| HEILPFLANZEN | Carum carvi -
Echter Kümmel |
| Carum carvi (syn. Apium
carvi, Seseli carvi, Ligisticum carvi, Sium carvi, Bunium carvi,
Foeniculum carvi, Pimpinella carvi, Selinum carvi, Karos carvi, Seseli
carum, Sium carum, Aegopodium carum, Carum decussatum, Carum aromaticum,
Carum officinale, Carvi careum, Lagoecia cuminoides); Kümmel (syn. Echter Kümmel, Feldkümmel, Garbe, Gemeiner Kümmel, Gewöhnlicher Kümmel, Karbensamen, Karve, Kramkümmel, Wiesenkümmel). |
Botanische Familie: Apiaceae |
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| VORKOMMEN |
| In fast ganz Europa als meist zweijährige, bis 1 m hohe Pflanze. |
| MERKMALE |
| Meist zweijährige Pflanze, die im Durchschnitt eine Höhe von 30 bis 100 cm aufweist. Die Pfahlwurzel ist fleischig, spindelförmig und etwa 20 cm lang. Der kahle, geriefte Stengel ist aufrecht und vom Grunde an ästig. Sowohl Grund- als auch Stengelblätter sind zwei- bis dreifach gefiedert, unbehaart und weisen eine deutliche Scheide auf. Haupt- und Seitenäste enden in einer Doppeldolde aus 8 bis 16 Doldenstrahlen. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| 1. Carvi
fructus (syn. Fructus Carvi); Kümmelfrüchte, die getrockneten, reifen Früchte. 2. Carvi aetheroleum (syn. Oleum Carvi, Aetheroleum carvi, Oleum Carvi aethereum, Oleum Carui, Oleum Cari); Kümmelöl, das aus den reifen Früchten gewonnene ätherische Öl. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
![]() 1. Carvi
fructusAether. Öl (3-7 %) mit D-(+)-Carvon (50-65 %) und weiteren Terpenen, bes. D-(+)-Limonen (30-40 %), Cumarine, unter anderem Herniarin und Umbelliferon sowie fettes Öl (10-18 %). 2. Carvi aetheroleum siehe oben. |
| ANWENDUNG |
| 1. Carvi
fructus Dyspeptische Beschwerden im Magen- und Darmbereich, Blähungen, Völlegefühl, nervöse Herz-Magen-Beschwerden, Verdauungsstörungen bei Säuglingen sowie in grossen Mengen als Gewürz und in der Likörbereitung. Volkstümlich auch als milchförderndes Mittel (Lactagogum). Zur Teezubereitung verwendet man als Einzelgabe ca. 1,8 g (= ½ Teelöffel) frisch angestossene Droge. 2. Carvi aetheroleum Analog Carvi fructus als Spasmolytikum bei leichten krampfartigen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich; Bestandteil entsprechender Arzneifertigpräparate. |
| ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG |
| Eine Einzeldosis der frisch zerkleinerten Droge beträgt für Aufgüsse und andere Zubereitungen 1 bis 5 g, die mittlere Tagesdosis 1,5 bis 6 g. Zur Teebereitung werden 1 bis 2 Teelöffel voll (1 Teelöffel entspricht ca. 3,5 g) unmittelbar vor Gebrauch zerquetscht und danach mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergossen. Nach 10- bis 15minütigem Ziehen (bedeckt stehen lassen!) gibt man den Aufguss durch ein Teesieb. |
| HOMÖOPATHIE |
| 1. Carum
carvi HAB1, die getrockneten, reifen Früchte (mind. 3 % äther.
Öl). 2. Carum carvi, äthanol. Decoctum HAB1 (mindestens 4 % äther. Öl). |
| SONSTIGES |
| Der Gattungsname Carum ist vom arabischen karwija bzw. altdeutsch karvey abgeleitet. Er entspricht auch dem italienischen und französischen Namen für Kümmel. Dagegen ist das Wort Kümmel dem lateinischen cuminum entlehnt, das wiederum aus dem hebräischen kammon stammen soll. |
| Letzte Änderung: 05.12..2007 / © W. Arnold |