| HEILPFLANZEN |
Conium maculatum - Gefleckter Schierling |
Conium maculatum (syn. Cicuta maculata, C. major, C. officinalis, Conium cicuta, C. maculosum, Coriandrum cicuta officinalis, C. maculatum, Selinum conium, Sium conium)

Gefleckter Schierling (syn. Bangenkraut, Blutschierling, Erdschierling, Fleckenschierling, Giftpetersilie, Krottenpetersilie, Mäuseschierling, Stinkender Schierling, Tollkerbel, Tollkraut, Vogeltod, Wütrich, Ziegendill). |
| Der Gefleckte Schierling findet sich auf typischen Ruderalflächen wie Schuttplätzen oder Brachen. Er bevorzugt tiefgründigere nahrhafte Lehmböden und gilt als Stickstoffanzeiger. Wegen zahlreicher Todesfälle beim Nutzvieh durch Schierling im Grünfutter wurden Conium-Vorkommen im Freiland durch Landwirte vielerorts gezielt eliminiert. |
| Die zweijährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von bis zu 2 Metern. Ihre kahlen Stängel sind hohl, längs gerippt und - ähnlich wie reife Pflaumen - von einer Art blauem Reif überhaucht, im unteren Teil rot gefleckt. Die Laubblätter des Schierlings sind dreifach gefiedert. Ein Blatt bildet optisch ein Dreieck. Die weissliche Wurzel ist spindelförmig. Ein gutes Erkennungsmerkmal ist ein intensiver Geruch nach Mäuse-Urin. Die zusammengesetzte Dolde weist bis zu 20 Strahlen auf. Sie besitzt an der Basis wie auch an den Döldchen mehrere Hüllblättchen. Die weissen Blüten sind einfach. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
Conii herba - (syn. Herba Conii, Herba Conii maculati, Herba Cicutae maioris, Herba Cicutae terrestris); Schierlingskraut (syn. Bangenkraut, Blutschierlingskraut, Fleckenschierlingskraut, Mäuseschierlingskraut, Tollkraut, Ziegenkraut), die getrockneten, im zweiten Jahr von Juni bis September gesammelten Blätter und blühenden Zweigspitzen.

Fructus Conii - Schierlingsfrüchte. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
In allen Teilen der Pflanze, besonders reichlich in den unreifen Früchten, (+)-Coniin, N-Methylconiin und γ-Conicein, daneben wenig Conhydrin, Conhydrinon, Pseudoconhydrin und 2-Methylconiin. Alkaloidgehalt der frischen Organe, bezogen auf das Trockengewicht: Früchte 0,2 bis 2,0 %, höchster Gehalt in den unreifen Früchten, Blätter 0,1 bis 0,5 %, höchster Gehalt während der Blüte, Blüten 0,25%, Stengel 0,06 % und Wurzel 0,05 %. Bei der Entwicklung von Blüten und Früchten steigt der Gehalt an Coniin und N-Methylconiin auf Kosten des Gehaltes an γ-Conicein. Der Anteil der einzelnen Alkaloide am Alkaloidgemisch ist abhängig vom Chemotyp. Es dominieren in den Früchten entweder Coniin, N-Methylconiin oder γ-Conicein. Auch Klimafaktoren beeinflussen Alkaloidgehalt und Alkaloidspektrum entscheidend.

