HEILPFLANZEN
Calendula officinalis - Ringelblume
Calendula officinalis (syn. Caltha officinalis);

Ringelblume (syn. Feminell, Goldblume, Goldrose, Marienrose, Regenblume, Ringelrose, Sonnenwendblume, Studentenblume, Totenblume, Weckbröselchen)
Calendula officinalis - Ringelblume
Calendula officinalis - Ringelblume

Calendula officinalis - Ringelblume

Wildform
Calendula officinalis - Ringelblume
VORKOMMEN
Europa, Westasien, USA. Vielfach in Gärten als Zierpflanze angebaut. Die Ringelblume verwildert leicht, jedoch nur unbeständig. In Mitteleuropa wächst sie auf Schutt und nährstoffreichen Lockerböden in der collinen bis montanen Höhenstufe.
MERKMALE
Ein- oder zweijährige, aromatische Pflanze mit weichen, drüsenbesetzten Blättern und leuchtend gelben oder orangefarbenen Blütenköpfen.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Calendulae flos (syn. Flores Calendulae, Flores Calendulae sine calycibus, Calendulae flos sine calyce, Flores Feminell); Ringelblumenblüten, die völlig entfalteten, vom Blüten­standsboden abgetrennten, getrockneten Zungenblüten.

Calendulae flos cum calyce (syn. Flores Calendulae cum calycibus); Ringelblumenblüten, die getrockneten, grob zerkleinerten Blütenkörbchen.

Calendulae herba (syn. Herba Calendulae); Ringelblumenkraut, die zur Blütezeit gesam­melten und getrockneten oberirdischen Pflanzenteile.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Calendulae flos - Triterpensaponine (Glykoside der Oleanolsäure, A-F; siehe Formel), Triterpenalkohole, unter anderem ψ-Taraxasterol, Taraxasterol, Faradiol, Arnidiol und Heliantriol, Sterole, Carotinoide, Flavonoide, bes. Glykoside des Quercetins und Isorhamnetins, Cumarine (Scopoletin), äther. Öl.
Saponoside
Calendulae flos cum calyce - siehe Calendulae flos.

Calendulae herba - äther. Öl, Carotinoide, Saponine, Phytosterol, Loliolid (Bitterstoff).
Loliolid
PHARMAKOLOGIE
Anscheinend sind die Saponine, Triterpene und Flavonoide für die wundheilende Wirkung verantwortlich; sie zeigen entzündungshemmende und antimikrobielle Eigenschaften. Ferner ist bekannt, dass Extrakte die Bildung von Granulationsgewebe fördern und immunstimulierende und östrogene Eigenschaften aufweisen.
ANWENDUNG
Calendulae flos - Die Wirkung der Blüten ist antimikrobiell, antiphlogistisch, wundheil­ungsfördernd, immunstimulierend, sedativ und hypotensiv, östrogenartig. Die Droge wird äusserlich bei schlecht heilenden Wunden, Ulcus cruris, bei vergrösserten und entzün­deten Lymphknoten, bei Atheromen sowie akuten und chronischen Hautentzündungen eingesetzt; innerlich zur lokalen Behandlung von Entzündungen der Mund- und Rachen­schleimhaut, bei Magen- und Darmulcera, als Emmenagogum sowie bei Dysmenorrhoe. In der Volkheilkunde darüber hinaus bei allen entzündlichen Vorgängen, zur Haut­pflege, bei Fieber, Krämpfen und als Wurmmittel.

Calendulae flos cum calyce - Siehe Calendulae flos.

Calendulae herba - In der Volksheilkunde als Choleretikum, äusserlich zur Wundbe­handlung und bei Flechten sowie als Gurgelwasser. Auch bei Angina, hohem Blutdruck, Husten, Krämpfen und unregelmässiger Menses wird die Droge traditionell eingesetzt.
HOMÖOPATHIE
Calendula officinalis HAB1, die frischen, zur Blütezeit gesammelten oberirdischen Teile.
Anwendungsgebiet: Hauteiterungen, schlecht heilende Wunden, Quetsch-, Riss- und Defektwunden, Erfrierungen und Verbrennungen der Haut.

Calendula officinalis spag. Zimpel HAB1, die ganze, frische, blühende Pflanze. Anwendungsgebiet: in der spagyrischen Therapierichtung bei Hauterkrankungen und Verletzungsfolgen.
SONSTIGES
Die Droge zählt zu den wichtigsten Heilpflanzen, die seit alters her benutzt wurden. Die Heilige Hildegard von Bingen beschreibt die Pflanze als Ringula oder Ringella in ihren Schriften. Eingesetzt wurde die Droge bei einer Vielzahl von entzündlichen Erkran­kungen, aber auch bei Wurmbefall, als Mittel gegen Warzen und Syphilis sowie zur Bereitung von Liebestränken. In der Krebstherapie hat Calendula seit Matthiolus bis zur Mitte des 19. Jh. eine besondere, heute fast vergessene Rolle gespielt. Der Gattungs­name Calendula ist vom lateinschen calendae abgeleitet, dem ersten Tage des Monats, da die Pflanzen in mehreren calendis blühen. Nach einer anderen Erklärung soll der Name ausdrücken, dass sich die Blüten mit dem Sonnenaufgang öffnen und mit Sonnenuntergang schliessen und somit wie ein Kalender die Bewegung der Sonne angeben. Die deutsche Bezeichnung Ringelblume bezieht sich auf die ringformig gewundenen Früchte der Pflanze.
Letzte Änderung: 10.05.2010 / © W. Arnold

 

 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2.
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.


Wikipedia
Untersuchungen zu Inhaltsstoffen (PDF, 1.3 MB)


Calendula officinalis - Ringelblume
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  Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art
Asterales
Asteraceae
Asteroideae
Calendula
Ringelblume
  Wiss. Bez. Calendula officinalis


Blätter und Zungenblüten sind zwar essbar, doch wird von einer über­mässigen Anwendung (auch Extrakte) abgeraten.


Es ist die Blume, die man klass­ischer­weise für die Frage Er liebt mich, er liebt mich nicht verwendet. Das Abpflücken der Blumen soll allerdings Gewitter heraufbe­schwören.