, rutenförmigen grünen Zweigen, kleinen 3-zählig gefiederten Blättern und leuchtend gelben Blüten, die sich zu flachen, etwas gebogenen schwarzen Hülsen entwickeln. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| 1. Cytisi scoparii flos (syn. Flores Genistae, Flores Genistae scoparii, Flores Spartii scoparii, Flos Genistae scopariae, Sarothamni scoparii flos); Besenginsterblüten (syn. Ginsterblüten, Pfriemenblüten), die getrockneten, abgestreiften Blüten. 2. Cytisi scoparii herba (syn. Herba Genistae scopariae, Herba Sarothamni scoparii, Herba Spartii scoparii, Sarothamni scoparii herba, Scoparii cacumina, Scoparium, Summitates Scoparii, Summitates Scoparii Genistae); Besenginsterkraut (syn. Besenstrauch, Ginsterkraut), die getrockneten, besonders im Frühjahr und Spätherbst gesammelten oberirdischen Teile. 3. Cytisi scoparii radix (syn. Radix Genistae scopariae, Radix Genistae scoparii, Radix Sarothamni scoparii, Radix Spartii scoparii, Sarothamni scoparii radix); Besenginsterwurzel (syn. Ginsterwurzel), die getrocknete Pfahlwurzel mit Nebenwurzeln. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
1. Cytisi scoparii flos Chinolizidinalkaloide (1-2 %, vor allem (-)-Spartein, 17-Oxospartein, (+)-Lupanin, Amine (Tyramin, Dopamin und Epinin), Scoparin (8-C-Glykosylchryseriol). |
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| ANWENDUNG |
| 1. Cytisi scoparii flos In der Volksheilkunde bei Wasseransammlungen, Rheuma, Gicht, Nierensteinen, Gelbsucht, Leberleiden und zur Blutreinigung. Da kein gesichertes medizinisches Wissen über die Verwendung der Droge existiert, wird deren alleiniger Gebrauch nicht empfohlen. Als Bestandteil von Kombinationspräparaten ist die Droge in Zubereitung für die Indikationsgebiete Herz-Kreislauf-System und Nierenerkrankungen enthalten. 2. Cytisi scoparii herba bei funktionellen Herz- und Kreislaufbeschwerden, zur Unterstützung der Therapie bei Hypotonie und Kreislaufregulationsstörungen. In der Volksheilkunde wird ein Dekokt eingesetzt bei Ödemen, zur Diurese, bei Herzbeschwerden und niedrigem Blutdruck, bei zu starker Menstruation und Blutungen nach der Geburt sowie bei Gicht, Rheuma, Ischias, Gallen- und Harnsteinen, Gelbsucht, Bronchialerkrankungen. 3. Cytisi scoparii radix in der Volksheilkunde bei vergrösserter Milz, Gelbsucht, Rheuma und anderen Leiden. |
| PHARMAKOLOGIE |
| Spartein stimuliert muscarinerge Acetylcholinrezeptoren und blockiert Na+- und K--Kanäle. Es wirkt, ähnlich wie Chinidin und Ajmalicin, als Antiarrhythmikum, indem es die Nervenimpulse im Herzen abschwächt. Spartein vergrössert die Diastole und wirkt gleichzeitig positiv inotrop. Tyramin hat einen gefässverengenden und damit blutdrucksteigernden Effekt. Die Droge besitzt bekannte wehenfördernde Wirkung, sie stillt Gebärmutterblutungen und erhöht den Tonus und die Kontraktionskraft des Uterus. |
| ANMERKUNG |
| Besenginster ist zur Selbstmedikation ungeeignet. Er sollte nicht bei Bluthochdruck oder in Kombination mit MAO-Hemmern eingesetzt werden. Wegen der abortiven Wirkung sollte Besenginster nicht in der Schwangerschaft angewendet werden. |
| HOMÖOPATHIE |
| Cytisus scoparius (syn. Spartium scoparium) HAB1, die frischen, abgestreiften Blüten zusammen mit den bei der Blütenernte anfallenden Blättern, jedoch ohne Zweigspitzen. Anwendungsgebiet: Herzinsuffizienz, Herzmuskelschwäche. |
| SONSTIGES |
| Die Droge ist apothekenpflichtig. Besenginsterpräparate sollten nur als vom Arzt verordnete Medikation verwendet werden. |
| Letzte Änderung: 21.12.2009 / © W. Arnold |