HEILPFLANZEN
Capsicum annuum - Paprika, Spanischer Pfeffer
Capsicum annuum (syn. Capsicum longum, C. annuum longum, C. hispidum, C. minimu);

Paprika (syn. Beisbeere, Cayenne-Pfeffer, Gemeine Beisbeere, Gemeiner Paprika, Indischer Pfeffer, Türkischer Pfeffer, Mexikanischer Paprika, Roter Pfeffer, Schoten-Pfeffer, Spanischer Pfeffer).
Capsicum annuum - Paprika, Spanischer Pfeffer
Capsicum annuum - Paprika, Spanischer Pfeffer
VORKOMMEN
Weltweit in allen warmen Gebieten kultiviert. Heimisch in Mexiko und Gebiete in Mittel­amerika.
MERKMALE
Die Capsicum-annuum-Pflanzen werden bis zu 150 cm hoch und wachsen als buschiger Halbstrauch, aber meistens nach oben gestreckt. In der Nähe der Wurzel verholzen die Pflanzen relativ leicht. Die Blätter sind nach vorn zugespitzt, zwischen 5 und 25 cm lang und zwischen 3 und 15 cm breit. Die Blüten des Capsicum annuum wachsen meistens einzeln aus den Verzweigungen des Stiels, sehr selten sind auch zwei oder drei Blüten in einer Verzweigung zu finden.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Capsici fructus (syn. Capsici annui fructus, Fructus Capsici, Fructus Capsici annui);

Cayennepfeffer (syn. Brasilianischer Pfeffer, Indischer Pfeffer, Türkischer Pfeffer, Scho­ten­pfeffer, Spanischer Pfeffer, Taschenpfeffer), die reifen, getrockneten Früchte.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
CapsaicinDer Gehalt an scharfen Capsaicinoiden beträgt 0,1–0,5% bei Capsicum annuum. Capsaicin ist mit 63–77% das wichtigste Capsaicinoid. Capsaicinoide werden vorwiegend in Samen und Plazenta (das Fruchtblattgewebe, das die Samen trägt) gebildet. Ferner kommen vor: Vitamin C, Saponine und Pyrazine; Carotinoide sind für die Färbung der Früchte verantwortlich.
PHARMAKOLOGIE
Capsaicin führt bei Hautkontakt zu Rötung sowie brennende Schmerzen und Wärmege­fühle, gefolgt von einer andauernden Unempfindlichkeit (diese kann über Stunden oder Wochen andauern; die Nervenendigungen werden desensibilisiert, offen-sichtlich ohne dauernde Schädigung). In mehreren klinischen Studien erwiesen sich Capsaicin-haltige Hautcremes bei verschiedenen Schmerzen als wirksam.
ANWENDUNG
Zur örtlichen Schmerzstillung bei diversen Beschwerden: z. B. Rheuma, Arthritis, Ner­ven­schmerzen, Juckreiz, Hexenschuss und Krämpfe (besonders in Arm, Schulter und Wirbelsäule). Innerlich nur traditionell: bei Verdauungsstörungen, Koliken, Blähungen und chronischer Kehlkopfentzündung (zum Gurgeln).
ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG
Ausserlich: Extrakte als Bestandteil von Hautcremes und anderen Zubereitungen. Diese sollten 0,02–0,05% Capsaicinoidein halbflüssigen bzw. 0,005–0,01% in flüssigen Zubereit­ungen enthalten sowie 10–40 mg pro cm2 in Umschlägen.
HOMÖOPATHIE
Capsicum annuum HAB1 (syn. Capsicum), die reifen, getrockneten Früchte.

Anwendungsgebiet: Blinddarmentzündung, Mittelohrvereiterung, Schleimhautent­zünd­ungen des Mund- und Rachen-Raumes, Magen-Darm-Entzündungen, Harnblasen- und Harnwegskatarrhe.
SONSTIGES
Bereits kurz nach der Entdeckung Amerikas durch die Spanier 1514 berichtete Fernan­dez über die von den Indianern als Gewürz verwendete Droge. Die Spanier brachten die Pflanze auch schnell nach Europa, wo sie allgemein als "Spanischer Pfeffer" bezeichnet und rasch verbreitet wurde. Der Name Capsicum leitet sich vom griechischen kapto (aufschnappen, beissen) und dem lateinischen capsicus (kapselförmig) ab und bezieht sich damit auf die Form der Frucht und deren scharfen Geschmack. Der Bezeichnung Pfeffer liegen das griechische peperi und das römische piper, das aus dem Sanskrit pippali hervorgegangen ist, zugrunde.
Letzte Änderung: 24.03.2011 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2.
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.

Wikipedia

Capsicum annuum - Paprika, Spanischer Pfeffer
Capsicum annuum - Paprika, Spanischer Pfeffer

  Ordnung
Familie
Gattung
Solanales
Solanaceae
Capsicum
  Wiss. Bez. Capsicum annuum

Die in Europa im Supermarkt erhält­lichen Chilis sind praktisch immer Capsicum-annuum-Sorten.

Schmerzhafte Schleimhaut­reiz­un­gen, insbesondere von Mund, Rachen und Auge, können auftreten. Nicht über­dosieren.

Kommission E: positive Bewertung
Klinische Studien: positiv