| HEILPFLANZEN | Conium maculatum - Gefleckter Schierling |
| Conium maculatum (syn. Cicuta
maculata, C. major, C. officinalis, Conium cicuta, C. maculosum, Coriandrum cicuta
officinalis, C. maculatum, Selinum conium, Sium conium) Gefleckter Schierling (syn. Bangenkraut, Blutschierling, Erdschierling, Fleckenschierling, Giftpetersilie, Krottenpetersilie, Mäuseschierling, Stinkender Schierling, Tollkerbel, Tollkraut, Vogeltod, Wütrich, Ziegendill). |
Botanische Familie: Doldenblütler (Apiaceae) |
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| Die Pflanze kurz vor dem Blühen. Der gefleckte Schierling ist in unserer Gegend eine Seltenheit! | Deutlich ist der gefleckte Stengel erkennbar. Die Pflanze riecht unangenehm nach Mäuseurin. |
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| VORKOMMEN |
| Europa, Nordafrika, Asien, Nordamerika. |
| MERKMALE |
| Die zweijährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von bis zu 2 Metern. Ihre kahlen Stängel sind hohl, längs gerippt und - ähnlich wie reife Pflaumen - von einer Art blauem Reif überhaucht, im unteren Teil rot gefleckt. Die Laubblätter des Schierlings sind dreifach gefiedert. Ein Blatt bildet optisch ein Dreieck. Die weißliche Wurzel ist spindelförmig. Ein gutes Erkennungsmerkmal ist ein intensiver Geruch nach Mäuse-Urin. Die zusammengesetzte Dolde weist bis zu 20 Strahlen auf. Sie besitzt an der Basis wie auch an den Döldchen mehrere Hüllblättchen. Die weißen Blüten sind einfach. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Conii herba (syn. Herba Conii, Herba
Conii maculati, Herba Cicutae maioris, Herba Cicutae terrestris); Schierlingskraut (syn. Bangenkraut, Blutschierlingskraut, Fleckenschierlingskraut, Mäuseschierlingskraut, Tollkraut, Ziegenkraut), die getrockneten, im zweiten Jahr von Juni bis September gesammelten Blätter und blühenden Zweigspitzen. Fructus Conii; Schierlingsfrüchte. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Polyketid-Alkaloide ((S)-Coniin,
N-Methylconiin, g-Conicein
und Nebenalkaloide in Spuren), Polyine (u.a. Falcarinon, Falcarinolon), Furanocumarine
(Bergapten, Xanthotoxin), Flavonoide (u.a. Diosmin, Luteolin). |
| PHARMAKOLOGIE |
| Coniin wird von Schleimhäuten und der intakten Haut gut resorbiert und entfaltet eine Nicotin- und Curare-ähnliche Giftwirkung, wobei die motorischen Nerven zunächst erregt, später jedoch gelähmt werden. Bei Berührung mit dem Saft der Pflanze kann eine Hautreizung, einhergehend mit Brennen, auftreten. Coniin ist bei der Einnahme durch einen besonders charakteristischen, brennenden Geschmack erkennbar. Im Hals- und Rachenbereich ruft er nach der Einnahme Mundschleimhautreizungen sowie vermehrten Speichelfluss hervor. Schwindel, Atemnot, Bronchialspasmen, Bewusstseinstrübung, Sehstörungen und Lähmungserscheinungen sind weitere Symptome. Die tödliche Dosis des Stoffes beträgt bei erwachsenen Menschen etwa 40–60 mg pro kg Körpergewicht. Der Tod tritt nach 0,5 bis 5 Stunden bei vollem Bewusstsein durch Lähmung der Brustkorbmuskulatur ein. |
| ANWENDUNG |
| Früher wurde die Pflanze in der Volksheilkunde zur Beruhigung, bei Neuralgien, Genickstarre, Krämpfen, Spasmen sowie bei Asthma, Keuchhusten und Pylorusspasmus. Dabei wurde die Droge sowohl innerlich als auch äusserlich angewendet. Auch als Antaphrodisiakum wurde die Droge genutzt. Wegen der möglichen Vergiftungsgefahren ist der Gebrauch der Droge heute abzulehnen. Sie ist in hohem Grade giftig und war dafür schon im frühen Altertum bekannt. Aus ihren Früchten gewannen schon die alten Griechen eine Zubereitung, mit der sie die zum Tode Verurteilten hinrichteten (Schierlingbecher). Platon gibt in seinem Phaidon eine meisterhafte Schilderung dieser Hinrichtungsart, als er den Tod des Sokrates beschreibt. |
| ANMERKUNG |
| Die gesamte Pflanze hat einen sehr unangenehmen Geruch. Ein Verzehren der Pflanze scheint unmöglich zu sein: Sie brennt derart stark im Munde, dass der Unglücksmensch, der es versuchen will, sie notgedrungen, aber glücklicherweise sofort wieder ausspuckt. Gelegentlich kann es aber vorkommen, dass sie mit Petersilie, Kerbel und ähnlichen Küchenkräutern verwechselt wird, wobei dann ihr warnender Eigengeschmack von den anderen Pflanzen überdeckt wird. Eine Schierlingsvergiftung führt im Regelfall zum Tode durch Paralyse, die sich zunächst in den Füssen bemerkbar macht, dann aber nach und nach höher steigt und schliesslich das Atemzentrum lähmt und so den Tod herbeiführt. |
| HOMÖOPATHIE |
| Conium HAB1; Schierling, das frische, blühende Kraut. Anwendungsgebiet.: Verkalkung der Hirngefäße, Lähmungen, Drüsenschwellungen, Tumore, Verstimmungszustände. |
| SONSTIGES |
| Konion kommt als Bezeichnung eines giftigen Doldenblütengewächses in den Schriften von Theophrast, Dioskurides und Alexander Trallianus vor. Ob diese Pflanze mit der von Plinius genannten Cicuta übereinstimmt, ist nicht sicher. Die deutsche Benennung Schierling findet sich bereits bei Hildegard von Bingen. Die Droge wurde seit 1760 als Heilmittel in verschiedenen Arzneibüchern geführt. Im Altertum wurde frischer Schierlingssaft, oft gemischt mit Opium, zur Vollstreckung von Todesurteilen (Schierlingsbecher des Sokrates, 399 v.Chr.) oder als Mord- und Selbstmordgift genutzt |
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Eine Lieblingspflanze von mir - Conium maculatum |
| Letzte Änderung: 20.01.2008 / © W. Arnold |