| HEILPFLANZEN |
Cynoglossum officinale - Echte Hundszunge |
| Cynoglossum officinale (syn. Cynoglossum clandestinum) |
| Die Gewöhnliche Hundszunge wächst zerstreut, aber lokal häufig in sonnigen Unkrautfluren, an Schuttplätzen, Wegrändern und in übernützten Weiden. Sie bevorzugt eher trockene, nährstoffreiche Böden in sonniger Lage. Nach Ellenberg ist sie eine Lichtpflanze, intermediär-kontinental verbreitet, ein Schwachbasen- und Stickstoffzeiger und eine Verbandscharakterart wärmebedürftiger Distelgesellschaften. |
 |
| Die Gewöhnliche Hundszunge ist eine zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 80 cm erreicht. Der kräftige Stängel hat einen Durchmesser von bis 1 cm, ist kantig, locker zottig behaart und dicht beblättert. Die Pflanze hat einen Mäusegeruch. Die Grundblätter sind grundständig rosettig gehäuft. Die Stängelblätter sind sitzend, stängelumfassend, beiderseits angedrückt behaart, graugrün und derb, die oberen sind lanzettlich und filzig behaart. Die erst dunkelvioletten, später braunroten Blüten sind homogame, trichterförmige „Stieltellerblumen“. Die ziemlich lange Blütenkronröhre ist durch hellrote Hohlschuppen (Schlundschuppen) verschlossen, |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Cynoglossi radix (syn. Radix Cynoglossi); Hundszungenwurzel. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Heliosupin, Echinatin, Cynoglossin, Consolidin und andere Pyrrolizidinalkaloide (0.6-2.1% in der Trockensubstanz); Toxizität bleibt auch im Heu erhalten. Im weiteren Allantoin, Gerbstoffe sowie Schleimstoffe und Fructane. |
Volkstümlich innerlich und äusserlich als Antineuralgikum sowie äusserlich als Wundheilmittel.

(-> siehe Warnung!)
|
| Bestimmend für den toxischen Effekt ist die totale Aufnahme der Pyrrolizidinalkaloide, egal über welchen Zeitraum die Alkaloide aufgenommen wurden. Die Auswirkungen einer Pyrrolizidin-Vergiftung sind kumulativ: Die Pyrrolizidinalkaloide werden in der Leber in Metaboliten umgewandelt, welche irreversibel mit der DNA und anderen Makromolekülen reagieren und zur Schädigung der Leberzellen führen, was auch viele Monate nach der Aufnahme der Alkaloid-haltigen Pflanzen zum Tode führen kann. Untersuchungen bei Schafen haben gezeigt, dass eine partielle Detoxifikation der Pyrrolizidinalkaloide in den Vormägen der Wiederkäuer erfolgt. |
| Der merkwürdige botanische und deutsche Name "Hundszunge" bezieht sich auf die langen Blätter, die an die heraushängenden langen Zungen von Hunden erinnern. |
| Letzte Änderung: 06.10.2011 / © W. Arnold |
|
|
 |
 |
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
 |
A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
 |
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
 |
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
 |
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
 |
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
 |
Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
 |
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
 |
| |
Familie
Gattung |
Boraginaceae
Cynoglossum
|
| |
Wiss. Bez. |
Cynoglossum officinale |
 |
 |
Durch die Farbe ihrer Blüten in seltenem, dunklem Violett-Purpur ist die Hundszunge ein schöne einheimische Wildblume, die sich auch als anspruchslose Zierpflanzen für den Garten eignet. |
 |
 |
Extrakte aus den Wurzeln und dem Kraut der Echten Hundszunge waren früher Bestandteil von Wundsalben. |
 |
 |
Wegen der Toxizität der enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide sollte die Droge therapeutisch nicht genutzt werden.

Allen Präparaten mit Bestandteilen der Echten Hundszunge ist die arzneimittelrechtliche Zulassung entzogen worden. |
 |
 |
Traditionelle Medizin
|
|