Begleitsubstanzen in allen Organen der Pflanze sind unter anderem Polyine, in besonders hohen Konzentrationen in der Wurzel, z. B. Falcarinon, Falcarinolon, Furanocumarine, z. B. Bergapten, und Flavonoide, Diosmin und/oder Luteolin.
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| Die Wirkung der Droge wird in der Hauptsache durch das Coniin bestimmt. Coniin wird von Schleimhäuten und der intakten Haut gut resorbiert und entfaltet eine Nicotin- und Curare-ähnliche Giftwirkung, wobei die motorischen Nerven zunächst erregt, später jedoch gelähmt werden. Bei Berührung mit dem Saft der Pflanze kann eine Hautreizung, einhergehend mit Brennen, auftreten. Coniin ist bei der Einnahme durch einen besonders charakteristischen, brennenden Geschmack erkennbar. Im Hals- und Rachenbereich ruft er nach der Einnahme Mundschleimhautreizungen sowie vermehrten Speichelfluss hervor. Schwindel, Atemnot, Bronchialspasmen, Bewusstseinstrübung, Sehstörungen und Lähmungserscheinungen sind weitere Symptome. Der LD-Wert für (+)-Coniin für den Menschen, geschätzt, 10 mg/kg KG, p. o., das würde bei einem durchschnittlichen Gehalt der unreifen Früchte von 1,0 % und einem Körpergewicht von 50 kg etwa 50 g der Früchte entsprechen. Der Tod tritt nach 0,5 bis 5 Stunden bei vollem Bewusstsein durch Lähmung der Brustkorbmuskulatur ein. |
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| Früher wurden die Droge oder Conün vor allem zur Beruhigung, bei Neuralgien, Genickstarre, tetanischen und epileptischen Krämpfen, spastischen Zuständen der Bronchien wie Asthma und Keuchhusten und bei Pylorospasmus innerlich angewendet. Belege für eine Wirksamkeit liegen nicht vor. Ebenso ist die äusserliche Anwendung in Form von Kataplasmen oder Salben bei Keuchhusten, Asthma, Ischias, Rückenschmerzen, Neuralgien und zur Zerteilung von Erhärtungen wegen der unkontrollierbaren Mengen an resorbiertem Coniin und möglicher Vergiftungsgefahren abzulehnen. |
Conium HAB1; Schierling, das frische, blühende Kraut.

Anwendungsgebiet.: Verkalkung der Hirngefässe, Lähmungen, Drüsenschwellungen, Tumore, Verstimmungszustände. |
Konion kommt als Bezeichnung eines giftigen Doldenblütengewächses in den Schriften von Theophrast, Dioskurides und Alexander Trallianus vor. Ob diese Pflanze mit der von Plinius genannten Cicuta übereinstimmt, ist nicht sicher. Die deutsche Benennung Schierling findet sich bereits bei Hildegard von Bingen. Die Droge wurde seit 1760 als Heilmittel in verschiedenen Arzneibüchern geführt. Im Altertum wurde frischer Schierlingssaft, oft gemischt mit Opium, zur Vollstreckung von Todesurteilen (Schierlingsbecher des Sokrates, 399 v.Chr.) oder als Mord- und Selbstmordgift genutzt.

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Eine Lieblingspflanze
von mir -
Conium maculatum |
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| Letzte Änderung: 07.07.2010 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art |
Apiales
Apiaceae
Apioideae
Conium
Gefleckter Schierling
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Wiss. Bez. |
Conium maculatum |
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Vergiftungen können vor allem durch die Verwechslung mit ähnlich aussehenden Doldengewächsen, etwa dem sehr ähnlichen Wiesen-Kerbel oder der Petersilie, auftreten. Der starke Mäusegeruch, die geteilten Blätter und die rötlichen Flecken der zudem bereiften Sprosse sind jedoch ein klares Unterscheidungsmerkmal. |
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Die gesamte Pflanze hat einen sehr unangenehmen Geruch. Ein Verzehren der Pflanze ist kaum möglich, denn sie brennt derart stark im Munde, dass sie sofort wieder ausspuckt wird. Gelegentlich kann es aber vorkommen, dass sie mit Petersilie, Kerbel und ähnlichen Küchenkräutern verwechselt wird, wobei dann ihr warnender Eigengeschmack von den anderen Pflanzen überdeckt wird. Eine Schierlingsvergiftung führt im Regelfall zum Tode durch Paralyse, die sich zunächst in den Füssen bemerkbar macht, dann aber nach und nach höher steigt und schliesslich das Atemzentrum lähmt und so den Tod herbeiführt. |
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