| HEILPFLANZEN |
Cydonia oblonga - Quitte |
Cydonia oblonga (syn. Cydonia communis, C. cydonis, C. lusitanica, C. maliformis, C. sumboshia, C. vulgaris, Pyrus cydonia, Sorbus cydonia)

Quitte (syn. Quittenbaum) |
| Die ursprüngliche Heimat liegt wohl in Ländern im Süden des Kaukasus. In Armenien und im Iran wächst die Quitte wild. Heute werden die Sorten vor allem in Asien und Europa angepflanzt. Als wärmeliebende Pflanze wird sie bevorzugt in Weinbaugebieten angebaut. Ihre Ausbreitung nördlich der Alpen ist den Römern zu verdanken. |
| Cydonia oblonga ist ein sommergrüner Strauch oder Baum, der Wuchshöhen von 4 bis 6 Meter erreicht. Die Rinde junger Zweige ist violett und behaart - später bräunlich violett und glatt. Die Knospen sind nur von wenigen Schuppen geschützt. Die beim Austrieb behaarte Blattspreite ist 5 bis 10 cm lang und 3 bis 5 cm breit. Der Blattrand ist glatt. Der behaarte Blattstiel ist 0,8 bis 1,5 cm lang. Es sind Nebenblätter vorhanden. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
1. Cydoniae fructus (syn. Fructus Cydoniae); Quittenfrüchte, die frische oder in Scheiben geschnittene getrocknete Frucht.

2. Cydoniae semen (syn. Semen Cydoniae); Quittenkerne (syn. Küttenkerne, Quittensamen, Schleimkörner), die reifen getrockneten Samen. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
1. Cydoniae fructus: Kohlenhydrate (10 % Zucker komplexer Zusammensetzung, Pektine, Protopektin, Sorbit), org. Säuren, Vitamine (B1, B2, Niacin, C), äther. Öl (unter anderem Terpenlactone wie (+)-trans-Marmelolacton und Derivate).

2. Cydoniae semen: Schleimstoffe (ca. 20 %, u.a. aus Cellulose und Glucuronoxylan mit hohem Anteil an Uronsäuregruppen), Amygdalin (0,4-1,5 %), Gerbstoffe, Proteine, fettes Öl, Vitamin C und cyanogene Glykoside. |
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1. Cydoniae fructus: In der Volksheilkunde bei Hals-, Magen- und Lungenleiden, gegen Durchfälle und Blutspeien sowie mangelnde Menstruation. Die Wirksamkeit bei diesen Indikationen ist nicht ausreichend belegt. In der Galenik wird ein Quittenaroma aus den Fruchtschalen zur Aromatisierung von Arzneimitteln verwendet. Im Haushalt wird die Quitte zur Herstellung von Gelee und Kompott eingesetzt.

2. Cydoniae semen: In der Volksheilkunde zur Herstellung eines Schleimes, der bei Husten, zu Umschlägen bei Verbrennungen, bei aufgesprungener und rissiger Haut und wunden Brustwarzen verwendet wird. Früher in der Galenik zur Herstellung von Suspensionen und Cremes. In der Technik seltener als Appreturmittel und in der Zeugdruckerei. |
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| Die Quitte war bei den Griechen und Römern sehr geschätzt und spielte wegen ihrer wohlschmeckenden Früchte bei den Schriftstellern der Antike eine Rolle. Durch das Capitulare Karls des Grossen. Nördlich der Alpen verbreitet, war die Pflanze auch der Hildegard v. Bingen bekannt. Die medizinische Verwendung der schleimhaltigen Samen wurde erst durch die Araber in Europa bekannt. |
| Letzte Änderung: 24.09.2011 / © W. Arnold |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Familie
Gattung |
Rosaceae
Quitte
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Wiss. Bez. |
Cydonia oblonga |
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Die Quitte verdankt ihren Namen botanisch-wissenschaftlich wie auch in unserem Sprachgebrauch der griechischen Stadt Kydonia, heute Chania, im Nordwesten der Insel Kreta. |
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Der griechische Arzt Hippokrates empfahl Quittenzubereitungen gegen Durchfall und Fieber. Der römische Arzt Galen setzte Quittensaft zur Stärkung des Magens ein. Überliefert ist von ihm ein Siruprezept bestehend aus Quitten, Honig, Ingwer, Pfeffer und Essig, das nach seiner Empfehlung zwei bis drei Stunden vor dem Essen einzunehmen war. |
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Traditionelle Medizin
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