| HEILPFLANZEN |
Commiphora myrrha - Echte Myrrhe, Myrrhenbaum |
Commiphora myrrha (syn. Balsamodendron myrrha, Commiphora molmol);

Myrrhenbaum. |
| Beheimatet in Eritrea, Abessinien, Somalia, Yemen, Sudan; aus diesen Ländern importiert. Es werden nach der Herkunf verschiedene Handelssorten unterschieden: unter anderem Somali-, Yemen-, Heerabol-Myrrhe. Myrrhe wird seit Jahrhunderten am Wildstandort gesammelt. |
| Die zur Gewinnung der Myrrhe geeigneten Commiphora-Arten sind Sträucher oder kleine Bäume mit grossen, spitzen Sprossdornen. Die ungleichen dreizähligen Blätter sind wechselständig, die kleinen Blüten sind in endständigen Rispen angeordnet. Die schizogenen Harzgänge liefern bei Verletzung die Droge Myrrhe. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
Myrrha (syn. Gummi Myrrha, Gummiresina Myrrha); Myrrhe (syn. Echte Myrrhe, Somali-Myrrhe), das aus der Rinde ausgetretene, an der Luft getrocknete Gummiharz; Es kann auch von anderen Commiphora-Arten abstammen, wenn es in der chemischen Zusammensetztung vergleichbar ist.

Beschreibung: Unregelmässig gerundete Körner oder löcherige Klumpen verschiedener Grösse von dunkel-bis schwarzbrauner oder hell- bis dunkelorangebrauner Farbe und gelbe sowie farblose bis hellgelbe Anteile. Die Oberfläche ist zumeist grau bis gelbbraun bestäubt; muscheliger Bruch, dünne Splitter durchscheinend.

Geruch: Herb-aromatisch.

Geschmack: Bitter-aromatisch, kratzend; klebt beim Kauen an den Zähnen.
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| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Äther. Öl (2-10 %) mit Sesquiterpenen (u.a. Sesquiterpenkohlenwasserstoffen, bes. δ-Elemen, 28,8 %) und Furanosesquiterpenen (Germacren-, Eudesmen- Elemen- und Guajen-Typ, wie Commiferin und 5-Aceto-2-methoxy-4,5-dihydrofiranodien-6-on als Geruchsträger) als Hauptkomponenten.
Nebenbestandteile sind einige Monoterpene, z.B. Limonen, α-und β-Pinen und Phenylpropanderivate, unter anderem Zimt- und Cuminaldehyd.
Darüber hinaus ist eine Harzfraktion enthalten. Sie besteht aus einem etherlöslichen, einem etherunlöslichen, einem chloroformlöslichen und einem aus Schleimstoffen und Proteinen zusammengesetzten polaren Teil, der etwa 60 % des Harzes umfasst.
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| Tierversuche: entzündungshemmende, fiebersenkende und adstringierende Aktivitäten. |
| Vorwiegend als antiseptisches und entzündungshemmendes Mittel zur äusserlichen Behandlung von Mund- und Racheninfekten (Zahnfleischentzündung und andere Zahnfleischerkrankungen, Mandelentzündung, Mundgeschwüre). Die bitter schmeckende und adstringierende Myrrhe wird traditionell bei zahlreichen Beschwerden genutzt, wie Erkältung (Erleichterung von Nasenatmung und Abhusten), Wunden und Geschwüren, insbesondere Infekten von Mund, Zahnfleisch und Rachen. |
Myrrha HAB1, das Gummiharz von Commiphora molmol und anderen chemisch vergleichbaren Commiphora-Arten.

Die Anwendungsgebiete sind nicht ausreichend belegt.
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| Myrrhe gehört neben Weihrauch zu den ältesten Drogen und Kostbarkeiten. Die Droge begegnet uns sowohl bereits im Alten Testament wie auch in den Kulturkreisen des Nahen und Mittleren Ostens, so bei den Assyrern, Persern, Hebräern und Phönikiern, vor allem für Räucherungen in Tempeln. Der Name Myrrhe geht auf den bitteren Geschmack zurück (bitter: arabisch "murr", assyrisch-babylonisch "murru" und somalisch "molmol" bedeutet sehr bitter). |
| Letzte Änderung:07.01.2010 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Eine Teebereitung entfällt. Die Droge wird praktisch stets in Form der Tinktur angewendet (Myrrhentinktur), Herstellung aus 1 Teil Myrrhe und 5 Teilen 90-proz. Ethanol. Myrrhe bildet auch einen Bestandteil der so genannten „Schwedenkräutermischung”. |
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Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sind keine bekannt. |
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Im alten Ägypten nutzte man bereits vor 3000 Jahren Myrrhe zur Einbalsamierung. Das getrocknete, gelb-braune Harzgranulat wird seit Jahrtausenden vor allem in Jemen, Äthiopien, Sudan und Somalia verwendet. Im Judentum gehörten Myrrhe und Aloe zur ordnungsgemässen Bestattung des Leichnams; sie waren aber auch Bestandteil von kultischen Salbungen. Vor Christus wurde Myrrhe unter anderem als Aphrodisiakum verwendet. Frauen und Männer trugen es als Parfum, Betten wurden vor dem Geschlechtsverkehr damit beträufelt. |
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Das Neue Testament berichtet, die Weisen aus dem Orient (so genannte Heilige Drei Könige) führten als Gaben Gold, Weihrauch und Myrrhe mit. Diese achtungsbezeugenden Gaben waren seinerzeit sehr wertvoll. |
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