HEILPFLANZEN
Centaurea cyanus - Kornblume
Centaurea cyanus (syn. Cyanus arvensis, C. segetum, C. vulgaris);

Kornblume (syn. Blauchrut, Blaue Kronblume, Blaumützen, Hunger, Kaiserblume, Korn­mutter, Kornbeisser, Kornfresser, Kreuzblume, Schannelke, Trämpsen, Tremisse).
Centaurea cyanus - Kornblume
VORKOMMEN
Europa und der Nahe Osten; wichtiges Getreideunkraut, durch Saatgetreide mittlerweile weltweit verbreitet, heute durch die modernen Methoden der Unkrautbekämpfung selten geworden.
MERKMALE
Einjährige, bis 50 cm hohe Pflanze. Die Blütenköpfchen sind gewöhnlich leuchtend korn­blumenblau; es treten jedoch auch weisse und rosafarbene Formen auf.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Die getrockneten Blüten; die Arzneibücher unterscheiden zwischen Drogen, die nur aus den Strahlenblüten oder aus Strahlen- und Röhrenblüten bestehen, (beide als Cyani flos bezeichnet). Wenn die Blütenköpfe als Schmuckdroge dienen sollen, müssen sie im Dunkeln getrocknet werden, damit sie nicht ausbleichen. Die Laubblätter werden kaum verwendet.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Vermutlich sind Anthocyane (Anthocyanidinglykoside) und Sesquiterpenlactone (unter anderem Cnicin) die aktiven Inhaltsstoffe.

Cnicin

Neueren Untersuchungen zufolge wird die Farbe der blauen Varietät von Centaurea cyanus durch einen Pigmentkomplex hervorgerufen. Dieser Farbkomplex besteht unter anderem aus dem Cyanidin-3-O-(6-O-succinyl-β-D-glucosyl)-5-O-β-D-glucosid (= Succinyl­cyanin = Centaurocyanin). Centaurocyanin ist in Methanol instabil und baut sich konti­nuierlich zu Cyanin (= Cyanidin-3,5-diglucosid) ab. Dies ist eine Erklärung dafür, weshalb Cyanin bei den früher angewandten Isolierungsmethoden mit Methanol als Haupt­antho­cyan der blauen Komblumenblüten erhalten wurde. Ein weiterer Bestandteil des blauen Farbkomplexes ist das Flavon Apigenin-4'-O-(6-O-malonyl-β-D-glucosyl)-7-O-β-D-glucuro­nid.
ANWENDUNG
Vorwiegend als Schmuckdroge in Kräutertees, ferner traditionell in einer Lotion gegen Augenreizungen. Viele traditionelle Indikationen sind überliefert, z. B. als Aufguss zur Verdauungsförderung, zur Linderung von Gallenblasen-, Leber- und Nierenbe­schwer­den, ferner bei Menstruationsbeschwerden und zur Steigerung der Abwehrkräfte.

Ausserlich: zur Reinigung von infizierten Wunden und als Haarspülung. Früher verwen­dete man eine Abkochung der Blätter bei Rheuma.
PHARMAKOLOGIE
Die Anthocyane werden vorwiegend als natürliche Farbstoffe genutzt, besitzen jedoch gewisse antibakterielle und antioxidative Effekte. Für die unterschiedlichen traditio­nel­len Indikationen gibt es keine wissenschaftlichen Belege.
SONSTIGES
Cyanidin, eines der häufigsten violetten Blütenpigmente wurde zuerst aus Centaurea cyanus isoliert und danach benannt.
Letzte Änderung: 03.05.2011 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2.
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.

Wikipedia

Centaurea cyanus - Kornblume

  Ordnung
Familie
Gattung
Asterales
Asteraceae
Centaurea
  Wiss. Bez. Centaurea cyanus

Durch moderne Landwirtschaft mit reinem Saatgut und Unkraut­be­kämpf­ungs­mittel ist die Kornblume fast überall verschwunden. Sie steht deshalb in vielen Ländern unter Naturschutz und darf nicht mehr gesammelt werden.

Durch ihre auffallend hellblauen (cyanen) Blüten hat die Kornblume ihren Artnamen erhalten.

Traditionelle Medizin