| HEILPFLANZEN |
Cynara scolymus - Artischocke |
Cynara scolymus (syn. Cynara cardunculus);

Artischocke (syn. Französische Artischocke, Grüne Artischocke, Kugelartischocke). |
| Heimisch vermutlich in Äthiopien, Gemüsekulturen in Mittelmeergebieten, Blattkulturen in Mitteleuropa. |
| Die Artischocke ist eine usdauernde Kulturpflanze mit fiederspaltigen Laubblättern. Im ersten Jahr bildet sie eine Blattrosette, im zweiten Jahr einen bis zu 2 m hohen Stängel mit Blütenköpfen. Unter günstigen Kulturbedingungen kann die Pflanze jedoch bereits im ersten Jahr eine Blüte hervorbringen. Die imposanten Blütenköpfe haben einen Durchmesser von 8 bis 15 cm. Die fleischigen Blütenböden sind von stumpfen, dachziegelartig angeordneten Hüllblättern umgeben und dicht mit blauvioletten Röhrenblüten gefüllt. Die Blütezeit ist von Juli bis August. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Cynarae folium (syn. Folia Cynarae); Artischockenblätter, die frischen oder getrockneten Laubblätter. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Sesquiterpen-Bitterstoffe (0,5-5 %), vor allem das Guajanolid Cynaropikrin. Im weiteren Caffeoylchinasäuren, bes. Chlorogensäure und Cynarin, eine 1,5-Di-O-caffeoyl-D-chinasäure gebildet als Artefakt bei der Bereitung des wässrigen Extraktes in der Wärme durch Umesterung aus 1,3-Di-O-caffeoylchinasäure. Ebenfalls vorhanden sind Flavonoide vom Luteolin-Typ,

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| Leberschützende Eigenschaften konnten in isolierten Leberzellen nachgewiesen werden. Die gallenproduktionsanregenden und leberschützenden Eigenschaften werden auf Cynarin, Chlorogen- und Neochlorogensäure zurückgeführt. Cynarin soll für die Senkung des Triglycerid- und Cholesterolspiegels im Blut verantwortlich sein. In klinischen Studien konnte eindeutig eine gallenproduktionsanregende und lipidsenkende Wirkung von Artischockenblattextrakten gezeigt werden. Demnach könnten Artischockenblätter in der Arteriosklerosebehandlung wichtig sein. Cyanopicrin, als bittere Substanz und Tonikum (Amarum), spielt möglicherweise bei der Verbesserung von Appetit und Verdauung eine Rolle. |
| Auszüge der Droge wirken cholagog, hepatoprotektiv und lipidsenkend. Mono- und Kombinationspräparate der Droge kommen insbes. bei dyspeptischen Beschwerden, bedingt durch verminderte Gallesekretion, zum Einsatz. |
Cynara scolymus HAB; Artischocke, die frischen, zur Blütezeit geernteten, oberirdischen Pflanzenteile.

Anwendungsgebiet: chronische Leber-Galle-Störungen. |
| Die Geschichte dieser Pflanze geht bis in das spätzeitliche Ägypten zurück. Hier wurde sie das erste Mal erwähnt. Auch in späteren Zeiten schätzte man die Artischocke, sie wurde auf römischen Marktplätzen gehandelt, später nach Frankreich und Großbritannien gebracht und im späteren Frankreich galt sie sogar als Zeichen von Reichtum und vornehmer Lebensart. Die Artischocke ist sehr frostempfindlich, was ihre Verbreitung in unseren |
| Letzte Änderung: 10.08.2010 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung
Art |
Asterales
Asteraceae
Cynara
Artischocke
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Wiss. Bez. |
Cynara scolymus |
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Vor dem Aufblühen geerntete Blütenköpfe werden wegen ihres fleischigen Blütenboden und der Hüllkelchblätter als Gemüse geschätzt. |
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