HEILPFLANZEN
Coffea arabica - Kaffeestrauch
Coffea arabica L. (syn. Coffea laurifolia, C. mauritiana, C. vulgaris, Jasminum arabicum laurifolia);

Kaffee (syn. Arabica-Kaffee, Kaffeebaum, Kaffeepflanze, Kaffeestrauch).
Botanische Familie:Rubiaceae
Kaffeestrauch
Kaffee
  Referenzierte Literatur für die folgenden Angaben:
Aldo Poletti; Prof. Dr. Heinz Schilcher; Dr. Alfred Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2.
Prof. Dr. Hans Flück: Unsere Heilpflanzen, Ott-Verlag, Thun 1941.
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
Prof. Dr. Heinz Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Jaques De Sloover, Martine Goossens: Wildpflanzen (Gewürzkräuter und Heilpflanzen); Benziger Verlag, 1982; ISBN 3 545 34025 2.
M. Pahlow: Das grosse Buch der Heilpflanzen; Bechtermünz Verlag 2002; ISBN 3-8289-1839-5.
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
Max Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart 2002.
VORKOMMEN
Athiopien. Hauptanbauländer sind Brasilien, Kolumbien, Mexiko und Zentralamerika, Indonesien, die Elfenbeinküste und Kenia (Weltproduktion etwa 6 Millionen Tonnen jährlich).
MERKMALE
Strauch oder kleiner (4–7 m hoher) Baum mit glänzenden Blättern, duftenden, kleinen weißen Blüten in Knäueln und kleinen rundlichen, zur Reife dunkelroten Früchten (Kaffeekirschen), die im Inneren zwei Samen (Kaffeebohnen) enthalten.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Die Samen (grün oder fermentiert, geröstet (Kaffeebohnen - Coffeae semen) oder verkohlte und gemahlene Kaffeebohnen (Kaffeekohle - Coffeae Garbo, Coffeae tostae Garbo).
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

Coffein

Kaffeebohnen enthalten Purinalkaloide: als Hauptwirkstoff Coffein (1-2%, etwa 150 mg pro Tasse), sowie geringere Mengen an Theobromin, Theophyllin und Theacrin; ferner kommen Chlorogensäure, verschiedene Diterpene und Trigonellin vor.

PHARMAKOLOGIE
Coffein hemmt Adenosinrezeptoren und die Phosphodiesterase. Es erregt das ZNS, beeinflusst das Kreislaufsystem und besitzt eine positiv inotrope Wirkung, die zu beschleunigter Herztätigkeit (Tachykardie) und erhöhter Herzkontraktion führt (günstig für Patienten mit niedrigem Blutdruck). Kaffee steigert die Magensaftsekretion und Darmperistaltik.

WARNUNG: Übermässiger Kaffeegenuss kann zu Nervosität, Herzklopfen, Bluthochdruck, Schlaflosigkeit und Verdauungsstörungen führen. Es ist bekannt, dass Coffein eine Abhängigkeit hervorrufen kann.
ANWENDUNG
Als stimulierendes Getränk. Coffein, der Hauptwirkstoff, ist Bestandteil von zahlreichen Fertigarzneimitteln gegen Fieber, Schmerzen und Grippesymptome und soll in diesen Zubereitungen spezifisch gegen Schläfrigkeit wirken. Kaffeekohle wird oral gegen Durchfall sowie leichte Mund- und Halsentzündungen angewendet.
ANMERKUNG
Kommerziell weniger bedeutend sind C. canephora (Robusta-Kaffee), der häufig in Instantkaffee verwendet wird, und C. liberica (Liberia-Kaffee), den man wegen seines bitteren Aromas den Kaffeemischungen zusetzt.
HOMÖOPATHIE
1. Coffea arabica HAB1, die von der Samenschale befreiten, reifen, getrockneten, ungerösteten Samen. Anwendungsgebiet: Schlafstörungen, Neuralgien.

2. Coffea arabica tosta HAB1, die getrockneten, stark gerösteten Samen. Anwendungsgebiet: Schlafstörungen und Neuralgien.
SONSTIGES
Der Gebrauch des Kaffees ist in Nordostafrika seit dem Altertum belegt, seine Verbreitung war allerdings beschränkt. Die Kreuzfahrer kannten die Droge noch nicht. Die Araber brachten den Kaffee nach Arabien, seit dem 16. Jh. wurde er als Genußmittel beliebt und im Jemen erstmals kultiviert. Die Bezeichnung "Mokka" geht auf den gleichnamigen Hafenplatz am Roten Meer zurück, der damals die Kaffee-Ernte Jemens ausführte. Der Gebrauch des Kaffees verbreitete sich von Arabien nach Westen, 1554 finden sich erste Kaffeehäuser in Konstantinopel, 1671 in Marseille. Die Holländer kultivierten 1683 erste Kaffeepflanzen auf Java und markieren damit den Beginn der Kaffeekultur in den Tropen. Über den Botanischen Garten in Amsterdam ist dann die erste Kaffepflanze nach Amerika gebracht worden.
Letzte Änderung:  20.10.2007 / © W. Arnold