HEILPFLANZEN
Curcuma longa - Curcuma
Curcuma domestica Val. (syn. Amomum curcuma, Curcuma longa);

Gelbwurzel (syn. Kurkuma).
Curcuma longa - Curcuma
VORKOMMEN
Vermutlich Indien; alte Kulturpflanze, in den Tropen fast weltweit angebaut (z. B. China, Indien, Malaysia, Indonesien, Afrika und Madagaskar).
MERKMALE
Mehrjährige, dem Ingwer (Zingiber) ähnelnde Pflanze mit breiten, unbehaarten und bo­denständigen Blättern. Die gelben Blüten stehen in länglichen Ähren. Die fleischigen Rhi­zome sind innen orange gefärbt.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Curcumae longae rhizoma (syn. Rhizoma Curcumae, Rhizoma Curcumae longae); Kurkumawurzelstock (syn. Gelbwurzelstock, Gilbwurzel, Gurkumei), gebrühte und getrocknete Wurzelstöcke.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
TumeronNichtflüchtige gelbe Pigmente, die so genannten Curcuminoide (unter anderem Curcumin, Monodes­methoxycurcumin und Bisdesmethoxycurcumin); ferner ein ätherisches Öl (2-7% TG) mit viel Sesqui­terpenen vom Bisabolan-Typ, Guaian- und mehre­ren Sesquiterpenen vom Germacrantyp (mit α-und β-Turmeron, Curlon und Zingiberen); ausserdem Ukonan A, ein Polysaccharid (Arabinogalactan).
PHARMAKOLOGIE
CurcuminCurcumin und verwandte Verbindungen sind entzündungshemmend, antioxidativ, anti­mikro­biell und für Tumorzellen zytotoxisch; sie sind vermutlich zumindest teilweise für die Eigenschaften von Kurkumawurzel ver­antwortlich, die Gal­lenproduktion- und Gal­lenfluss anregen sowie cholecystokinetisch wirken. Ukonan A stimuliert die Phagozy­toseaktivität.
ANWENDUNG
Curcuma-Arten finden bei Verdauungsstörungen verbreitete Anwendung, z. B. zur An­regung der Gallensekretion und zur Behandlung von peptischem Ulkus. Bewährt ist die karminative Wirkung von Kurkuma. Es ist jedoch vorwiegend als vielseitiges Küchenge­würz (Bestandteil von Currypulver) und als pflanzliches Färbemittel bekannt.
HOMÖOPATHIE
Curcuma xanthorrhiza HAB; Javanische Gelbwurzel, die getrockneten, unterirdischen Teile.
SONSTIGES
Aus der Deutschen Apotheker Zeitung, 141, Nr. 32, 09.08.2001

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DAZ

Curcumawurzelstock bietet interessante therapeutische Perspektiven

Curcuma longa - eine unterschätzte Heilpflanze

Bei einer Recherche in der Datenbank Medline wird die unüberschaubare Trefferanzahl von über 700 Beiträgen zum Suchbegriff "curcumx" angezeigt. Zum Vergleich: Eine Suche nach Johannis­kraut ("hypericx") ergab knapp 600 Einträge, nach Ginkgo ("ginkgx") etwas über 700 Einträge. Die Beiträge über Curcuma sind also etwa so zahlreich wie die über zwei der erfolgreichsten Arznei­drogen auf unserem Phytopharmakamarkt. Das ist hauptsächlich auf die grosse Bedeutung von Curcuma in Süd- und Südostasien und im pazifischen Raum zurückzuführen, wo sie als Arznei­pflanze und als Gewürz verwendet wird. Die Beiträge beziehen sich zum weitaus grössten Teil auf pharmakologische Arbeiten, die ein grosses Spektrum von choleretischen über antiinflam­ma­to­rische bis hin zu tumorinhibierenden Wirkungen umfassen. Trotz der interessanten therapeu­tischen Perspektiven ist die Arzneipflanze Curcuma longa L. bei uns noch relativ unbekannt.

Curcuma

 

 

Bild links: Trocknung der Curcuma-Wurzelstöcke nach der Ernte.



Bild unten: Gebrühte und getrocknete Droge Curcumae longae rhizoma
Curcuma
Letzte Änderung: 15.11..2010 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2.
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.


Wikipedia
Curcuma longa - Seine Wirkungen insbesonder bei Krebserkrankungen (156 KB)
Curcuma longa (PDF, 554)


Curcuma longa - Curcuma


  Ordnung
Familie
Gattung
Zingiberales
Zingiberaceae
Curcuma
  Wiss. Bez. Curcuma longa


Verschiedene Curcuma-Arten besit­zen ähnliche medizinische Eigen­schaften und werden gegen Ver­dau­ungsstörungen, als Magenmittel und Karminativum angewendet: Blockzitwer oder Wilde Gelbwurz (C. aromatica), Javanische Kurkuma (C. xanthorrhiza), Zedoarie oder Zitwer (C. zedoaria)


Kurkuma darf nicht bei Gallengang­verschluss oder Gallensteinen ein­genommen werden.