| HEILPFLANZEN |
Catharanthus roseus - Madagaskar-Immergrün |
Catharanthus roseus (syn. Ammocallis rosea, Lochnera rosea, Vinca rosea);

Madagaskar-Immergrün (syn. Tropisches Immergrün)
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| Catharanthus roseus stammt ursprünglich aus Madagaskar, ist mittlerweile aber in den Tropen weit verbreitet. Bei uns wegen der schönen Blüten als Gewächshauspflanze oder einjährige Sommerpflanze kultivierbar. Die Anzucht aus Samen oder die Vermehrung durch Stecklinge ist möglich. Die Pflanze ist kälteempfindlich. Die Temperaturen dürfen nicht unter + 1,2° C sinken. Die Überwinterungstemperatur beträgt 12° bis 15° C. In den Vereinigten Staaten von Amerika und in den Balkanländern ist diese Pflanze kultiviert. Bei uns wird sie oft als Zier- und Topfpflanze gehalten. |
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| Catharanthus roseus ist eine immergrüne, ausdauernde krautige Pflanze bis Halbstrauch, der Wuchshöhen bis zu 80 Zentimeter erreicht. Die gegenständigen Laubblätter sind einfach, eiförmig und ganzrandig. Die einzeln in den Blattachseln stehenden, zwittrigen, fünfzähligen Blüten weisen einen Durchmesser von 3 bis 5 Zentimeter auf. Die fünf Kelchblätter sind verwachsen. Die fünf zu einer Röhre verwachsenen Kronblätter variieren in der Farbe von weiss über rosa bis zu violett. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
1. Vincae rosae herba (syn. Herba Vincae roseae); Tropisches Immergrünkraut
2. Vincae roseae radix (syn. Radix Vincae roseae); Tropische Immergrünwurzel |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
 Alkaloide (mehr als 95), besonders Vincaleucoblastin (Vinblastin, VLB und Vincristin (Leurocristin, LC), welche dimere Indol-Indolin-Alkaloide darstellen.

Die blutzuckersenkende Wirkung geht auf Indolalkaloide wie Catharanthin und Vindolin zurück. Die beiden dimeren Indolalkaloide Vincristin und Vinblastin (oder teilsynthetische Derivate wie Vindesin und Vinorelbin) werden in der Krebstherapie eingesetzt. Pflanzen enthalten nur minimale Mengen an Vinblastin und Vincristin (Vincristin < 3 g pro Tonne). |
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Die Droge ist ausschliesslich Industriedroge und dient zur Gewinnung von Vinblastin und Vincristin, die Mitosehemmstoffe sind und als Zytostatika in der Klinik zur Anwendung gelangen. Vinblastin wird besonders bei Morbus Hodgkin sowie metastasierendem Hoden- und Mammacarcinom eingesetzt, Vincristin bei akuten lymphatischen Leukämien. Infolge erheblicher Nebenwirkungen ist ihre therapeutische Nutzung eingeschränkt. Begrenzender Faktor ist bei VLB neben Übelkeit, Haarausfall, Magen-Darm-Störungen und Beeinträchtigung der Hämatopoese, vor allem die Leukopenie. Die dosislimitierenden Nebenwirkungen beim Vincristin sind besonders Harnsäurenephropathie, Obstipation, Haarausfall und ausgeprägte Neurotoxizität.

Die Blätter und Wurzeln werden traditionell gegen Diabetes und Rheuma eingesetzt.. |
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Die dimeren Alkaloide wirken antimitotisch (als Spindelgift) - sie blockieren die Zellteilung, indem sie an Tubulin binden, also an das Protein, das die Mikrotubuli (Spindelapparat) während der Metaphase bildet. Sie sind sogar in verdünnter Lösung äusserst giftig und können zu Magendarmstörungen und neurologischen Beschwerden führen, da sie auch die axonalen Mikrotubuli der Neuronen und die Zellteilung normaler Zellen blockieren. |
| ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG |
Die zwei wirksamen Alkaloide sind als Medikamente unter den Handelsnamen Velban (Vinblastin) und Oncovin (Vincristin) auf dem Markt. |
Die Blattdroge von Catharanthus roseus wird seit langer Zeit in den Verbreitungsgebieten, unter anderem auf Jamaika, als Tee gegen Diabetes genutzt. Die systematische Suche nach dem antidiabetischen Prinzip führte dabei zufällig zur Auffindung der leukopenischen Wirkung einiger Alkaloide und zu deren Entwicklung als Therapeutika. Bei der Vielzahl der untersuchten Alkaloide der Pflanze konnte bei einigen Nebenalkaloiden, unter anderem Leurosin, Lochnerin, Vindolin und Vindolinin, eine hypoglykämische Wirkung festgestellt werden, die jedoch keine therapeutische Bedeutung erlangt hat. |
| Letzte Änderung: 11.06.2011 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung |
Gentianales
Apocynaceae
Catharanthus
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Wiss. Bez. |
Catharanthus roseus |
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In Madagaskar ist ein pflanzlicher Extrakt (Teinture mère) unter dem Namen PERVENCHE im Handel frei verkäuflich. |
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Die Alkaloide und auch partialsynthetische Abwandlungen der Alkaloide sind heute unentbehrliche Chemotherapeutika. Dagegen sind die Blätter etwa als Tee-Droge bei uns kaum eingesetzt worden. |
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Catharanthus-Alkaloide blockieren die Zellteilung angeblich 10 mal so stark wie Colchicin. |
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Keine Selbstmedikation! |
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Traditionelle und moderne Medizin: Vinblastin,Vincristin; Pharm., klinische Studien positiv.
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