HEILPFLANZEN:

Camellia sinensis - Tee, Teestrauch

Camellia sinensis (syn. Camellia asamica, C. bohea, C. chinensis, C. oleosa, C. thea, C. viridis, Thea bohea, T. cantonensis, T. chinensis, T. cochinchinensis, T. grandiflora, T. macrophylla, T. oleosa, T. parviflora, T. sinensis, T. stricta, T. viridis, Theaphylla assamica, T. cantonensis, T. lanceolata, T. laxa, T. viridis);

Teestrauch.

Botanische Familie: Theaceae

 Referenzierte Literatur für die folgenden Angaben:
Aldo Poletti; Prof. Dr. Heinz Schilcher; Dr. Alfred Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2
Prof. Dr. Hans Flück: Unsere Heilpflanzen, Ott-Verlag, Thun 1941.
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
Prof. Dr. Heinz Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Jaques De Sloover, Martine Goossens: Wildpflanzen (Gewürzkräuter und Heilpflanzen); Benziger Verlag, 1982; ISBN 3 545 34025 2.
M. Pahlow: Das grosse Buch der Heilpflanzen; Bechtermünz Verlag 2002; ISBN 3-8289-1839-5.
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
Max Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart 2002.
VORKOMMEN

Kein natürliches Vorkommen, nur kultiviert in tropischen und subtropischen Gebieten Ostasiens.

DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

Theae folium (syn. Folia Theae, Folium Theae); Teeblatt (syn. Tee), die Blätter des Teestrauches, die nach der Ernte einer Spezialbehandlung unterworfen wurden und regional unterschiedliche Produkte liefern. Sorten:

a) Grüner Tee (syn. Theae viridis folium). Die frischen Teeblätter werden für einige Minuten erhitzt (Inaktivierung der Enzyme), maschinell gerollt (ca. 30 Minuten), getrocknet, erneut gerollt und an der Sonne getrocknet. Dieser Tee liefert sehr helle, klare, bitter schmeckende Aufgüsse.

b) Schwarzer Tee (syn. Theae nigrae folium, Chinesischer Tee, Orange Pekoe). Die frischen Blätter werden angewelkt und teilweise getrocknet, zur Zerstörung der Zellstrukturen gerollt und einer Autolyse (Fermentation) unterworfen. Dabei bilden sich Farb- und Aromastoffe, der Gehalt an freien Aminosäuren, organischen Säuren und Coffein steigt. Danach wird das Produkt rasch bei hohen Temperaturen getrocknet und der Tee durch Ausssieben sortiert. Von C. sinensis var. assamica, einem in tropischen Gebieten bevorzugten Strauch, wird der Assam-Tee gewonnen.

c) Oolong-Tee. Dabei handelt es sich um halbfermentierten Tee, der an der Oberfläche eine schwarze und im Inneren eine grüne Färbung aufweist. Dieses Sorte hat als Droge sowie für den Welthandel kaum Bedeutung.

d) Weisser Tee, keine gedämpften oder fermentierten, jedoch gerollte und getrocknete Teeblätter.

INHALTSSTOFFE
Purinalkaloide (Coffein, früher auch als Thein/Tein bezeichnet, Theobromin, Theophyllin), Polyphenole (bis zu 25 % Catechinderivate in unfermentiertem Tee, in Schwarzem Tee vor allem Thearubigenine, Theoflavine), Flavonoide, Phenolcarbonsäuren, Aminosäuren, Carotinoide, Triterpenestersaponine vom Oleanan-Typ, Mineralstoffe, v.a. Fluorid, Aluminium und Mangan sowie äther. Öl.
WIRKUNG / ANWENDUNG

Anregend (Adenosinrezeptor-Antagonismus durch die Purinalkaloide), positiv inotrop, vasokonstriktorisch, antiinflammatorisch, diuretisch.

Die Droge stellt keine offizinelle Droge dar, sondern gilt als Genussmittel und darf deshalb auch nicht von Apotheken abgegeben werden. Hauptsächlich erfolgt die Anwendung bei Ermüdungserscheinungen, bei Migräne (ausgelöst durch Verlust des Tonus der Hirngefässe) sowie bei Durchfallerkrankungen als Stopfmittel.

HOMÖOPATHIE

Thea sinensis HAB34, die getrockneten Zweigspitzen mit den jüngsten Blättern und Blüten.

Anwendungsgebiet: Magenschwäche, Herz- und Kreislaufstörungen, Kopfschmerzen, Erregungszustände, Verstimmungszustände.

SONSTIGES

In dem altchinesischen Buch "Pen-tso" wird der Teestrauch 2700 v.Chr. zur Zeit des Kaisers Shen-Nung erwähnt. In der japanischen Literatur wird die Droge erstmals 729 erwähnt, die Ursprünge gehen auf chinesische Lieferungen zurück. Der arabische Reisende Ibn Wahab berichtet 851 aus China von dem dort bereiteten Aufguss aus den Teeblättern. Nach Europa kam die erste Kunde über Venedig um 1550 und in deutschen Apotheken findet man die Droge etwa 50 Jahre später zu fast unerschwinglichen Preisen. Die Holländer führten den Tee mit ihrer Ostindien-Kompanie in grösseren Mengen ab 1610 in ganz Europa ein, der Verbrauch als Genussmittel ist seit dem 19. Jh. in ständigem Steigen begriffen.