HEILPFLANZEN
Boswellia sacra - Weihrauchbaum, Weihrauch
Boswellia sacra (syn. Boswellia carteri, B. undulato-crenata).

Weihrauchbaum, Weihrauch
Boswellia sacra - Weihrauchbaum, Weihrauch
Boswellia sacra - Weihrauchbaum, Weihrauch
VORKOMMEN
Südarabien, Nubien, an der Küste des Roten Meeres. Seit Ende der 70er Jahre werden in Nordsomalia Versuchspflanzungen angelegt.
MERKMALE
Kleiner, stark verzweigter Baum mit dicken Ästen, papierähnlicher Rinde, gefiederten Blättern und kleinen, sternförmigen blassgelben Blüten. Weihrauch wird vorwiegend in Kenia, Athiopien und Somalia produziert und auch aus anderen Boswellia-Arten gewon­nen, z. B. Boswellia frereana, B. papyrifera und B. neglecta.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Olibanum (syn. Gummi Olibanum, Gummiresina Olibanum); Weihrauch, das Gummiharz der Pflanze.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

Olibanum aus
Boswellia carteri und Boswellia frereana:

Ätherisches Öl: 5 bis 9 % mit artabhängiger Zusammensetzung:
Boswellia frereana: Cembren, α-Cubeben, p-Cymen, Isocembren, Limonen, Myrcen, α-Pinen, Sabinen α-Terpinen, Terpinen-4-ol;
Boswellia carteri: Mindestens 42 Komponenten, wobei mit 60 % 1-Octylacetat und 12,7 % 1-Octanol dominieren. Weitere charakteristische Komponenten sind Cembren (1,4 %), Incensol (2,7 %), Isocembren (1,8 %) und Isoincensol (0,8 %) sowie α-Pinen (3,5 %).

Weiterhin kommen im ätherischen Öl aus Olibanum vor: (+)-Bomeol, Cadinen, Camphen, (+)-Carvonhydrat, p-Cymol, Dipenten, Phellandren, β-Pinen, Verbenol und Verbenon.

Reinharz: Hauptbestandteil mit ca. 66 % bestehend aus: Pentacyclischen Triterpensäuren : α-Boswelliasäure, β-Boswelliasäure, 11-α-Hydroxy-β-boswelliasäure, 11-Keto-β-bos­wel­liasäure, Methylester der 3-Acetyl-11-hydroxy-β-boswelliasäure.

Schleim: Ca. 12 % bestehend aus: Galactose, Arabinose, 4-O-Methylglucuronsäure im Verhältnis 7:1:44 und ca. 6 bis 8 % Bassorin, Gummi und Bitterstoffe.

Indischer Weihrauch (Indian Olibanum) aus Boswellia serrata:

3-Acetyl-11-keto-beta-boswelliasäureÄtherisches Öl: Ca. 7,5 %, Hauptbestandteil ist (+)- α-Thujen, daneben (+)-α-Phellandren und α-Pinen.

Schleim: Ca. 23 % Schleim, überwiegend aus D-Galactose (46 %) und D-Arabinose (12 %) sowie kleineren Mengen an D-Mannose, 4-D-Methyl­glucuronsäure, D-Xylose, Digitoxose, Gala­ctu­ronsäure und Rhamnose.

Harz:
1. Pentacyclische Triterpensäuren: Acetyl-β-boswelliasäure, Acetyl-11-keto-β-boswelliasäure, β-Boswelliasäure, 11-Keto-β-boswelliasäure.
2. Tetracyclische Triterpensäuren (Tirucallensäuren): 3-α-Acetoxytirucall-8,24-dien-21-säure, 3-α-Hydroxytirucall-8,24-dien-21-säure, 3-β-Hydroxytirucall-8,24-dien-21-säure, 3-Ketotirucall-8,24-dien-21-säure.

Ausserdem ist der Diterpen-Alkohol Serratol (C20H34O) enthalten.
PHARMAKOLOGIE
Die positive Wirkung bei der Arthritisbehandlung geht vermutlich auf die Hemmung der 5-Lipoxygenase zurück; dadurch wird die Bildung von Leukotrienen verhindert. Inzwi­schen ist geklärt, dass die 3-Acetyl-11-keto-β-Boswelliasäure als starker Hemmstoff der 5-Lipoxygenase für die entzündungshemmende Wirkung der Weihrauchextrakte wesent­lich ist. Die im ätherischen Öl enthaltenen Verbindungen wirken abschwellend und anti­biotisch. Zur Wirkung von Boswellin (einem Gummiharz, dem Indischen Weihrauch, aus Boswellia serrata) in der Arthritisbehandlung gibt es verschiedene klinische Studien. Boswelliasäure besitzt deutlich entzündungshemmende Eigenschaften bei Tieren; die Ergebnisse von Patientenstudien sind jedoch nicht eindeutig.
ANWENDUNG
Klinische Untersuchungen ergaben für Extrakte aus Indischem Weihrauch eine Wirksam­keit bei Colitis ulcerosa, Morbus Crohn und bei Asthma bronchiale. Alle bisherigen Er­ken­ntnisse führen zu dem Schluss, dass für die Therapie entzündlicher Erkrankungen nur standardisierte Präparate in Frage kommen. Ob die für höhere Dosierungen von Boswelliasäuren beobachteten Hemmeffekte auf die Leukozytenelastase, die Topo­iso­merase und auf humane Leukämiezellen eines Tages auch therapeutisch relevant werden, bleibt abzuwarten.

Weihrauch wird seit der Antike zu religiösen und medizinischen Zwecken gebraucht. Er regt den Kreislauf an und wirkt antiseptisch, schmerzstillend, expektorierend und beru­higend. Äusserlich wird Weihrauch in Pflastern bei Rheuma angewendet, innerlich gelegentlich bei Atemwegs- und Harnwegsbeschwerden.
SONSTIGES
Weihrauch schmeckt bitter und ist praktisch geruchlos. Der typische Duft entsteht erst, wenn Weihrauchkörner auf glühende Kohlen gestreut werden. Weihrauch darf nicht mit anderen Gummiharzen (Myrrhe, Burseraceen-Opopanax) verwechselt werden, die aus Commiphora-Arten gewonnen werden (siehe C. myrrha).
Letzte Änderung: 04.01.2011 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2.
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.


Wikipedia


  Ordnung
Familie
Gattung
Sapindales
Burseraceae
Weihrauch
  Wiss. Bez. Boswellia


Die Suaheli verwendeten Weihrauch gegen zu geringe Harnaus­scheid­ung. In Ostafrika wurde Weihrauch traditionell gegen Krankheiten wie Syphilis, Bilharziose und Magenleiden eingesetzt.


Weihrauch schmeckt bitter und ist praktisch geruchlos. Der typische Duft entsteht erst, wenn Weihrauch­körner auf glühende Kohlen gestreut werden. Weihrauch darf nicht mit anderen Gummiharzen (Myrrhe, Burseraceen-Opopanax) verwech­selt werden, die aus Commiphora-Arten gewonnen werden (siehe C. myrrha).


Für Boswelliasäuren konnten in vitro antiproliferative Effekte auf verschie­dene Tumorzelllinien (z.B. Melanome, Glioblastome, Leberkarzinome) ge­zeigt werden, die auf einer Induktion von Apoptose beruhen.