| HEILPFLANZEN | Cnicus Benedictus - Kardobenediktenkraut |
| Cnicus benedictus (syn. Calcitrapa benedicta, Carbenia benedicta, Carduus benedictus, Centaurea benedictus); Kardobenediktenkraut (syn. Benediktenkraut, Benediktenwurzel, Benediktinerdistel, Bitterdistel, Kardobenedikte), |
Botanische Familie: Asteraceae |
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| VORKOMMEN |
| Europäisches Mittelmeergebiet, heute auch in Südafrika und Mittelamerika eingeschleppt. |
| MERKMALE |
| Die distelähnliche, einjährige, krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von bis zu 60 Zentimetern. Die Laubblätter sind bis zu 30 cm lang und 8 cm breit mit kleinen Stacheln am Blattrand. Der körbchenförmige Blütenstand hat einen Durchmesser von 3 bis 4 cm und enthält viele gelbe Röhrenblüten, die von vielen stachligen Hüllblättern umgeben sind. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Cnici benedicti herba (syn. Cardui benedicti herba, Herba Cardui benedicti, Herba Cnici benedicti); Benediktenkraut (syn. Benediktinerkraut, Bitterdistelkraut, Distelkraut, Kardobenediktenkraut, Spinnendistelkraut), die getrockneten Blätter und krautigen Zweigspitzen mit den Blüten. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Äther. Öl (0,03 %), Bitterstoffe (0,2-0,7 %, besonders Cnicin, ein ungesättigtes Sesquiterpenlacton, sowie Artemisiifolin, Salonitenolid und Arctigenin), Triterpene (α-Amyrin und Derivate), Flavonoide, Mineralien. ![]() |
| PHARMAKOLOGIE |
| Förderung der Speichel- und Magensaftsekretion. In pharmakologischen Untersuchungen wurden eine Reihe weiterer Wirkungen nachgewiesen. Bei diesen handelt es sich im einzelnen um die ödemhemmende Wirkung von Cnicin, eine antimikrobielle Wirkung von ätherischem Öl, Cnicin und Polyacetylenen, eine Anti-Tumor-Wirkung eines aus Frischpflanzen gewonnenen und gereinigten Extrakts sowie um cytotoxische Effekte von Cnicin. |
| ANWENDUNG |
| Innerlich bei Appetitlosigkeit und dyspeptischen Beschwerden. In der Volksheilkunde als Amarum bei Leber- und Gallenleiden sowie bei Herzfunktionsstörungen und Fieber; äusserlich als lokales Wundheilmittel bei Geschwüren und Frostbeulen. |
| HOMÖOPATHIE |
| 1. Cnicus benedictus HAB1, die frischen, oberirdischen Teile blühender Pflanzen. 2. Cnicus benedictus, äthanol. Decoctum HAB1, die frischen, oberirdischen Teile blühender Pflanzen. 3. Cnicus benedictus spag. Zimbel HAB1, die ganze, frische blühende Pflanze. Anwendungsgebiet: chronische Lebererkrankungen. |
| SONSTIGES |
| Der Gattungsname Cnicus geht - Bezug nehmend auf die stacheligen Hüllkelchblätter - auf das griechische knizein (quälen) zurück, während benedictus unterschiedlich gedeutet wird. Da benedictus (lat, gesegnet) einerseits auf die der Pflanze nachgesagte Heilkraft hinweist, könnte andererseits auch ein Zusammenhang mit dem heiligen Benediktus bzw. den die Pflanze anbauenden Benediktinermönchen bestehen. Bei den Schriftstellern der Antike findet die Pflanze keine Erwähnung, wohl aber in nahezu überschwenglicher Weise in den Kräuterbüchern des späten Mittelalters. |
| Letzte Änderung: 17.01.2009 / © W. Arnold |