| HEILPFLANZEN |
Cannabis sativa - Hanf |
Cannabis americana, C. chinensis, C. erratica, C. foetens, C. generalis, C. gigantea, C. indica, C. intersita, C. lupulus, C. macrosperma.

Hanf, Bästling, Indischer Hanf, Femel, Fimel, Henne, Mäsch, Mastel, Samenhanf. |
Fotos aus einem Privatgarten in der Stadt Zürich |
| Asien; in gemässigten Klimaregionen weltweit kultiviert (häufig illegal). |
| Einjährige Pflanze (bis zu 4 m) mit gefingerten, gesägten Blättern und unscheinbaren männlichen und weiblichen Blüten auf verschiedenen Pflanzen (zweihäusig). Es werden zwei Unterarten kultiviert: ssp. sativa zur Faser-und Olgewinnung (heute vermehrt angebaut), ssp. indica als Rausch- und Arzneipflanze. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Weibliche Blüten mit Triebspitzen (Marihuana, Indischer Hanf - Cannabis indicae herba), Harz der weiblichen Pflanzen (= Haschisch) und Samen (huo ma ren in der TCM). |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Cannabinoide (mehr als 60 Verbindungen, unter anderem Δ9-Tetrahydrocannabinol/THC und Derivate), äther. Öl, Phenole (unter anderem Spiroindane, Dihydrostilbene), Harze und Flavonoide. Für die halluzinogene Wirkung ist nur Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC) verantwortlich. THC-Gehalt in Marihuana etwa 1%, in Haschisch etwa 5%.
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| THC wirkt sehr stark auf das ZNS und führt zu Euphorie, Erschlaffung, Koordinierungsverlust und undeutlicher Sprache. THC besitzt ferner schmerzstillende, brechreizstillende, bronchienerweiternde, krampflösende und blutdrucksenkende Wirkung. |
| Das Rauchen von Hanf („Kiffen, Haschen") ist in den meisten Ländern illegal; Anbau und Verwendung unterliegen dem Betäubungsmittelgesetz. Der chronische Missbrauch kann zu Persönlichkeitsveränderungen und Antriebslosigkeit führen. Als „Einstiegsdroge” kann Cannabis zu stärkeren Rauschdrogen überleiten. |
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Psychotrope Wirkungen (Rauschdrogen) mit psychischer Abhängigkeit, antiemetische, antikonvulsive und analgetische Effekte. Die Droge senkt die Körpertemperatur, sie wirkt antiasthmatisch und appetitanregend und senkt den Augeninnendruck (antiglaukomatös).
Die Droge ist gegenwärtig nicht als offizinelle Arzneidroge zugelassen; der Verkehr, Besitz und ihre Nutzung ist strafbar (Betäubungsmittelgesetz). Lediglich ein industriell hergestelltes Präparat aus Drogenextrakten ist zur ergänzenden Behandlung von HIV- und Tumorpatienten zur Appetitanregung und Analgesie zugelassen. Die Droge wird aber in allen Kulturkreisen als Rauschmittel genutzt. In der Volksheilkunde wurde die Droge umfangreich, vor allem zur Herabsetzung des Schmerzempfindens bei Neuralgien, Migräne sowie bei Anfallsleiden eingesetzt. |
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1. Cannabis HAB34; Hanf, die frischen, blühenden Stengelspitzen mit Blättern und Blüten von männlichen und weiblichen Pflanzen.
Anwendungsgebiet: Cystitis, Pyelitis, Nephritis, asthmatische Beschwerden. Die homöopatische Drogenzubereitung unterliegt den gesetzlichen Bestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes und ist daher nicht verkehrsfähig.

2. Cannabis indica HAB 34; Indischer Hanf, die getrockneten Krautspitzen (Haschisch). Anwendungsgebiet: siehe Cannabis HAB34, nicht verkehrsfähig. |
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| Die erste schriftliche Erwähnung findet der Hanf in einem Arzneibuch 2700 v.Chr. zur Zeit des chinesischen Kaisers Shen-Nungs. Dort wird die Droge (Cannabisharz) als Heilmittel bei Beriberi, Verstopfung, Frauenkrankheiten, Gicht, Malaria, Rheuma und Geisteskrankheiten empfohlen. Auch die psychotropen Wirkungen wurden erwähnt. In China und Indien gehörte die Droge zum normalen Arzneischatz und wird in der Volksheilkunde bis heute entsprechend den typischen Indikationen, unter anderem nervöse Verstimmungen, Schlaflosigkeit, Erbrechen und Husten, verwendet. Herodot erwähnt die Droge ebenfalls, Bedeutung hatte sie aber im Abendland bis zu Paracelsus fast ausschliesslich als Faserpflanze bzw. als Lieferant der ölreichen Samen. Die Nutzung als Heilmittel mit euphorisierender Wirkung beginnt in Europa erst im 19. Jh., so z.B. bei Schlaflosigkeit, Neuralgien, Rheumatismus, schmerzhaften Magen- und Darmerkrankungen, Tetanus, Cholera und Asthma. Der Extrakt der Triebspitzen diente als Sedativum und leichtes Schlafmittel. Bedingt durch die Einstufung als nicht verkehrsfähiges Betäubungsmittel besitzt die Droge wenig praktische Bedeutung (Ausnahme: Hanffrüchte). |
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| Letzte Änderung: 20.02.2010 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung
Art |
Rosales
Cannabaceae
Cannabis
Hanf
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Wiss. Bez. |
Cannabis sativa
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Hanf gilt als eine der ältesten Nutzpflanzen der Welt, seine Geschichte reicht bis zu 8000 Jahre zurück. Die Hanffaser wird verwendet zur Herstellung von Seilen, Textilien und Spezialpapier, aber auch zahlreichen anderen Produkten wie Dämmstoffe oder Naturfaser-Verbundwerkstoffe. |
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2006 beschloss der Nationalrat, das Schweizer Parlament, am 20. Dezember 2006, das Verbot der medizinischen Verwendung von natürlichen Cannabisprodukten zu lockern. Eine allgemeine Zulassung auf dem europäischen Markt ist noch nicht erfolgt. Kanada hat, als erstes Land, im Jahre 2005 ein Cannabis-Präparat (Sativex®) gegen neuropathische Schmerzen bei Multipler Sklerose zugelassen. In Spanien ist eine beschränkte medizinische Anwendung (sogenanntes Compassionate use) von Sativex® möglich. |
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Cannabis indica hat eine stärkere sedative bis einschläfernde Wirkung als Cannabis sativa, welches eine mehr psychedelische und anregende Wirkung hat. Dies ist vermutlich durch den höheren Cannabidiol (CBD)-Gehalt des Cannabis indica bedingt.
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Neben der Wildform haben sich diverse Zuchtformen entwickelt. Heute werden auf der gesamten Welt Indica-Sorten gezüchtet, das Zentrum sind die Niederlande sowie Kanada und die USA, wo die Zucht illegal erfolgt. |
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