| HEILPFLANZEN | Carlina acaulis - Silberdistel |
| Carlina acaulis (syn. Carlina alpina, C. caulescens, C. chamaeleon, C. grandiflora, C. subacaulis); Silberdistel (syn. Jägerdistel, Stengellose Eberwurz, Wetterdistel), |
Botanische Familie: Asteraceae |
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| VORKOMMEN |
| Mitteleuropa, von Spanien, Italien, Balkan bis Mittelrussland. Als Standort werden sommerwarme, meist beweidete Magerrasen auf basenreichen Böden, vor allem Kalkgebiete, bevorzugt. Die Silberdistel gedeiht von der Tallage bis in die subalpine Höhenstufe maximal bis in Höhenlagen von 2800 Meter. |
| MERKMALE |
| Die mehrjährige, krautige Pflanze ist fast stängellos oder erreicht Wuchshöhen von bis zu 40 Zentimeter. Mit ihrer bis in einen Meter tiefreichende Pfahlwurzel gilt die Silberdistel als Tiefwurzler. Die Laubblätter sind etwa sind bis zum Mittelnerv buchtig, fiederschnittig und stachelig gezähnt. Sie bilden meist eine Rosette. Die Blattunterseite ist kahl bis etwas spinnwebig. Die grössten Laubblätter werden vier bis acht Zentimeter breit. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Carlinae radix (syn. Radix Apri, Radix Cardopatiae, Radix Carlinae, Radix Chamaeleontis albae); Eberwurzel (syn. Attichwurzel, Jägerbrotwurzel, Karlsdistel, Rohrwurzel, Silberdistelwurz, Stengellose Eberwurz, Weisse Rosswurzel, Wetterdistelwurzel, Wurzel der wilden Artischocke, Zwergdistelwurzel), die getrockneten, im Herbst gesammelten Wurzeln. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
| Inulin (18-20 %), äther. Öl (bis 2 %, unter anderem mit Carlinaoxid und Carlinen), Gerbstoffe, Harz, Enzyme. Das reine ätherische Öl gilt wegen des hohen Gehaltes an Carlinaoxid als stark toxisch. |
| ANWENDUNG |
| In der Volksheilkunde innerlich bei Gastritis, Erkältungen und fiebrigen Erkrankungen, äusserlich zu Waschungen bei Dermatosen, Wunden, Geschwüren sowie als lindernde Mundspülung bei Zungenkrebs. |
| SONSTIGES |
| Die Kräuterbücher des 16. und 17. Jh. beschreiben die Droge als schweiss- und harntreibendes Mittel, ferner als Mittel gegen Steine, Fieber, Eingeweidewürmer und Pest. Möglicherweise beruhte die damalige Wertschätzung auf einer falschen Übersetzung von einer bei Dioskurides gerühmten Arzneipflanze, bei der es sich um Carlina gummifera gehandelt haben könnte. |
| Letzte Änderung: 09.08.2008 / © W. Arnold |