| HEILPFLANZEN | Bryonia alba - Weisse Zaunrübe |
| Weisse Zaunrübe (Syn. Schwarzbeerige Zaunrübe) |
Botanische Familie: Cucurbitaceae |
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| MERKMALE |
| Mehrjährige Kletterpflanze mit grosser rübenförmiger Wurzel. Bryonia dioica ist zweihäusig, d. h. männl. und weibl. Blüten stehen auf verschiedenen Pflanzen). Bryonia alba ist einhäusig (männl. und weibl. Blüten auf derselben Pflanze). Die beiden Arten unterscheiden sich jedoch durch die Fruchtfarbe: rot bei Bryonia dioica, schwarz bei Bryonia alba. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Verwendet wird die Wurzel (Radix Bryoniae). |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
In der Wurzel sind enthalten: Curcurbitacine (unter anderem Curcurbitacine B, D, E, I, J, K, L und ihre Glykoside), Trihydroxyoctadecadiensäuren, Bryonolsäure (Triterpenhydroxysäure). |
| PHARMAKOLOGIE |
| Die Cucurbitacine besitzten Erbrechen auslösende, stark abführende und zellschädigende Eigenschaften. Auf der Haut können sich nach Exposition Blasen bilden. Durch Berichte über eine angebliche adaptogene Wirkung ist das Interesse an Bryonia wiederaufgelebt. |
| ANWENDUNG |
| Die wässrigen Extrakte der Droge besitzen antitumorale Aktivität in vitro, die aber wegen der starken toxischen Wirkungen therapeutisch nicht genutzt wird. Anwendung in der Volksheilkunde als Abführmittel, Brechmittel und Diuretikum (obsolet); bei Erkrankungen des Verdauungstraktes, der Atemwege, Rheuma, Stoffwechselstörungen, Lebererkrankungen und Infektionen. Aufgrund der toxischen Risiken ist eine Anwendung der Droge nicht empfehlenswert. Spezielle Extrakte aus der Droge werden wegen ihrer immunstimulierenden Wirkung in einigen Fertigarzneimitteln verwendet, ein toxikologisches Risiko besteht bei diesen Präparaten nicht. Die purgierende und emetische Anwendung ist in Anbetracht der massiven Nebenwirkungen nicht länger zu vertreten. Ausserlich: als Bestandteil von Cremes und Salben bei Rheuma und Muskelschmerzen |
| ANMERKUNG |
| Bryonia-Arten sind äusserst giftig und dürfen keineswegs zur Selbstmedikation verwendet werden. |
| HOMÖOPATHIE |
| Die sehr giftige Pflanze wird heutzutage oral nur in der homöopathischen Medizin verwendet: Verdünnungen D3 bis D6 - bei Fieber, Bronchitis, Rheuma und Gicht. |
| SONSTIGES |
Die Zaunrübe war bereits den Ärzten des Altertums bekannt. Ihre oft menschenähnliche rübenförmige Wurzel wurde bei den Südslawen häufig als "Alraune" aufbewahrt und galt als starkes Heilmittel bei einer Vielzahl von Erkrankungen. Der Gattungsname Bryonia wurde von Plinius für Kletterpflanzen geprägt und ist vom griechischen bryo (wachsen), sprossen abgeleitet, da sich die Stengel schnell und zahlreich aus dem Wurzelstock entwickeln. Der Name Zaunrübe weist auf das bevorzugte Vorkommen, nämlich kletternd an Zäunen, sowie auf die rübenartig verdickte Grundachse hin. Als Droge war die Zaunrübe bereits den Ärzten der Antike bekannt. Die Hippokratiker verwandten sie als gynäkolisches Mittel und nach Dioskurides dienten die Früchte der Weissen Zaunrübe unter anderem als Mittel gegen Epilepsie, Schlaganfälle, Schwindel sowie als Abortivum. |
| Letzte Änderung: 20.11.2007 / © W. Arnold |