| HEILPFLANZEN |
Crataegus monogyna - Eingriffeliger Weissdorn |
Crataegus monogyna (syn. Crataegus apilfolia, Mespilus elegans, M. monogyna, M. moogyna);

Eingriffeliger Weissdorn, Einkern-Weissdorn, Weissdorn. |
| Crataegus laevigata und Crataegus monogyna in ganz Europa, Crataegus pentagyna auf der Balkanhalbinsel, Crataegus azarolus im östlichen Mittelmeergebiet und Crataegus nigra in Ungarn und Slowenien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina beheimatet, zum Teil kultiviert. Die Droge wird aus verschiedenen ost- und südosteuropäischen Ländern importiert. |
| Kleiner Baum mit gelappten Blättern, dornigen Asten und weissen Blüten, deren Amingeruch Insekten zur Bestäubung anlockt. Die reifen Früchte sind rot. Medizinisch verwendet werden insbesondere Eingriffeliger (Crataegus monogyna) und Zweigriffeliger Weissdorn (Crataegus laevigata = Crataegus oxyacantha), die häufig hybridisieren; ferner C Crataegus azarolus, Crataegus pentagyna in der europäischen Phytotherapie sowie Crataegus cuneata und Crataegus pinnatifolia in der TCM. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
Crataegi flos (syn. Flores Crataegi); Weissdornblüten, die getrockneten Blüten.

Crataegi folium cum flore (syn. Folia Crataegi, Herba Crataegi cum floribus); Weissdornblätter mit Blüten, die getrockneten bis etwa 7 cm langen, blühenden Zweigspitzen.

Crataegi fructus (syn. Fructus Crataegi, Fructus Oxyacanthae, Fructus Spinae albae); Weissdornfrüchte, die getrockneten Scheinfrüchte. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Crataegi flos Flavonoide (ca. 2,5 %), darunter Flavonole, unter anderem Hyperosid (0,7 %) und Flavone unter anderem Vitexin-2"-O-α-L-rhamnosid (0,2 %), ausserdem Procyanidine (ca. 3,7 %), die oligomere (ca. 2,5 %) und polymere (ca. 1,1 %) Procyanidine aufweisen. Weitere Bestandteile sind Kaffeesäurederivate, unter anderem Chlorogensäure, sowie Triterpensäuren.

Crataegi folium cum flore Flavonoide (ca. 1,8 %), Flavonol- und Flavonglykoside (siehe oben), oligomere Procyanidine (ca. 2,4 %), ferner Phenolcarbonsäurederivate undTriterpensäuren, unter anderem Crataegolsäure (2-α-Hydroxyoleanolsäure) und Ursolsäure.

Crataegi fructus Triterpensäuren (ca. 0,45 %) unter anderem Crataegol- und Ursolsäure, Procyanidine (ca. 3 %) sowie Flavonglykoside und Glykosylflavone.
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| Procyanidine und Flavonoide sind die medizinisch wichtigen Inhaltsstoffe. Wegen ihrer phenolischen Hydroxylgruppen können sie mit verschiedenen Enzymen und Rezeptoren interagieren, z. B. mit Na+/K+-ATPase und Angiotensin Converting Enzyme (ACE). In zahlreichen Studien wurde eine Steigerung von Kontraktionskraft und Schlagvolumen des Herzens nachgewiesen. Antiarrhythmische Effekte und eine verbesserte Koronardurchblutung wurden dokumentiert. In kontrollierten, klinischen Doppelblindstudien wurde eine Wirksamkeit für Patienten im Stadium NYHA II gezeigt; manche Befunde deuten sogar auf eine Wirksamkeit im Stadium NYHA III hin. Die Wirksamkeit wird heute dem Zusammenspiel mehrerer Inhaltsstoffe zugeschrieben, besonders den Procyanidinen und Flavonoiden. Beobachtet werden nach längerer Gabe von Crataegus-Extraktpräparaten eine bessere Durchblutung des Myokards und der Koronargefässe sowie eine erhöhte Toleranz gegen Sauerstoffmangel. |
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| Bei beginnender Herzinsuffizienz, insbesondere Koronarinsuffizienz, bei leichten Formen der Herzmuskelinsuffizienz (Stadium I-II nach New York Heart Association), beim noch nicht Herzglykosid bedürftigen Altersherz, bei Druck- und Beklemmungsgefühl in der Herzgegend und bei leichten Formen von bradykarden Herzrhythmusstörungen. Vor der Anwendung sollte sichergestellt sein, dass die eben genannten Symptome keine organischen Ursachen haben (dann ist eine andere Medikation erforderlich!), deshalb darf auch Weissdorn nicht unkritisch zur Selbstbehandlung empfohlen werden. Weissdorn ist Bestandteil zahlreicher Arzneifertigpräparate, oft in Kombination mit anderen Drogen oder Substanzen, unter anderem auch mit Cardenoliddrogen. |
Crataegus HAB1., die frischen, reifen Früchte.

Anwendungsgebiet: Herz- und Kreislaufstörungen, Altersherz. |
| Der Gattungsname Crataegus kommt bereits bei Dioskurides vor und stammt vermutlich vom griechischen krataiós (fest, stark) ab, wohl als Hinweis auf das feste Holz des Strauches. Der deutsche Name Weissdorn ist ein Hinweis auf die weissen Blüten. |
| Letzte Änderung: 25.03.2010 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art |
Rosales
Rosaceae
Spiraeoideae
Crataegus
Eingriffeliger Weissdorn |
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Wiss. Bez. |
Crataegus monogyna |
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Die Wirksamkeit von Crataegus-Extrakten ist durch zahlreiche klinische und pharmakologische Untersuchungen sehr gut belegt. Internationale, placebokontrollierte Doppelblindstudien mit mehr als 1600 Patienten und positiven Ergebnissen wurden in Deutschland und Polen durchgeführt (1998—2002) . |
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Die Verträglichkeit der Weissdornpräparate war in allen Studien gut. |
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Nur für Weissdornblätter mit Blüten ist offiziell anerkannt, dass sie einen hohen Anteil an wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffen enthalten. Weissdornfrüchte haben diese Anerkennung nicht. |
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