| HEILPFLANZEN | Chamaemelum nobile - Römische Kamille |
| Chamaemelum nobile (syn. Anthemis chamomilla-romana, A. nobilis, A. odorata, Chamaemelum odoratum, Chamomilla nobilis, Leucanthemum odoratum, Lyonnetia abrotanifolia, Matricaria nobilis, Ormenis aurea, O. nobilis); Römische Kamille (syn. Römische Hundskamille, Edel-Kamille, Gartenkamille, Doppelte Kamille, Grosse Kamille, Dickköpfe, Welsche Kamille, Dicke Granille, Gaadekamille, Krampf-Kamille), |
Botanische Familie: Asteraceae |
![]() |
![]() |
![]() |
|
| VORKOMMEN |
| Süd- und Westeuropa, Mittelmeergebiet; Anbau in Europa, den USA und Argentinien. |
| MERKMALE |
| Mehrjährige, niederliegende Pflanze mit stark gefiederten Blättern und relativ grossen, bei Gartensorten häufig gefüllten Blütenköpfchen. Der Köpfchenboden ist nicht hohl wie bei der Echten Kamille (Matricaria recutica). |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| 1. Chamomillae romanae flos (syn. Anthemidis flores, Anthemidis flos, Flores Chamomillae hortensis, -nobilis Flores Chamomillae nobilis, -odorati, Flores Chamomillae odorati Chamomillae romanae flores, Flores Anthemidis, Flores Chamomillae romanae, Flos Anthemidis); Römische Kamillen, die getrockneten Blütenköpfchen der kultivierten, gefülltblütigen Varietät. 2. Chamomillae romanae aetheroleum (syn. Aetheroleum Chamomillae romanae, Oleum Anthemidis, Oleum Chamomillae romanae); Römisches Kamillenöl, das aus den frischen oder getrockneten, gefüllten oder ungefüllten Blütenköpfchen und den getrockneten oberirdischen Pflanzenteilen gewonnene ätherische Öl. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Ätherisches Öl, das ausser den üblichen Azulenverbindungen (siehe Matricaria recutica) Ester der Angelica-, Tiglin-, Methacryl- und Isobuttersäure mit C3- bis C6-Alkoholen enthält. Ferner liegen vor: Sesquiterpene vom Germacranolidtyp (vorwiegend Nobilin) sowie Triterpene und mehrere Flavonglykoside (Apigenin-, Luteolin- und Opatuletin-7-glykosid), Ester der Kaffee- und Ferulasäure sowie Polyacetylene. Ausserdem sind in geringer Menge Terpenkohlenwasserstoffe, unter anderem α- und β-Pinen, α- und β-Caryophyllen vorhanden. |
| PHARMAKOLOGIE |
In verschiedenen Tierversuchen konnten antiallergische, entzündungshemmende, antidiuretische, beruhigende (den flüchtigen Verbindungen zugeschrieben) und sogar gewisse Antitumoreffekte (durch Sesquiterpene - Nobilin und andere) demonstriert werden. Das ätherische Öl besitzt antimikrobielle Eigenschaften. |
| ANWENDUNG |
| Vorwiegend bei stressbedingten Verdauungsstörungen mit Blähungen, bei Übelkeit (auch Schwangerschaftsübelkeit), Erbrechen und schmerzhafter Monatsblutung; ferner bei Entzündungen der Mundschleimhaut. Atherisches Öl auch als Zusatz von Likören und Kosmetika. |
| ANMERKUNG |
| Allergische und anaphylaktische Reaktionen sind dokumentiert (den Sesquiterpenlactonen zugeschrieben). Hohe Dosen können Erbrechen auslösen; die Giftigkeit ist jedoch gering.
Römische Kamille besitzt grosse Ähnlichkeit mit Echter Kamille, die jedoch deutlichere entzündungshemmende und schmerzstillende Eigenschaften haben soll. |
| HOMÖOPATHIE |
| Chamaemelum nobile HAB1, die frischen oberirdischen Teile blühender Pflanzen. Anwendungsgebiet.: Magen-Darm-Beschwerden, nervöse Störungen. |
| SONSTIGES |
| Römische Kamille ist seit dem 16. Jh. als Arzneipflanze bekannt. Arzneilich angewendet wurde sie zuerst in England, wo sie, bes. in der Nähe von London, als gemeines Unkraut verbreitet war. Der Name "nobile" (lat., edel) sollte die therapeutische Überlegenheit gegenüber der Gemeinen Kamille andeuten. Chamaemelum ist dagegen der alte Name für Chamomilla, wie er schon von Dioskurides (1. Jh. n.Chr.) gebraucht wurde. |
| Letzte Änderung: 11.02.2009 / © W. Arnold |